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Ein Blick hinter die Kulissen der Casino-Baustelle
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Der Casino-Saal, wie er sich momentan präsentiert. Er wirkt bereits viel heller und geräumiger als vorher. (Bild: Baudepartement Stadt Zug)

Zuger Theater Casino öffnet im August wieder Ein Blick hinter die Kulissen der Casino-Baustelle

4 min Lesezeit 19.12.2016, 17:30 Uhr

Die Sanierung des Theaters Casino verläuft nach Plan. An einer Baustellenbesichtigung erhielten wir einen Eindruck, was alles neu wird. Für die Sanierung der Bühnentechnik hat die Stadt Zug mit Hans-Jörg Huber einen «Crack» mit nationaler und internationaler Erfahrung engagiert.

Es ist Halbzeit bei der Sanierung des Zuger Kulturhauses. Ein Grund, um die Türen einen Spalt weit zu öffnen. Was Politiker und Stimmbürger interessieren dürfte: «Den Gesamtkredit von 18,36 Millionen Franken können wir einhalten. Das steht schon heute fest», freut sich André Wicki, Vorsteher des Baudepartements Zug. Auch zeitmässig liege man im Plan. Gerüchte über Verzögerungen dementierte der Stadtrat.

Seit Juni ist das Casino geschlossen und eine Baustelle. Am Montag durften Journalisten einen ersten Blick erhaschen. Überall sind Handwerker am Werk. Eine separate Besichtigung erhielten die Mitglieder des Grosses Gemeinderats, welche das nötige Kleingeld für die Sanierung des städtischen Gebäudes genehmigt hatten und den Kredit sogar im Herbst 2015 um 4,4 Millionen Franken aufstockten. In der Bildergalerie gibts ein paar Impressionen von der Baustelle.

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Auf der Galerie im ersten Stock sieht es momentan so aus.

Auf der Galerie im ersten Stock sieht es momentan so aus.

(Bild: mbe.)

Wiederöffnung im August

Laut André Wicki liegt das Bauprojekt gut im Zeitplan. Im August 2017 solle die Theater- und Musikgesellschaft Zug und die Zuger Bevölkerung ihre «alte Dame» in einem schönen neuen Kleid zurückerhalten.  Auf 1. September werde das Restaurant wiedereröffnet, welches neu durch die Firma Gammacatering AG aus Hünenberg geführt wird.

Die grösste Veränderung für die Gäste: Neu wird man auf der linken Seite einen offenen und grosszügigen Eingangsbereich zum Casino-Saal vorfinden.  An der Schnittstelle zwischen Alt- und Erweiterungsbau entsteht ein zentraler Empfang mit Ticketschalter. Die Durchgangsbreite zum Casino-Saal wurde stark verbreitert, um dem Andrang gerecht zu werden. Statt einer gibt es neu drei Türöffnungen. «Die Kapazitätssteigerung beträgt 80 Prozent», erklärt der städtische Leiter Hochbau, Paul Knüsel.

Farbige Bemalung

Der Altbau erhalte wieder seine ursprünglichen Farben zurück. Alles wird wieder dem Originalzustand von 1909 angenähert. Bei der einzigen Renovation vor 30 Jahren wurden Wandbemalungen im Altbau übertüncht; sie werden nun sorgfältig wiederhergestellt. Das historische Parkett des Saalbodens ist momentan ausgebaut und wird Stück für Stück für den Wiedereinbau aufbereitet.

Der Mann hinter den Kulissen

Mit Hans-Jörg Huber hat die Stadt Zug einen renommierten Spezialisten mit der Planung der neuen Bühnentechnik beauftragt. Huber hat «viel Theaterluft geschnuppert» in seinem Leben, heisst es auf seiner Homepage. In Deutschland legte der gelernte Elektromonteur in den 1970er Jahren die staatliche Prüfung als Beleuchtungs- und Theatermeister ab. Später arbeitete er als Beleuchter am Schauspielhaus Zürich, dann im Frankfurter Theater am Turm, damals unter der Regie von Rainer Werner Fassbinder. Später war er Technischer Direktor am Stadttheater Bern und in Bonn, bevor er sich 1990 selbständig machte. Huber hat in den letzten 25 Jahren verschiedene Theater- und Kulturhäuser in der Schweiz und in Deutschland licht- und bühnentechnisch auf den neusten Stand gebracht. Zum Beispiel das Musical Theater in Basel oder das Thêatre du Passage in Neuchâtel. Aber auch alternative Kulturbetriebe wie die Dampfzentrale und das Schlachthaus Theater in Bern. Sein letztes Grossprojekt war die Zürcher Hochschule der Künste im Toni-Areal in Zürich, wo er die Bühnen- und Proberäume plante.

Zu den Neuerungen gehört auch, dass die zugemauerten Türen auf der Seeseite des Altbaus wieder geöffnet worden sind: Der ganze Raum wird dadurch grösser, und man hat wieder freien Blick auf den See. «Bei Aussenwänden und Fenstern, aber auch Decken und Wänden gab es ausserdem einen hohen Sanierungsbedarf», erklärt Paul Knüsel.

Mehr Licht und Raum

Der grosse Saal soll durch die Öffnung der zugemauerten Saaltüren wieder zum «Herz des Hauses» werden. Das obere Seezimmer bekomme durch den Rückbau der Zwischenwände seinen Charakter als «Wandelhalle» zurück. Es erhält verglaste Türen, so dass die grosszügige Terrasse vom Casinosaal her wahrnehmbar ist. Die Terrasse erhält eine neue Treppe, da sie auch als Fluchtweg dient.

Doch auch im Erweiterungsbau von 1981 wird vieles neu. Durch die Aufstockung des Baukredits kann neben dem Empfangsbereich auch die Bühnentechnik im Neubau saniert werden. Knüsel bezeichnete die geplanten Massnahmen als «kleines Meisterwerk». Momentan ist jedoch davon noch wenig zu sehen, bis im März oder April wird das anders sein.

Für die Planung der Bühnentechnik hat die Stadt einen «Crack» der Branche geholt: Hans-Jörg Huber aus Horgen ist auf Theaterplanung spezialisiert, hat viel Erfahrung und eine interessante Karriere hinter sich (siehe Box).

Der  Zürcher Hans-Jörg Huber wird die Bühnentechnik im Theater Casino Zug auf den neusten Stand bringen.

Der  Zürcher Hans-Jörg Huber wird die Bühnentechnik im Theater Casino Zug auf den neusten Stand bringen.

(Bild: zVg)

Neue Computer-Bühnensteuerung

Die Bühnentechnik im Erweiterungsbau des Theater-Casinos hat viele Jährchen auf dem Buckel, sie wurde 1981 installiert (die Bühne des Casinosaals ist sogar noch älter). Laut Huber wird im Erweiterungsbau vor allem die computerbasierte Bühnensteuerung eine grosse Arbeitserleichterung für das technische Personal bringen. «Die Bühnensteuerung kann neu durch eine Person bedient werden», sagt er. Dafür waren bisher mehrere Personen nötig. Denn die Bühnenzüge wurden von Hand mit Gewichten aufgezogen. Auch sicherheitstechnisch wird die Zuger Bühne laut dem Theater-Planer auf den neusten Stand gebracht. «Bei der Bühnentechnik wird Zug damit à jour sein.» Die Bestuhlung in Zug sei erst vor einigen Jahren erneuert worden und bleibe gleich.

Von der Grösse her sei Zug ein mittelgrosses Theater, so Huber. Es sei vergleichbar mit dem Theater Winterthur im Stadtgarten oder dem «Theater 11» in Zürich-Oerlikon. Doch technisch wird Zug nach der Sanierung bald das Modernste sein.

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