Eichwäldli-Verein fordert von der Stadt mehr Zeit
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Die Eichwäldli-Bewohner wollen an ihrem Projekt festhalten. (Bild: bic)

Geplanter Abriss der Soldatenstube Eichwäldli-Verein fordert von der Stadt mehr Zeit

2 min Lesezeit 6 Kommentare 07.12.2020, 12:02 Uhr

In einem offenen Brief richtet sich der Verein Brache Eichwald an den Luzerner Stadtrat. Er will verhindern, dass die Soldatenstube abgerissen wird und die Fläche dann ungenutzt bleibt.

Der Stadtrat will das Eichwäldli abreissen, die Bewohner halten an ihrem Projekt fest. Der Streit rund um das Gebäude am Rande der Luzerner Allmend nimmt kein Ende (zentralplus berichtete).

Nun hat sich der Verein Brache Eichwald an den Stadtrat gewandt. In einem offenen Brief wird dargelegt, weshalb man an der Zwischennutzung festhalten will. «In den vergangenen zwei Jahren hat sich die KuBra als beliebter Treffpunkt und Begegnungsort für Bewohnerinnen aus dem Quartier oder den umliegenden Gebieten entwickelt. Viele Menschen nutzen den Platz als zweites Wohnzimmer mit viel Frischluft oder als erweiterten Garten.»

Konzept bis Februar sei nicht realistisch

Das Eichwäldli sei ein Vorzeigebild für andere Zwischennutzungen in der Stadt, man sei sich dieser «Pionierrolle» bewusst, heisst es im Brief. Über eine mögliche Erweiterung der Zwischennutzung auf der Brache sei man frühzeitig informiert worden. Der Verein will jedoch nur mitarbeiten, wenn die «bereits entstandenen Projekte ernst genommen werden und als Teil des ganzen Projektes betrachtet werden».

Über die Veröffentlichung der Mitteilung, dass die Soldatenstube abgerissen werden soll, sei man nicht informiert worden. Dies, obwohl im Schreiben eine mögliche Zusammenarbeit mit dem Verein erwähnt wird. «Wir sehen diesen Schritt nicht als zielführend für die Zusammenarbeit und die gewünschte Zwischennutzung des Areals, wenn man auch den zeitlich sehr knappen Rahmen bedenkt und die nicht vorhandenen Ressourcen der Stadtverwaltung.» Es sei nicht realistisch, bis im Februar ein Konzept für eine weitere Zwischennutzung zu entwickeln. Die Stadt setze auch ein schlechtes Zeichen, wenn sie ehrenamtliche Vereine in die Pflicht nehme, die Zwischennutzung ohne Unterstützung zu bewirtschaften. Man sei auch kein «politisches Werkzeug», schreibt der Verein.

«Grosses Potenzial» steckt im Eichwäldli

Schliesslich fordern die Verfasser einen partizipativen Prozess, um eine Zwischennutzung zu planen, in die alle Betroffenen involviert sind. Das Projekt benötige zudem Zeit. Ansonsten befürchtet der Verein, dass die Fläche nach dem Abriss der Soldatenstube brachliegt.

Der Verein will zudem verhindern, dass geschichtsträchtige Gebäude nicht ohne weiteren Pläne abgerissen werden. So würde Wohn- und Kulturraum aus der Stadt vertrieben. «Wir sind bestrebt, die geplante Zwischennutzung mit unseren Erfahrungen zu unterstützen und sehen ein sehr grosses Potenzial in der Brache Eichwald», heisst es schliesslich. Bereits an einer Medienkonferenz vom 26. November kritisierten die Bewohner des Gebäudes, dass die Soldatenstube abgerissen statt saniert werden soll (zentralplus berichtete).

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6 Kommentare
  1. ÖffÖff, 09.12.2020, 10:39 Uhr

    Die Stadt Luzern ginge jetzt rechtstaatlich nachvollziehbar und unmissverständlich zielgerichtet vor, wenn sie die rot-grüne Politbrille endlich abnähme und die polizeiliche Räumung im Falle eines Nicht-Auszuges der Eichwald-Familie anfangs Februar 2021 proaktiv kommuniziert.

  2. Sepp, 08.12.2020, 17:28 Uhr

    Die Stadt hat seine Forderungen genug früh kommuniziert. Das wissen nun sicher alle. Ich glaube es geht längst nicht mehr nur um die Soldatenstube. Im Eichwäldi hat sich längst zur Zone einer freilebenden Bevölkerungsgruppe entwickelt. Wagen an Wagen reihen sich um das Gebäude. Ich denke die Stadt hat ein Problem wie in der Zaffarya-Siedlung Bern. Einen Augenschein im Eichwäldli ist sehr empfehlenswert. Die Stadt steht gegenüber der Steuerzahler in der Pflicht ihre Aufgaben zu machen. Alles andere ist Umgehung der Rechtsstaatlichkeit.

  3. Joseph de Mol, 07.12.2020, 16:23 Uhr

    Der Stadt Luzern ist offenbar die öffentliche Wirkung ihrer Kommunikation oder besser gesagt ihrer Nicht-Kommunikation resp. ihrer Vorgehensweise in dieser causa nicht im entferntesten bewusst. Was soll das sein? Eine appeasement-Politik? Dann deklariert es auch öffentlich also solche. Ansonsten könnte man langsam aber sicher den Eindruck gewinnen, dass im Stadthaus ein einziger Hühnerhaufen die Entscheidungen trifft!

  4. Philipp, 07.12.2020, 15:15 Uhr

    Geht arbeiten, dann könnt Ihr Hippies auch eine vernünftige Wohnung leisten.
    Aber dafür sind sich diese Querulanten wohl zu schade. Von wegen beliebter Treffpunkt. Diese Schmarotzer wollen nur weiterhin gratis wohnen. Hoffentlich gibt die Regierung nicht nach und reisst diesen Schandfleck zum geplanten Zeitpunkt ab. Die Bewohner respektive Besetzer hatten weiss Gott genug Zeit.

  5. Gruesse vom Einhorn Schlachthaus, 07.12.2020, 13:39 Uhr

    Die Relationen zwischen «Fordern» und «Liefern» sind aus Sicht des neutralen und interessierten Beobachters gelinde gesagt etwas ins Ungleichgewicht geraten. Aber ja. Es hat auch seine guten, animierenden Seiten: Ich werde beim nächsten Gesuch um Steuererlass mit derselben unnachgiebigen, trotzigen, uneinsichtigen und kämpferischen Art beim Steueramt vorgehen (Operation am offenen Herzen). Die Strategie der Eichwäldler nehme ich als taktische Blaupause und Blanko-Argumentation. Und Wehe, die Stadt geht nicht vollumfänglich auf meine Forderungen ein, dann hänge ich aber ein Baumwoll-Banner und politische Kampfansagen in Jambus-Form raus, die sich gewaschen haben!

  6. Eich Wäldler, 07.12.2020, 12:42 Uhr

    Ihr hattet genug Zeit! Am 01.02.2021 soll die Abrissbirne auffahren……. Zack, Thema ein für alle Mal erledigt. Genug auf der Nase des Steuerzahlers herumgetrampelt!

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Wir möchten einfach kurz Danke sagen. Danke, dass du zentralplus liest.