Besetzer müssen innert zehn Tagen raus: Eichwäldli-Familie muss Eichwäldli räumen.
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Besetzer müssen innert zehn Tagen raus: Eichwäldli-Familie muss Eichwäldli räumen. (Bild: Leserreporter)

Keine Räumung, aber Festnahmen Polizeieinsatz bei der Familie Eichwäldli: Handwerker verbarrikadieren die Soldatenstube

3 min Lesezeit 11 Kommentare 04.05.2021, 08:49 Uhr

In der alten Soldatenstube, wo die Familie Eichwäldli lebt, lief am Dienstagmorgen ein Polizeieinsatz. Gemäss Simon Kopp, dem Sprecher der Staatsanwaltschaft, wurden die Personen vor Ort mitgenommen und befragt. Man habe aber keinen Räumungsauftrag. Zur Frage, ob die Bewohner nachher wieder ins Gebäude zurückkehren können, äussert er sich nicht.

Vier bis fünf graue Kastenwagen befinden sich gemäss einem Augenzeugen an diesem Dienstagmorgen auf dem Eichwäldli-Areal. Der Garten sei grossflächig mit Polizeiband abgesperrt und «mindestens» zehn Polizisten in Schutzausrüstung befänden sich bei der Soldatenstube.

Noch seien keine Leute rausgetragen worden, doch es mache den Anschein, als würde das Gebäude nun geräumt. Auf Anfrage von zentralplus dementiert Urs Wigger, Sprecher der Luzerner Polizei, eine Räumung des besetzten Hauses. Er erklärt aber, dass die Polizei gegen 7.30 Uhr vor Ort war. «Unser Auftrag betrifft nicht die Räumung und Ausweisung aus der Liegenschaft. Die Personen vor Ort werden festgenommen, delegiert einvernommen und dann wieder freigelassen», sagt Wigger.

Sympathisanten pfeifen die Polizisten aus

Gemäss Augenzeugenbericht sind Sympathisanten vor Ort, die pfiffen und Parolen skandierten. Sie hatten ein Transparent dabei, auf dem gefordert wird, Freiräume zu verteidigen. Der Luzerner Polizeisprecher kann zum laufenden Einsatz keine weiteren Details preisgeben. Es erklärt jedoch, dass die Lage vor Ort friedlich und ruhig sei.

Vor Ort ist auch Simon Kopp, Sprecher der Staatsanwaltschaft. Im Video erklärt er, welchen Auftrag die Polizisten haben. Auf die Frage, ob die Bewohner der Soldatenstube nach der Befragung wieder ins Haus können, antwortet er nicht.

Das Haus wird dichtgemacht

Obwohl es sich offiziell nicht um eine Räumung handelt, nutzt die Stadt Luzern offenbar die Gelegenheit, dass das Haus leer ist. Nach dem Polizei-Einsatz sind nun jedenfalls Handwerker vor Ort und arbeiten daran, den Anbau des Hauses unzugänglich zu machen. Die Sympathisanten forden die Leute vor Ort auf, beim Aufräumen zu helfen und tragen Instrumente und Velos aus dem Anbau.

Bekanntlich weigern sich die Bewohnerinnen der alten Soldatenstube, das Gebäude zu verlassen, obwohl der Gebrauchsleihvertrag mit der Stadt Luzern schon länger ausgelaufen ist. Der Kantonsgericht hielt kürzlich fest, dass es sich bei der Familie Eichwäldli nicht um Mieter handle – deshalb ist der Gang vor die Schlichtungsstelle Miete und Pacht ausgeschlossen. Die Stadt hat Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch gestellt und die Luzerner Staatsanwaltschaft führt deshalb ein Strafverfahren gegen die Bewohner.

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11 Kommentare
  1. Goeggeler, 04.05.2021, 22:18 Uhr

    Wenn das Haus geräumt wird hat es in der Stadt sicher irgendwo Platz für diese Leute. Im Grosshof wohl nicht, aber im Schutzraum des Sonnenbergtunnels sollte es genügend Platz haben für die Bewohner des Eichwäldli und deren Sympathisanten. Da können sie dann auch kräftig Lärm machen ohne dass es die Anwohner stört.

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  2. Daniel Steiner, 04.05.2021, 16:47 Uhr

    @informiert. Die besagte Familie mit Kleinkindern weiss ja dass sie eigentlich schon lange raus müssten, also vorher überlegen oder? Ich kündige auch nicht eine Wohnung ohne neue Bleibe oder?

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  3. M. Euler, 04.05.2021, 16:37 Uhr

    Leider lese ich in den bisherigen Kommentaren nur von Vorurteilen (wer sagt denn, dass die Menschen vor Ort keiner Erwerbsarbeit nachgehen?) und sehe keinen einzigen sachlichen Beitrag. Warum nur erhitzt dieses Projekt so die Gemüter? Ist es, weil sich alle so gerne aufregen und zwar am liebsten über andere – weil man es selbst ja richtig macht und alle anderen es falsch machen? Ich hoffe sehr, dass der Grund wo anders liegt.
    Ich denke es liegt an zu gegensätzlichen Werten. Die einen vergöttern Effizienz und sehen Lohnarbeit (der Männer – huch.. ein Vorurteil) und wirtschaflichen Erfolg als DIE Währung unserer Gesellschaft. Die anderen suchen nach mehr – eben: Alternativen und führen einen Lebenstil, bei dem das Soziale und die persönlichen und gesellschaftlichen Freiheiten im Zentrum stehen. Das man sich nicht einig ist, liegt auf der Hand. Die Frage ist aber was nützt es, einander mit Bosheit, Vorurteilen und Schadenfreude zu begegnen? Wäre es nicht sinnvoller zu akzeptieren, dass nicht alle so sind wie man selbst und einzusehen, dass das ja das schöne an einer Gesellschaft ist?

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    1. Stefan Ernst, 04.05.2021, 19:20 Uhr

      Kurioser Kommentar .. dass man nicht auf Kosten anderer lebt und Straftaten begeht, sollte eigentlich in jeder Weltanschauung selbstverständlich sein. Leider hat sich die Familie Eichwäldli wie auch viele andere in ihrem Spektrum schon längst aus der Realität verabschiedet und schlafwandelt in einer eigenen Welt wo Recht, Gesetz und Moral einfach zum eigenen Vorteil beliebig hingebogen werden können.

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    2. Sandra Klein, 04.05.2021, 19:30 Uhr

      Es ist tatsächlich so: Ich bewohne nur eine Liegenschaft, wenn ich dafür einen rechtsgültigen Vertrag habe und bezahle dafür auch eine (nicht zu tiefe) Miete. Wenn dies andere Leute anders halten, ist das so lange ihre Sache, als dass ich sie nicht mit meinen Steuergeldern subventionieren muss. Denn dafür gibt es bisher keine legitimierte Basis oder einen gesellschaftlichen Konsens – und für diesen reichen 1000 Unterschriften auf einer Petition nun mal nicht.
      Einen alternativen Lebensstil dürfen Sie gerne führen, ich finde das sogar toll. Aber nicht durch Hausbesetzung. Ich hoffe, dies war sachlich genug 🙂

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    3. Z.L. Otan, 05.05.2021, 12:36 Uhr

      Die Eichwäldli Familie hätte das Haus gar nicht besetzen müssen, hätte die Stadt Es ihnen weitervermietet. Und wenn es halt baufällig war hätte man diesen Menschen die Möglichkeit gegeben hätten sie es sicher selber saniert. Ja hätte hätte hätte…

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  4. Oliver Heeb, 04.05.2021, 12:39 Uhr

    Wie den Bildern zu entnommen werden könnte, sind in diesem pubertären, antikapitalistischen Trötzli-Theater auch Kleinkinder mit einbezogen. Könnte ja auch einen gewissen propagandistischen Zweck erfüllen?

    Was alternative Wohnformen betrifft, so bin ich überzeugt, dass sich in der Stadt Luzern Ansätze und Lösungen finden liessen, die nicht nur bei einer selbsterwählten gesellschaftlichen Subkultur Akzeptanz fänden.

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  5. Carlo Agrario, 04.05.2021, 11:00 Uhr

    Man sieht wieder mal, wie viele Leute nicht arbeiten wollen. Aber der Steuerzahler wird schon für diese Bürger aufkommen. Es lebe Rotgrün😡🤢

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  6. Theresa Hofmann, 04.05.2021, 09:50 Uhr

    Die sollen doch endlich raus gehen und erwachsen werden. Das ist doch keine Art. So vile Leute und Arbeitspower für so einen Schwachsinn.

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    1. Informiert, 04.05.2021, 12:03 Uhr

      Frau Hofmann, Sie haben sich anscheinend nicht informiert, warum die Familie das Eichwäldli nicht räumt. Denn es handelt sich ganz und gar nicht um einen «Schwachsinn». Ich frage mich nur, was die Familie mit dem Kind sich dabei denkt? Wo wollen die denn hin, wenn sie nun heute das Haus räumen müssten?

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  7. Nachbar, 04.05.2021, 09:29 Uhr

    Wie kann es den sein, dass die Familie Eichwäldi (und die Wagenburg) einen Stadtteil belagern. Hier wohnen Familien und auch alte Leute die unter dem Lärm und der Aufregung leiden. Weder die Stadt noch die Baugenossenschaft unterbinden es.
    Lustig so ein autonomes Wohnprojekt in einem Wohngebit!

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