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Ständerat zum Doppelspurausbau bei Walchwil
Eder macht sich Sorgen um Bahnlärm am Zugerseeufer

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<p>Widerstand in Walchwil: Die Gruppe IG NeatZug hält die SBB mit einer Beschwerde auf Abstand. Der Doppelspurausbau ist wohl für ein Jahr auf Eis gelegt.</p>
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Widerstand in Walchwil: Die Gruppe IG NeatZug hält die SBB mit einer Beschwerde auf Abstand. Der Doppelspurausbau ist wohl für ein Jahr auf Eis gelegt. (Bild: Archiv)

Ist es wirklich ausgeschlossen, dass dereinst in der Nacht Güterzüge am Ostufer des Zugersees verkehren und die Anwohner aus dem Schlaf holen? Auf diese Frage zielt eine Interpellation von Ständerat Joachim Eder (FDP), die er am Dienstag an den Bundesrat richtete. Auch sein Zuger Ratskollege Peter Hegglin (CVP) und die beiden Luzerner und Schwyzer Ständeräte wollen Gewissheit haben.

Bekanntlich sind die Neat-Gegner mit ihrem Widerstand gegen den Gleisausbau eines Teilstücks am Zugersee-Ostufer vor Bundesgericht gescheitert (zentralplus berichtete). Ihre Angst: Die Doppelspurstrecke könnte auf 2,2 Kilometern realisiert und am Ende dazu benutzt werden, in der Nacht lange Güterzüge am See entlangzuschleusen, welche die Anwohner an der Zuger Riviera in ihrem Schlaf stören würden.

Der Güterverkehr wird heute von Norden her durchs Reusstal nach Rotkreuz und am Westufer des Zugersees entlang nach Arth-Goldau in den Süden geleitet. Das soll eigentlich auch so bleiben, versichern Zuger Regierung und SBB. Die Doppelspurinsel auf der Ostseite soll entstehen, damit S-Bahn-Züge kreuzen können. Der gesamte Streckenabschnitt zwischen Zug-Oberwil und Arth-Goldau wird saniert, damit dort künftig auch Doppelstockzüge verkehren können. Insgesamt sollen die Verbindungen im Personenverkehr verbessert werden.

Zusatzvereinbarung mit Deutschland entdeckt

Aber mit seiner Interpellation will sich der Unterägerer Ständerat Joachim Eder (FDP) versichern, dass dies wirklich der Fall sein wird und nicht dennoch Güterzüge auf die Strecke geraten.

In der Anfrage zuhanden der Landesregierung will er wissen, wie denn nun genau der Güterverkehr in Zukunft geführt werden soll. Er hat nämlich eine Vereinbarung zwischen der Schweiz und Deutschland entdeckt, wonach der Zubringerverkehr aus dem Raum Süddeutschland-Zürich über Zug nach Arth-Goldau geführt werden soll – also theoretisch auch übers Ostufer laufen könnte.

Doppelt so viele Güterzüge durch den Zimmerberg

Damit dies auf keinen Fall eintreten kann, empfahl Eder in der «Zuger Zeitung» dem Kanton Zug, eine solche Möglichkeit im kantonalen Richtplan ausdrücklich zu untersagen. Bislang gibt’s dort kein Verbot, sondern die Verkehrsführung am Westufer wird als vorgesehen festgehalten.

Eder hat aber noch weitere Fragen, die ihn quälen – und nicht nur ihn. Auch der andere Zuger Ständerat Peter Hegglin (CVP), die beiden Schwyzer SVP-Ständeherren Alex Kuprecht und Peter Föhn sowie die beiden Luzerner Standesvertreter Konrad Graber (CVP) und Damian Müller (FDP) haben die Interpellation unterzeichnet und möchten gern genau wissen, mit wie vielen Güterzügen nun in Zukunft täglich geplant wird. Denn Bahnexperten würden mittlerweile mit einer Verzweifachung der Güterzüge durch den Zimmerbergtunnel nach Baar und Zug rechnen.

Ruf nach Nachvollziehbarkeit

Ausserdem interessiert die Zentralschweizer Ständeräte, warum die der Planung zugrundeliegenden Daten für die Öffentlichkeit – und auch für die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Empa – nicht zugänglich ist. Berechnungsmethodik, Fahrgeschwindigkeiten und Verkehrsdaten werden unter Verschluss gehalten. Die Ständeräte um Joachim Eder hätten gern eine verbesserte Transparenz.

Joachim Eder will es noch einmal wissen. Der ehemalige Zuger Landammann hat seine ersten vier Jahre im Ständerat hinter sich.

Fragt sich, warum Berechnungsgrundlagen geheim sind: der Zuger Ständerat Joachim Eder (FDP).

(Bild: anm)

Denn sie argwöhnen, die Berechnungen für den Emissionsplan und das Lärmkataster könnten nicht korrekt sein. Zumal die lärmrechtliche Bevorzugung des Schienenverkehrs eigentlich aufgehoben werden müsste. Das Bundesgericht habe den Ball an den Bundesrat weitergereicht.

Handlungsbedarf sei schon 2010 festgestellt worden, kritisieren Eder und die Zentralschweizer Ständeräte und möchten gern von der Landesregierung wissen, wie denn bitte die Gesundheit der durch die Schiene lärmgeschädigten Bevölkerung verbessert werden könne.

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