E-Scooter: Stadt Zug zieht positive Zwischenbilanz
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100 Stück der E-Scooter von TIER können im Stadtzentrum von Zug ausgeliehen werden. (Bild: zvg)

Erster Sommer mit neuem Anbieter E-Scooter: Stadt Zug zieht positive Zwischenbilanz

3 min Lesezeit 23.10.2020, 05:00 Uhr

100 neue E-Scooter kamen diesen Sommer nach Zug. Der zweite Anlauf, die Elektroflitzer in der Stadt zu etablieren, scheint besser zu funktionieren. Es bleiben aber noch offene Fragen.

Im Frühling flogen sie aus, im Sommer kehrten sie nach Zug zurück. Die Rede ist von den E-Scootern. Ein erster Versuch mit den Leih-Scootern endete vergangenen März abrupt. Dies, nachdem der damalige Anbieter Circ vom Konkurrenten Bird aufgekauft wurde und dieser entschied, sich aus Zug zurückzuziehen (zentralplus berichtete).

Auf einen Schlag verschwanden rund 200 E-Scooter aus dem Strassenbild. Die Trauer darüber hielt sich jedoch in Grenzen. Von Beginn an gab es seitens der Bevölkerung Vorbehalte gegen die E-Scooter. Diese wurden in einer Bevölkerungsbefragung zur Mobilität zum Ausdruck gebracht.

Umfrage zeigte Vorbehalte auf

Insbesondere wurde die Tatsache kritisiert, dass es sich bei den E-Scootern um ein stationsloses Free-Floating-Angebot handelt: Rund 80 Prozent der 1’316 Befragten störten sich daran, dass die E-Trottis überall herumlagen und so dem Ortsbild schadeten. 73 Prozent sahen die E-Scooter auch als Ärgernis für die Fussgänger an.

Auszug aus der Bevölkerungsbefragung.

Den E-Trottis wurde jedoch durchaus das Potenzial zur Entlastung des Strassenverkehrs attestiert. Gemäss der Umfrage waren sie in der Stadt Zug auch beliebter als Leihvelos (zentralplus berichtete).

Auflagen wurden verschärft

Dieser Umstand schien die Stadt darin bestärkt zu haben, es nochmals zu versuchen. Seit dem 1. Juli stehen in Zug 100 E-Trottis vom Anbieter TIER zum Ausleihen bereit (zentralplus berichtete).

Zwar sind auch die neuen E-Scooter grundsätzlich weiterhin stationslos. Die Auflagen für den neuen Anbieter wurden aber dennoch verschärft, wie die Stadt beim Launch des neuen Angebots mitteilte. So werden die Kunden nun per App auf eine korrekte Nutzung der E-Scooter hingewiesen und aufgefordert, für das Abstellen der Fahrzeuge öffentliche Veloparkieranlagen zu nutzen.

«Es gibt weniger Reklamationen über Nutzerinnen und Nutzern, die auf Trottoirs fahren oder zu zweit unterwegs sind.»

Walter Fassbind, Leiter Umwelt und Energie der Stadt Zug

Der erste Sommer mit dem neuen Anbieter ist vorbei und eine kurze Zwischenbilanz der Stadt fällt positiv aus: «Die Zusammenarbeit mit TIER dürfen wir als sehr gut bezeichnen», sagt Walter Fassbind, Leiter Umwelt und Energie, auf Anfrage. «Bei Problemen mit ungünstig abgestellten Trottis oder bei Defekten oder Supportdiensten wird rasch reagiert.»

Unklar bleibt vorerst aber, wie oft und von wem die E-Scooter genutzt werden. Handfestes Zahlenmaterial gibt es noch nicht: «Zum Nutzungsverhalten der TIER-Kunden können wir noch keine Auskunft geben, die Berichterstattung erfolgt nach einem Jahr», sagt Fassbind dazu.

Stadt: Nutzer sind disziplinierter

Was sich gegenüber dem Vorjahr aber schon jetzt klar verbessert habe, sei der Umgang mit den Scootern: «Es gibt weniger Reklamationen über Nutzerinnen und Nutzer, die auf Trottoirs fahren oder zu zweit unterwegs sind», sagt Fassbind.

Auch die Sensibilisierung der Nutzer, die geliehenen Scooter primär auf öffentlichen Veloparkplätzen abzustellen, scheine zu greifen. «Nach unserem Empfinden hat sich inzwischen auch die Bevölkerung an dieses neue Verkehrsmittel gewöhnt.»

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