E-Bikes könnten Fussgängern im Obernau bald um die Ohren sausen
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Gilt für Pferde, Mofas und E-Bikes: Das Verbotsschild bei der Langmatt in Kriens. (Bild: Stadt Kriens)

Gemischtes Trottoir als Option E-Bikes könnten Fussgängern im Obernau bald um die Ohren sausen

3 min Lesezeit 23.01.2021, 20:00 Uhr

Der Veloweg entlang der Freizeitanlage Langmatt ist beliebt – auch bei den schnellen E-Bikes, die dort eigentlich nicht verkehren dürften. Das Problem ist bestens bekannt – nun prüft die Stadt Kriens einen neuen Lösungsansatz.

Wie kommt man in den Krienser Ortsteil Obernau? Im Gegensatz zu Rom führen längst nicht alle Wege dorthin. Eigentlich nur einer. Und der ist längst zum Sanierungsfall gealtert.

Tatsache ist, dass im Krienser Ortsteil in den letzten 30 Jahren eine rege Bautätigkeit stattfand und der Verkehr von und zum westlichen Zipfel der Stadt stetig zugenommen hat. Das sorgt für Konfliktpotenzial. Und deshalb beschäftigte die Strecke zuletzt auch den Krienser Stadtrat.

Die Frage, die sich stellt, lautet: Welchen Weg sollen und dürfen Velos – und insbesondere schnelle E-Bikes – auf dem Weg ins Obernau nehmen? Die Antwort könnte sein: das Trottoir.

Veloweg ist nicht für alle offen

Aber der Reihe nach: Der einfachste Weg führt über den Veloweg im Gebiet Langmatt entlang dem Krienbach. Dieser wird rege genutzt. In den letzten Jahren nahm der Verkehr auf dem Veloweg deutlich zu – insbesondere wegen des Spielplatzes und des Pumptracks, die sich dort befinden.

Auch viele E-Bike-Fahrer nutzen den Veloweg, da dieser deutlich sicherer ist als die Strecke entlang der alten und sehr engen Obernauerstrasse ins Obernau. Nur: schnelle E-Bikes – jene mit gelben Kontrollschildern, die eine Geschwindigkeit von bis zu 45 Kilometer pro Stunde erreichen – sind dort nicht gestattet (zentralplus berichtete). 

Warten auf den Kanton

Sofern die schnelle E-Bikerin nicht gewillt ist, ihren Motor entlang dem Veloweg abzuschalten, muss sie auf die Obernauerstrasse. Dort ist man mit engen Verhältnissen, keiner Velospur aber dafür beträchtlichem Verkehr konfrontiert – inklusive der langen 1er-Gelenkbusse der VBL. Angenehm ist das nicht.

Wie knapp die Verhältnisse entlang der Obernauerstrasse sind, ist auf Google Street View ersichtlich:

Der bisherige Lösungsansatz könnte man als «Abwarten und Teetrinken» umschreiben. Er besteht nämlich darin, E-Biker zu vertrösten bis der Kanton die Strasse saniert. Dies ist vorgesehen – und das sogar ziemlich zeitnahe. Im aktuellen Bauprogramm für Kantonsstrassen für die Jahre 2019 bis 2022 ist der Bau einer Radverkehrsanlage in Koordination mit der Sanierung der Strasse vorgesehen.

Bis ins Jahr 2022 ist es nicht mehr allzu lange hin. Doch bisher hat sich nichts in Richtung Baustart getan. In Kriens scheint man jetzt genug vom Däumchendrehen zu haben – und beginnt andere Optionen ins Auge zu fassen.

Trottoir wird kaum genutzt

Der Krienser Stadtrat prüft, ob das Trottoir entlang der Obernauerstrasse sowohl für Fussgänger wie auch für Zweiräder nutzbar sein sollte. Ein entsprechendes Postulat von Armin Lisibach (FDP) wurde an der letzten Einwohnerratssitzung überwiesen.

Konkret soll geprüft werden, ob bei der Bushaltestelle Feldmühle der Velostreifen auf das Trottoir geleitet werden kann. Dies soll maximal bis zur Einmündung Rengglochstrasse-Schützenrain umgesetzt werden.

Lisibach argumentiert, dass das Trottoir auf diesem Strassenabschnitt von Fussgängern nur marginal genutzt werde. Nebst der erhöhten Sicherheit könnten so auch die Konflikte auf dem eigentlichen Veloweg vermieden werden, heisst es im Postulat. Lisibach nennt das E-Bike zwar nicht explizit als hauptsächlichen Nutzniesser dieser Lösung – angesichts des oben beschriebenen Szenarios ist aber klar, wer dort in die Pedale treten würde.

Temporäre Option?

Doch beisst sich das Sanierungsprojekt inklusive Velospur des Kantons nicht mit der Trottoir-Lösung, die Lisibach vorschlägt? Nicht zwangsläufig, sagt Maurus Frey, Vorsteher des Umwelt- und Baudepartements. «Die Velospur, die in den Plänen der Kantonsstrasse vorgesehen ist, wäre nicht ganz durchgehend. Möglicherweise könnte die vorgeschlagene Lösung eine Ergänzung dazu bieten.»

Ist es also denkbar, dass die schnellen E-Bikes zumindest temporär auf dem Trottoir entlang der Obernauerstrasse verkehren könnten? «Das kann man gegenwärtig noch nicht sagen. Der Stadtrat wird die entsprechenden Abklärungen – auch in Absprache mit dem Kanton – vornehmen müssen und danach eine Entscheidung treffen. Klar ist, dass wir für alle Verkehrsteilnehmer eine sichere Lösung anstreben.»

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