Durchgangsbahnhof: 2040 sollen die ersten Züge einfahren
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Anna Barbara Remund (rechts), Vizedirektorin des Bundesamts für Verkehr, im Interview mit Sonja Hasler. (Bild: Fabian Stamm)

Zuversicht am Mobilitätskongress Durchgangsbahnhof: 2040 sollen die ersten Züge einfahren

3 min Lesezeit 30.01.2019, 17:42 Uhr

Am Mittwoch fand der Mobilitätskongress 2019 statt. Zu den Referentinnen gehörte Anna Barbara Remund, Vizedirektorin des Bundesamtes für Verkehr. Sie ist zuversichtlich, dass 2040 die ersten Züge in den Durchgangsbahnhof in Luzern einfahren.

Vor 300 Vertretern der Zentralschweizer Wirtschaft und Politik diskutierten Mobilitätsexperten, Unternehmer und Politiker am Mobilitätskongress 2019 in Emmen über die Mobilität der Zukunft. Dazu eingeladen hat das Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement des Kantons Luzern.

Martina Müggler, Leiterin Strategie und Innovation bei Postauto, präsentierte in ihrem Vortrag ein neues Konzept für den «öV on demand». «Kollibri» heisst der erste Tür-zu-Tür-Ridesharing der Schweiz.

Der Dienst funktioniert ähnlich wie ein Sammeltaxi und bedient derzeit in der Region Brugg (AG) 17 Ortschaften, ab Februar kommen weitere vier Gemeinden hinzu.

«Kollibri ist ein flexibler Shuttle, der individuelle Mobilitätswünsche erfüllt und dabei ähnliche Fahrten effizient bündelt», fasste Müggler zusammen. Die Konferenzbesucher konnten ein Fahrzeug der Flotte mit der zugehörigen Onlineplattform am Veranstaltungsort besichtigen.

Bundesamt für Verkehr beruhigt

Die Vizedirektorin des Bundesamtes für Verkehr Anna Barbara Remund zeigte im Gespräch mit Moderatorin Sonja Hasler Verständnis für die Anliegen des Kantons Luzern in Sachen Durchgangsbahnhof.

Die Befürchtung der Zentralschweizer Kantone, wonach es zu Verzögerungen kommen könnte, weil das Plangenehmigungsverfahren und die Bauvorbereitungen zum Durchgangsbahnhof nicht explizit im Ausbauschritt 2035 aufgeführt sind, teilte Remund hingegen nicht.

Sie versicherte, dass der Durchgangsbahnhof planmässig realisiert werden könne und sei zuversichtlich, dass die ersten Züge 2040 im neuen Durchgangsbahnhof einfahren.

«Keine Kunst, sondern Handwerk»

Dass sich der Mobilitätsmarkt im Umbruch befindet, zeigte Karolin Frankenberger in ihrem Referat auf. Sie forscht an der Universität St. Gallen zu neuen Geschäftsmodellen – unter anderem auch in der Mobilität.

Bei Geschäftsmodellinnovationen bestünden für Unternehmen aktuell die Herausforderungen, einerseits ihr Kerngeschäft erfolgreich weiterzuführen, und andererseits an ihrem zukünftigen Geschäftsmodell zu arbeiten.

Frankenberger dazu: «Geschäftsmodellinnovation ist keine Kunst, sondern Handwerk. 90 Prozent aller Geschäftsinnovationen basieren auf Rekombinationen von Bestehendem.» Die Universität St. Gallen habe dazu einen «Business Model Navigator» entwickelt, der 55 Lösungsansätze aufzeigt, mit denen das eigene Geschäftsmodell neu designt oder weiterentwickelt werden könne.

Leerfahrten sollen genutzt werden

Ein neues Geschäftsmodell im Bereich der digitalen Transportlogistik verfolgt die Firma pickwings.ch aus Baar, wie CEO Marc Bollinger den Kongressteilnehmern sagte.

Einer von vier Lastwagen fahre heute leer. Hier setze Pickwings an und nutze diese Leerfahrten für den Transport ihrer Güter. Durch geschickte Planung könnten so die Leerkilometer auf Schweizer Strassen um 60 Prozent reduziert werden, was Einsparungen von 400’000 Tonnen CO2 möglich mache.

Digitaler Service: Mehr als öV

Caroline Aichholzer von Upstream-Mobility aus Österreich stellte eine digitale Mobilitätslösung für Städte und Agglomerationen vor, die beispielsweise in Wien bereits im Einsatz ist.

«Mobility as a Service» bedeute das sorgenfreie Benutzen verschiedener Verkehrsmittel mittels einer App über alle Tarifzonen und -grenzen hinweg. Der digitale Service gehe über den öffentlichen Verkehr hinaus und beziehe auch Taxi, Car Sharing-Dienste und Velo-Dienste mit ein.

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