Gesellschaft

Blick hinter die Kulissen
Drohungen und Booster – Alltag auf dem Impfschiff Luzern

  • Lesezeit: 2 min
  • Kommentare: 16

Mit dem Booster kam die viele Arbeit. Die Schlange vor dem Impfschiff Luzern beim Landungssteg 5 vor dem KKL ist wieder lang. Auch impfkritische Leute stehen in der Warteschlange. Wie erlebt die Crew den Alltag auf dem MS «Saphir»? zentralplus hat sie mit der Kamera besucht.

«Ich habe weit über 3’000 Impfungen verabreicht», erzählt uns eine 25 Jahre alte Fachangestellte Gesundheit, als wir sie an diesem Donnerstagmorgen in Luzern treffen. Seit Monaten ist sie unterwegs – impft und informiert die Menschen im Kanton. Nun arbeitet sie auf dem Impfschiff Luzern.

Die Anzahl verabreichter Impfdosen wird sich in den nächsten Wochen nochmals massiv erhöhen. Die Auffrischungsimpfung sorgt teils für lange Schlangen vor dem Impfschiff, das beim Kultur- und Kongresszentrum Luzern (KKL) vor Anker liegt.

Booster werden seit dem 1. Dezember 2021 ohne Priorisierung nach Alter oder anderen Kriterien an allen Impfstandorten im Kanton Luzern verabreicht (zentralplus berichtete). Dies beschert der Impfschiff-Crew viel Arbeit.

Tausende Dosen verabreicht und kein Ende in Sicht. Die junge Frau, die auf dem Schiff impft, sagt: «Freude macht mir vor allem der Kontakt mit den Menschen. Vor allem mit den älteren. Teilweise sind diese recht alleine und wir können ihnen eine Sicherheit geben.»

Auch die kritischen Stimmen erreichen das Impfschiff

Alle Crew-Mitglieder auf dem MS «Saphir», sind mit Herzblut dabei. Der Besucher spürt, dass sie zu 100 Prozent hinter der Arbeit stehen. Natürlich hören sie auch die negativen Stimmen. Von der Seite der Impfskeptiker bläst der Crew ein harter Wind entgegen. Manche drücken ihren Unmut ungefiltert aus.

«Klar gibt es auch Impfgegner», sagt Rahel Martens, Betriebsleiterin des Impfschiffs. Sie erzählt uns, dass es ihr manchmal schwerfällt, am Abend abzuschalten. «Allgemein geht es gut, aber ich gehe nicht jeden Tag gleich nach Hause.»

Drohungen und Booster – Vandalismus und Schokolade

«Wir hatten auch schon demolierte Schilder. In Luzern bleibt es zum Glück im Rahmen», erzählt Martens. Sie arbeitete vorher in Zürich bei der Messe Oerlikon. Da braucht es ein grösseres Sicherheitsaufgebot.

Bei unserem Besuch auf dem Impfschiff Luzern haben mehrere ältere Menschen ihre Dankbarkeit gezeigt. Einige bringen sogar Schokolade als kleines Dankeschön mit. Die Impfschiff-Crew nimmt die warmen Worte gerne entgegen und macht mit der Arbeit weiter.

Wie wichtig diese Arbeit ist, betont auch die Politik: «Die Booster-Impfung ist ein weiterer wichtiger Schritt bei der Bekämpfung der Pandemie. Ich rufe alle Personen dazu auf, sich boostern zu lassen, sobald es für sie möglich ist», wird Regierungsrat Guido Graf, Gesundheits- und Sozialdirektor des Kantons Luzern, in einer Mitteilung zitiert. Alle Kantons-Informationen zur Impfung findest du hier.

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16 Kommentare
  1. Traxler, 05.12.2021, 07:16 Uhr

    Super,dass so viele sich die Booster Impfungen gemacht werden.ich verurteile die Menschen nicht,wenn sie keine Impfung wollen,doch dann sollen sie die Nebenwirkungen zu Hause auskurieren und nicht die Betten für dringende Op.belegen.Kommt hinzu,dass wir geimpften(freiwillig)diese auch noch mitfinanzieren müssen.

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    1. Roli Greter, 05.12.2021, 16:02 Uhr

      Die Anzahl Personen, welche wegen Ski- und Snowboardunfällen im Spital landen ist vier Mal höher als die Anzahl Menschen die mit Covid im Spital landen. Wer keinen Wintersport betreibt finanziert freiwillig die verunfallten Wintersportler. Gut, nicht wahr?

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      1. Sereina Willi, 05.12.2021, 19:42 Uhr

        Quelle? Denn das ist totaler Müll, den Sie hier schreiben. Laut Suva gab es im Jahr 2019 total 14’870 Skiunfälle, davon musste nur ein Bruchteil im Spital bleiben, geschätzt 2000-3000. Alleine im ersten Halbjahr 2020 kam es aber zu 2871 Covid-Fällen in stationärer Spitalpflege, davon 488 auf der Intensivstation. Bis Ende Jahr dürften es also doppelt so viele Covid-Fälle in Spitalpflege gegeben haben als Skiunfälle.

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      2. Oliver Brunner, 05.12.2021, 23:32 Uhr

        Und würde man dann noch die Anzahl Spitaltage zählen, wäre das Verhältnis noch einmal viel schlechter für diese «Massnahmenskeptiker» (oder in diesem Fall auch Fake News Erfinder)

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      3. Roli Greter, 06.12.2021, 18:39 Uhr

        Bitteschön, Fakten haben noch nie geschadet 😉
        https://www.srf.ch/news/regional/ostschweiz/unfaelle-auf-skipisten-wie-gefaehrlich-ist-skifahren

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      4. Daniela Übersax, 06.12.2021, 20:18 Uhr

        @Roli Greter: Sie haben aber schon gesehen, dass es sich dabei um Unfälle handelt und nicht um Spitaleinweisungen, wie Sie geschrieben haben? Steht ja auch im Artikel, dass selbst Verstauchungen in dieser Statistik enthalten ist. Da frage ich mich: ein Versehen oder bewusster Versuch der Irreführung Ihrerseits.

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      5. blaues einhorn, 06.12.2021, 21:30 Uhr

        Ich schätze ihr engagement hier sehr herr greter. Sie sind eine wichtige stimme. aber auch sie sollten bei der wahrheit bleiben. bei 4mal mehr spitalaufenthalten durch skifahrer wären unsere spitäler jeden winter überfüllt.

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      6. Remo, 21.12.2021, 22:22 Uhr

        Das Problem sind zurzeit die Impfverweigerer und nicht Wintersportler.

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    2. Fischer, 06.12.2021, 02:16 Uhr

      Genau, bin der gleichen Meinung wie Traxler, stimmt!

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  2. Elisabeth Müller, 04.12.2021, 08:47 Uhr

    Eine Absolute Zumutung so lange Draussen zu Warten bei dem Wetter Unser Herr G,, Graf könnte da wohl mal sehen einen Geeigneten Raum zur Verfügung zu stellen, wo man in der Wärme ist.

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    1. Dlevis, 04.12.2021, 09:33 Uhr

      …und sie zahlen. Es wurde dringend geraten, sich vorher anzumelden, z. B. bei der Allmend.
      Man bekommt ein Zeitfenster, wann man und um welche Zeit sich impfen lassen kann. Dort gibt es keine Wartezeiten.

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    2. Dlevis, 04.12.2021, 09:36 Uhr

      und sie zahlen. Es wurde in den Medien dringend geraten, sich vorher anzumelden, z. B. bei der Allmend.
      Man bekommt ein Zeitfenster, wann man und um welche Zeit sich impfen lassen kann. Dort gibt es keine Wartezeiten… oder man muss halt warten.

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    3. Dlevis, 04.12.2021, 09:38 Uhr

      Es wurde in den Medien dringend geraten, sich vorher anzumelden, z. B. bei der Allmend.
      Man bekommt ein Zeitfenster, wann man und um welche Zeit sich impfen lassen kann. Dort gibt es keine Wartezeiten… oder man muss halt warten… Und Sie zahlen für ein gedeckte Warteschlaufe.

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    4. Hans Lüthi, 04.12.2021, 18:19 Uhr

      … es gibt auch das kantonsspital oder die messe luzern für impfungen, ohne an der kälte anstehen zu müssen, und erst noch mit vorgängiher anmeldung!

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    5. Berseli, 04.12.2021, 18:21 Uhr

      Ehrlich gesagt warte ich lieber draussen, da weniger Ansteckungsgefahr. HEPA filter und ffp2 Masken sind ja noch nicht in der Schweiz angekommen.

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      1. Remo, 21.12.2021, 22:24 Uhr

        FFP2 Masken gibt es seit Jahren zu kaufen. Selber schuld wenn Sie sich keine besorgt haben. Der Staat trägt Ihnen nicht alles hintennach. Selber denken schadet nicht.

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