Droht in Zug Abwanderung von Roche und Siemens?

2 min Lesezeit 06.02.2014, 07:22 Uhr

Die Diskussion in der Schweiz um die Abschaffung der speziellen Steuerregime, mit denen ausländische Erträge vorteilhafter besteuert werden als inländische, und um die sogenannte Unternehmenssteuerreform (UStR) III sorgt für Unsicherheit. Währenddessen locken mehrere EU-Staaten mit attraktiven steuerlichen Angeboten, zum Beispiel sehr niedrigen Gewinnsteuersätzen. Standorte wie Dubai und Singapur buhlen um die vor allem in den Kantonen Zug und Genf angesiedelten Rohwarenhändler.

Noch zeigten die Zahlen des Handelsregisters Zug keine grossen Veränderungen. Das könnte sich in den nächsten Jahren aber ändern. 2013 erhöhte sich die Zahl der Firmen um 85 auf 30 397, im Jahr 2012 konnte noch ein Plus von 181 Gesellschaften verzeichnet werden. Trotz der hitzigen politischen Diskussionen um die Unternehmenssteuerreform komme die derzeit geringe Veränderung nicht überraschend. Erstens seien die neuen Steuerregeln noch nicht beschlossen. Zweitens werde es noch rund acht Jahre dauern, inklusive Übergangsfristen, bis die neue Besteuerung greifen werde. Drittens sei nicht so sehr die Anzahl der Firmen von Belang, als vielmehr das Geschäftsvolumen, das verschoben werde, schreibt die «Neue Zürcher Zeitung» am Donnerstag.

Unbestritten bleibe aber, dass die Abschaffung der steuerlichen Sonderregime für Zug, aber auch für Kantone wie Genf, Waadt oder Basel-Stadt grosse Veränderungen mit sich bringen werde. Schon 1920 hatte Zug, gleichzeitig mit Glarus, die privilegierte Besteuerung von Holdinggesellschaften eingeführt. Auch wenn sich dieses Modell schweizweit durchgesetzt habe, profitiere Zug wohl wie kein anderer Kanton davon. Rund 55 Prozent der Einnahmen aus der Gewinnsteuer und gut 9 Prozent der Gesamterträge von Kanton und Gemeinden stammten in Zug von den Spezialgesellschaften wie Siemens, Roche Diagnostics, Glencore Xstrata und Johnson & Johnson.

Kanton fühlt sich gut gerüstet

Zug drohe damit potenziell grosse Steuerausfälle, so die «NZZ». Wenn die Gesellschaften mit speziellem Steuerstatus ordentlich – also mit höheren Sätzen – besteuert würden, könnten diese abwandern oder die Gewinne transferieren. Bei einer allgemeinen Senkung der Gewinnsteuern zur Hebung der Attraktivität wäre jedoch auch mit erheblichen Mindereinnahmen zu rechnen. In Zug fühle man sich aber gut gerüstet.

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