Abgang in Luzerner Gefängnissen wirft Fragen auf
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Thomas Kneidl kündigte seinen Job als Leiter der Justizvollzugsanstalt Wauwilermoos. (Bild: zvg)

Kanton wiegelt ab Abgang in Luzerner Gefängnissen wirft Fragen auf

2 min Lesezeit 13.11.2020, 07:30 Uhr

Bereits der dritte Abgang eines Luzerner Gefängnisdirektors innert kurzer Zeit lässt aufhorchen. Nun nehmen Regierungsrat und Dienststellenleiter Stellung dazu.

Nach der Kündigung von Thomas Kneidl, Chef der Justizvollzugsanstalt (JVA) Wauwilermoos, blickt der Kanton Luzern in den vergangenen drei Jahren auf drei Abgänge von Gefängnisdirektoren zurück (zentralplus berichtete). Nebst der neusten Kündigung trat Kneidls Vorgänger Felix Föhn nach sechs Jahren zurück. Und auch Hanspeter Zihlmann, ehemaliger Leiter der JVA Grosshof in Kriens, hat seine Stelle «aufgrund unterschiedlicher Auffassungen» bezüglich der Führung abrupt an den Nagel gehängt.

Kündigung kam überraschend

Die Kündigung von Kneidl sei aus «persönlichen Gründen» erfolgt – und sie wirft Fragen auf. Doch gemäss dem Sicherheitsdirektor Paul Winiker soll es sich um einen Zufall handeln, dass es in letzter Zeit nicht selten zu Direktorenwechseln kam. Dies sagte er gegenüber der «LZ». Winiker ergänzt: «Fachlich wie auch menschlich waren wir sehr zufrieden mit ihm.»

Auch der Leiter der Dienststelle Militär, Zivilschutz und Justizvollzug Stefan Weiss macht klar, dass nichts zwischen ihnen gestanden habe. Er ist Kneidls direkter Vorgesetzter. Kneidl habe gar in vieler Hinsicht einen guten Job gemacht, wie es im Bericht der Zeitung heisst. Daher sei die Kündigung «schon etwas überraschend», erklärt Winiker.

Kanton lässt sich bei neuer Stellenbesetzung Zeit

Dass die drei Abgänge in irgendeinem Zusammenhang stehen könnten, streitet Weiss aber klar ab. Und auch wenn Weiss und Winiker keinen Handlungsbedarf sehen – gefallen tun ihnen die vielen Wechsel nicht. Nun übernimmt der Dienstellenleiter vorerst selbst die Leitung der Justizvollzugsanstalt. Um die eigene Belastung etwas zu reduzieren, unterstützen ihn dabei zwei Kadermitarbeiter, sowie der zurzeit amtierende stellvertretende Direktor Martin Helfenstein.

Der Kanton will sich aber Zeit lassen, wenn es um die Neubesetzung der offenen Direktionsstelle geht. Eine nahtlose Übergabe im Januar soll es demnach nicht geben. «Wir werden die entsprechende Person sehr sorgfältig aussuchen», sagt Weiss. Mit einem aufwändigen, mehrstufigen Verfahren werden die neuen Direktoren jeweils zuerst auf Herz und Nieren geprüft.

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