Drei parkierte Autos in Luzern ausgebrannt – wie geht das?
  • Gesellschaft
Anfangs brannte laut einem Leser lediglich ein Auto. Als die Feuerwehr eintraf, waren es bereits drei. (Bild: Luzerner Polizei)

TCS-Experte über Fahrzeugbrände Drei parkierte Autos in Luzern ausgebrannt – wie geht das?

3 min Lesezeit 19.08.2020, 12:00 Uhr

Drei Autos brannten in der Nacht auf Freitag in der Luzerner Villenstrasse aus. Was ist da passiert? Steckt sogar Brandstiftung dahinter? Der Experte sagt: Ein solcher Vorfall kann auch technische Ursachen haben.

Mitten in der Nacht auf Freitag brannten in der Villenstrasse in Luzern drei Autos lichterloh (zentralplus berichtete). Die Hintergründe sind noch unklar, Brandermittler der Polizei gehen der Ursache auf den Grund.

Während sie ihre Arbeit tun, brodelt anderswo bereits die Gerüchteküche. Die Villenstrasse könnte ins Visier linksextremer Gruppierungen geraten sein, spekulieren Leser und Social-Media-Nutzerinnen. Die Brandstelle befindet sich im gleichen Quartier wie die Villen, die mehrmals besetzt worden sind.

Noch ist die Brandursache unklar, weshalb die Polizei Zeugen sucht. Bisher hat sich keine Gruppierung zu einem allfälligen Anschlag bekannt.

Es könnte auch ein technischer Defekt zum Feuer geführt haben. Gerade im Sommer kommt es beispielsweise auf der Autobahn regelmässig zu Autobränden, wie es auch diesen Sommer schon mehrfach geschah, beispielsweise auf der A2 bei der Einfahrt Geissmatt, Luzern (zentralplus berichtete).

Mögliche Ursachen sind undichte Leitungen oder Dichtungen im Kraftstoffsystem, Kurzschlüsse, Marderschäden, nicht sachgerechte Reparaturen, auslaufender Treibstoff oder Öl, heiss gelaufene Lager, nicht geschlossene Öleinfüllstutzen, ungenügende Ladungssicherung oder Folgen von Unfällen, erklärt Erich Schwizer, Experte Mobilitätsberatung beim TCS.

Wie man sich bei einem Autobrand richtig verhält

Je älter ein Fahrzeug, desto anfälliger ist es auf Brände. «Auch deshalb brennen weniger Elektroautos als Benzin- oder Diesel-PW», so Schwizer. Vermeiden lassen sich Brände durch regelmässige Wartung und Prüfung gemäss der Herstellervorgabe. Zudem sollte man auch Rückruf-Aktionen befolgen.

Doch auch wenn man sich an alle Vorgaben hält, lassen sich Fahrzeugbrände nicht immer verhindern. Passiert es während der Fahrt, soll man laut dem TCS Ruhe bewahren, rechts anhalten, Zündung aus- und Warnblinker einschalten. Alle Personen und Tiere sollten anschliessend aus dem Fahrzeug geholt werden. Anschliessend soll man den Verkehr sichern und Feuerwehr sowie Polizei verständigen.

Auslaufender Treibstoff kann andere Autos in Brand setzen

Wer einen Feuerlöscher im Auto hat, kann den Brand auch selber bekämpfen. Eine Pflicht zum Mitführen eines Feuerlöschers gibt es aber für PW-Fahrer nicht, erklärt Schwizer. Wer trotzdem einen beschaffen will, sollte sich einen Zwei-Kilogramm-Feuerlöscher zulegen. Löschstäbe mit Aerosol seien zu schwach.

Bei abgestellten Autos – wie im Fall Luzern – ist nicht immer gleich jemand zur Stelle. Doch Schwizer beruhigt: «Brennende Fahrzeuge explodieren nie, so wie es in Filmen gezeigt wird.» Der TCS habe mit Partnerclubs Brandversuche durchgeführt und herausgefunden, dass das Feuer vom Motorraum bis in die Fahrgastzelle im Normalfall etwa fünf bis zehn Minuten braucht.

Eines der Autos, die in der Villenstrasse brannten: Das Feuer hatte die Fahrgastkabine erreicht. (Bild: Luzerner Polizei)

Doch in Luzern standen ja gleich drei Fahrzeuge in Flammen. Geht das überhaupt in so kurzer Zeit? Immerhin erhielt die Polizei die Meldung zu einem brennenden Fahrzeug – als die Feuerwehr eintraf, waren bereits drei Autos betroffen. Es ist möglich, sagt Schwizer: «Häufig ist es auslaufender Treibstoff, der am Boden brennend unter benachbarte Autos fliesst und diese entzündet. Auch Hitze und Flammen können ein daneben stehendes Auto beschädigen, aber es dauert länger, bis es sich entzündet.»

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