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Drei Niederlagen in vier Spielen: Was das für die Zuger Titelträume heisst
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Die bislang überwiegend gute Saison der Zuger gibt Powerflügel Reto Suri Vertrauen für das Lösen der bevorstehenden Aufgaben in den Playoffs. (Bild: EVZ/Fabrizio Vignali)

EVZ: Reto Suri zur sinkenden Formkurve Drei Niederlagen in vier Spielen: Was das für die Zuger Titelträume heisst

4 min Lesezeit 1 Kommentar 28.02.2019, 15:56 Uhr

Den Qualifikationssieg muss der EV Zug nach dem 1:5 in Biel wohl dem SC Bern überlassen. Die dritte Niederlage in den letzten vier Spielen nährt eine schlimme Befürchtung: Platzen mit der aktuellen Baisse die Zuger Titelträume wieder in der ersten Playoff-Runde?

Reto Suri ist der Vorkämpfer und einer der Leistungsträger im EVZ. Nach dem Heimsieg über den Leader SCB am Samstag (4:2) hat er sich gedacht, dass «wir wieder zurück in der Spur sind». Doch der Powerflügel sollte sich irren.

Der Zuger Auftritt in Biel gemahnte in seiner Art an die vorangegangenen Niederlagen gegen Ambri (3:6) und Lausanne (2:5): Er war fehlerhaft und uninspiriert. Und könnte so ausgelegt werden, als ob die Spieler den Worten von EVZ-Sportchef Reto Kläy unbedingt Folge leisten wollten. Gegenüber zentralplus sagte er, dass der Qualifikationssieg egal sei.

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Selbstverständlich war das kein Aufruf zur Nonchalance. Vielmehr wollte Kläy das Team von Trainer Dan Tangnes dazu ermutigen, sich auf die eigene Leistung zu fokussieren – und nicht auf eine Rangierung und schon gar nicht auf einen möglichen Viertelfinalgegner im Playoff (Start am 9. März). «Unsere Leistung in Biel war wieder ein Rückschritt», urteilt Suri und verspricht: «Am Freitag werden wir in Lugano reagieren.»

Auch im drittletzten Spiel der Qualifikation werden die Zuger auf eine Mannschaft treffen, die auf jeden Punkt im Kampf um die Playoff-Teilnahme angewiesen ist. Am Samstag werden mit Ambri und am Montag mit Fribourg zwei «Strichklubs» in der Bossard-Arena zu Gast sein.

Der Blick zurück lässt keine Aussage zu 

Was heisst das Straucheln der lange so souverän agierenden Zuger im Endspurt der Qualifikation für die nahenden Playoffs? Weil der EVZ in den letzten vier Jahren dreimal als das in der Qualifikation besser klassierte Team in den Viertelfinals scheiterte, sitzt ein Teil der Zuger Anhänger wie auf Nadeln. Denn einzig und allein das Abschneiden in den Playoffs entscheidet darüber, was von der Leistung einer Mannschaft in der Saison zu halten ist. Und mit Tangnes, der in seinem ersten Jahr als Trainer der Zuger bislang zu überzeugen wusste, hat einer das Kommando an der Bande, der noch nie eine Serie in der entscheidenden Phase der Meisterschaft gewinnen konnte.

«Manchmal braucht es im Leistungssport einen Schlag ins Gesicht.»

Reto Suri, Stürmer des EV Zug

Der Blick zurück macht klar: Aus der Anzahl Siege, die der EVZ in den letzten Spielen einer Qualifikation erreicht, lässt sich keine schlüssige Aussage über die Form und Leistungsbereitschaft für die Playoffs ziehen. Die Ausnahme in den letzten vier enttäuschenden Jahren unter dem damaligen Coach Harold Kreis bildete die Saison 2016/17.

Da schafften die Zuger erstmals seit dem bislang einzigen Titelgewinn 1997/98 den Vorstoss bis in den Playoff-Final (2:4 nach Siegen gegen den SC Bern). Und wie sah damals ihr Endspurt in der Qualifikation aus? Aus den letzten sieben Spielen, die zentralplus als Vergleich mit der aktuellen Kampagne heranzieht, schauten lediglich zwei Siege heraus.

Suri verlässt sich nicht auf das, was war

Also kein Grund zu Alarmismus. Obwohl: 2015/16 mündeten zwei Siege aus den letzten sieben Spielen in eine 0:4-Ohrfeige im Playoff-Viertelfinal gegen Lugano.

Aber in der letzten Saison halfen fünf Siege im Endspurt nicht über die erste Playoff-Runde (1:4 gegen die ZSC Lions) hinaus. Genauso 2014/15, als vier Quali-Siegen ein Aus in den Viertelfinals gegen Davos (2:4-Siege) folgte.

Reto Suri, seit 2012 im EVZ, kümmert nicht, was war. «Es wäre viel zu einfach, sich bloss auf die Vergangenheit zu verlassen und zu denken, dass es schon gut kommt», sagt er. «Für uns geht es darum, dass wir wieder so auftreten, wie wir das gut 40 Runden lang getan haben: aggressiv und druckvoll mit allen fünf Spielern auf dem Eis und mit cleveren Entscheidungen im Umgang mit dem Puck.»

Ein Schlag ins Gesicht und ein Mutmacher

Mit einem ausführlichen Videostudium hat das Zuger Trainerteam am Tag nach dem Rückschritt in Biel versucht, den Spielern den fehlerhaften Auftritt vor Augen zu führen. «Es tat uns gut, eine schonungslose Aussensicht zu bekommen. Darum hat uns eingeleuchtet, was wir falsch gemacht haben», ist sich Suri sicher.

«Unsere über lange Zeit guten Leistungen verleihen mir
Vertrauen für den weiteren Verlauf der Meisterschaft.»

Reto Suri, Stürmer des EV Zug

Der Stürmer weiss nur zu gut, dass keine Mannschaft eine Qualifikation mit 50 Spielen auf konstant gutem Niveau durchziehen kann. «Irgendwann», sagt er darum, «gerät jedes Team in eine Baisse.» Darum ist es selbstredend besser, wenn das Tief vor und nicht während der Playoffs eintritt. Suri macht sich keine Sorgen, dass der EVZ nicht wieder aufsteht: «Manchmal braucht es im Leistungssport einen Schlag ins Gesicht. Doch unsere über lange Zeit guten Leistungen verleihen mir Vertrauen für den weiteren Verlauf der Meisterschaft.»

Für den EV Zug und sein Umfeld gibt es einen weiteren Mutmacher. Unter den 40 Spielern in der National League, die am meisten Eiszeit pro Spiel erhalten, tauchen mit Santeri Alatalo (Platz 6 mit 21:45), Raphael Diaz (Platz 10 mit 20:58) und Dominik Schlumpf (Platz 30 mit 19:49) nur drei Zuger auf. Das lässt auf eine eher geringe Wahrscheinlichkeit schliessen, dass der EVZ in den Playoffs mit leeren Energietanks liegenbleiben wird. In der Zeit vor Tangnes wurden die Zuger Leistungsträger hingegen schon vor Playoff-Beginn wie eine Zitrone ausgequetscht.

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1 Kommentare
  1. René Schmid-Bill, 01.03.2019, 14:12 Uhr

    Der EVZ ist sowieso nur ein “Schönwetter” Hockey Verein. Immer wenn es hart wird und zählt muss nur einer Buh machen und sie fallen um. Sehe hier keine Titelanwärter!
    SCB OOOOOllllllleeeeee!!!

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