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Drei M’s für den künftigen Campus Horw
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Vom Campus Horw begeistert: Ruedi Burkard, Gaudenz Zemp, Reto Wyss, Markus Hodel und Hans-Rudolf Schärer. (Bild: uus)

Match, MINT und Meilenstein Drei M’s für den künftigen Campus Horw

4 min Lesezeit 14.10.2019, 16:45 Uhr

Der Campus Horw will «mehr als ein Meilenstein» sein für den Bildungs- und Wirtschaftskanton Luzern. Das 365-Millionen-Projekt soll mit modernen Ansprüchen «matchen». Und schliesslich den «MINT»-Fächern zu mehr Popularität verhelfen. Die Medienkonferenz zum Campus Horw hatte allerhand Schlagworte zu bieten.

An der Medienkonferenz am Montag zeigten sich die Verantwortlichen aus Politik, Bildung und Wirtschaft schwer überzeugt, dass der Campus Horw Bau-, Platz- und Entwicklungsprobleme in verschiedenen Bereichen auf einen Schlag lösen kann (zentralplus berichtete). Sie verliehen ihrer Begeisterung auch mit verschiedenen Ausdrücken Nachdruck. Eine Auswahl von drei Begriffen:

M wie Match

Es ist vielleicht das Überraschendste der drei M’s: «Gematched» wird nicht nur bei Kleidern und der Kontaktbörse Tinder, sondern auch im Hochschulbereich. HSLU-Rektor Markus Hodel verwendete den Begriff, der so viel wie «passt» bedeutet, gleich mehrfach. «Die bestehende Infrastruktur matched nicht mehr», hielt er, erstens, fest. Und er meinte damit, dass der ursprüngliche Campus damals für rund 500 Studierende gebaut wurde – heute sind es so viele Mitarbeiter und fast 2000 Studierende. Es sei deshalb Zeit für eine Infrastruktur, die «matched».

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Nicht nur platzt die Schule aus allen Nähten, sie hat, zweitens, auch kaum mehr repräsentativen Charakter. Dass sei, wenn man im Bereich der Architektur vorne mitspielen wolle, ein «Mismatch», so Hodel. Denn: «Die Infrastruktur soll auch unsere Kompetenzen in Technik und Architektur widerspiegeln und unterstützen.» Sprich: Die Klötze von 1977 entsprechen heute schlicht nicht mehr dem Stand der Dinge, was eine moderne Hochschularchitektur leisten könnte. Und da man sich im interkantonalen Wettbewerb befinde, spiele das eine wesentliche Rolle – gegen aussen, aber auch für das Wohlbefinden künftiger Studierender und Mitarbeiter.

«Der Fachkräftemangel im technischen Bereich ist ausser im Bündnerland nirgends so ausgeprägt wie in Luzern.»

Gaudenz Zemp, Direktor Gewerbeverband Luzern

Schliesslich bezieht sich der Match, drittens, auch auf den Mix der pädagogischen Hochschule und den Bereich Technik und Architektur. «Das passt», da sind sich unter anderem Markus Hodel, PH-Rektor Hans-Rudolf Schärer und auch Gewerbeverbandsdirektor Gaudenz Zemp unisono einig. Womit wir beim nächsten M angelangt wären.

Zweckmässig, aber nicht mehr auf dem Stand der Dinge: Die Architektur der Hochschule in Horw. (Bild: uus)

M wie MINT

Gaudenz Zemp, Direktor des Gewerbeverbandes Luzern, der an der Medienkonferenz in Horw für alle Wirtschaftsverbände sprach, betonte, dass es auch aus wirtschaftlicher Sicht Sinn mache, im 365-Millionenprojekt die pädagogische Hochschule mit ihren bisher elf Standorten und die technisch-architektonische Richtung in Horw zusammenzuziehen.

«Der Fachkräftemangel im technischen Bereich ist ausser im Bündnerland nirgends so ausgeprägt wie in Luzern», führte der FDP-Politiker aus. Die Hoffnung: Durch die Nähe zur Schule, an der die MINT-Fächer unterrichtet werden, kann auch das Interesse der werdenden Lehrpersonen dafür geweckt werden – die im besten Fall dieses Interesse, vielleicht in Form eines spannenden Experiments, wieder an die Schüler weitergeben.

«Der Campus Horw ist mehr als ein Meilenstein für den Bildungs- und Wirtschaftskanton Luzern.»

Reto Wyss, CVP-Finanzdirektor

MINT-Fächer ist eine zusammenfassende Bezeichnung von Unterrichts- und Studienfächern beziehungsweise Berufen aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik – wie sie an der HSLU unter anderem auch in Horw gelehrt werden. Das Informatikzentrum befindet sich in Rotkreuz. Nicht nur die Wirtschaft hofft, dass durch den «Match» von MINT, Pädagogik und einer zeitgemässen Architektur wieder mehr Begeisterung für technische Berufe ausgelöst werden kann.

Checkt die Hydraulik: Finanzdirektor Reto Wyss (rechts) besuchte einst selbst das «Tech» in Horw.

M wie mehr als ein Meilenstein

Durch den Zusammenzug der beiden Hochschulen entsteht ein Campus für rund 4000 Studierende, der auch für ein «moderates Wachstum» vorbereitet sein wird, wie Finanzdirektor Reto Wyss (CVP) versprach. Die Dimension des Vorhabens, das am Montag in die Vernehmlassung ging, versuchte der Regierungsrat wie folgt hervorzuheben: Der künftige Campus Horw sei eben «mehr als nur ein Meilenstein» für die Wirtschafts- und Bildungslandschaft im Kanton.

Was er damit gemeint haben könnte: Ein Meilenstein war die Konferenz gestern, weil mit ihr ein Grossprojekt in der Bildungslandschaft in die Vernehmlassung ging. Mehr war es, vermutlich, weil die Erneuerung und Erweiterung des Campus Horw die ganze Hochschullandschaft der Zentralschweiz betrifft. Nicht nur wird der Fachhochschulbereich Technik und Architektur mit neuer Infrastruktur versehen und der PH eine neue Heimat gegeben. Durch den Wegzug der PH aus den Gebäuden der Universität erhält auch diese wieder mehr Platz für die weitere Entwicklung.

Es ist aber auch deshalb ein sehr wichtiges Projekt, weil man, wie Finanzdirektor Wyss eingestand, zuvor zwei bildungspolitische Chancen ungenutzt liess: In Rotkreuz schnappte sich der Kanton Zug das Informatikdepartement und gründete gleichzeitig den Innovationspark. Das war laut Wyss möglich, weil die Zuger durch private Investoren der Zug Estates (zentralplus berichtete) agiler waren. «Der Markt beachtet die politischen Abläufe nicht», stellt Wyss fest. Durch die Gründung einer kantonseigenen Aktiengesellschaft soll der Kanton Luzern auch zukünftig schneller und flexibler sein, wenn es um die Finanzierung von Bildungsprojekten geht. Das wäre dann der Grundstein für weitere Meilensteine. Oder so ähnlich.

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