Drei Kostproben zum Stadttunnelprojekt

2 min Lesezeit 2 Kommentare 25.05.2015, 16:47 Uhr

Philipp C. Brunner, Kantonsrat SVP Zug, erläutert in seinem Leserbrief seine Haltung zum «Stadttunnel».

Da behauptet CVP Kantonsrat Schmid im SRF Regionaljournal Zentralschweiz kürzlich, der Preis für den Stadttunnel sei im Verhältnis zum kantonalen Budget von CHF 1,2 Mia. zu hoch. Fakt ist, dass das kantonale Budget CHF 1,5 Mia. beträgt. Da sieht man wie unseriös Schmid mit Zahlen jongliert. Dies die erste Kostprobe.

Die zweite Kostprobe von CVP Kantonsrat Martin Pfister, der notabene noch Zuger Regierungsrat werden will, ist noch kläglicher: In derselben Sendung posaunte er aus, dass nur wegen dem Stadttunnel die kantonalen Finanzen ins Schleudern geraten. Offenbar hat er sämtliche Kantonsratssitzungen verschlafen und seine Akten nicht gelesen. Fakt ist, dass der Mittelabfluss bis 2022 nach heutiger Betrachtungsweise und ohne Sparprogramm so oder anders eine Herausforderung darstellt. Die ersten Steuerfranken für den Stadttunnel werden hingegen erst 2024 zu zahlen sein. Von den Projektkosten von CHF 890 Mio. sind aber nur gerade CHF 235 Mio. staatsrechnungsrelevant, mit anderen Worten: Pfister erzählt Humbug. – Hoffentlich, sollte er jemals Regierungsrat werden, erzählt er dannzumal den Bürgern nicht solche Verdrehungen.

Den Vogel, und somit die dritte Kostprobe, schiesst der dritte Baarer Kantonsrat Lustenberger ab. Er hat in derselben Sendung verlauten lassen, das ZentrumPlus und die flankierenden Massnahmen seien ein Wunschkonzert und es sei alles anderes als sicher, dass diese umgesetzt würden. Das Volk stimme ja nur über den Objektkredit ab. Lustenberger hat einmal mehr keine Ahnung vom politischen Prozess, oder hat er auch geschlafen? Fakt ist, dass das generelle Projekt mit sämtlichen flankierenden Massnahmen durch den Kantonsrat schon längst beschlossen wurde und eine conditio sine quo non für das Auflage– und Bewilligungsverfahren darstellt. Von einem Wunschkonzert kann somit überhaupt nicht die Rede sein.

Geschätzte Leser und Leserinnen, diese Kostproben zeigen, wie die Gegnerschaft schlechte Politik macht. Machen Sie sich jetzt ihr eigenes Bild, wer wie mit der Wahrheit umgeht!

Philip C. Brunner
Kantonsrat
Stadt Zug

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2 Kommentare
  1. Martin Stuber, 26.05.2015, 16:06 Uhr

    Arrghhh…. natürlich muss es in meinem Kommentar heissen:

    … dass er beim grössten Projekt, das der Kantonsrat je behandelt hat, die Vorlage resp. das Abstimmungsbüchlein (!) NICHT richtig gelesen hat.

    Falls Martin Pfister es aber doch gelesen hat, wäre seine Aussage im Radio ja noch schlimmer.

    Beide Varianten sind eines Polithalbprofis unwürdig.

    Martin Stuber, Alt Kantonsrat, Zug

  2. Martin Stuber, 26.05.2015, 07:54 Uhr

    Martin Pfister, seines Zeichens immerhin Parteipräsident der CVP, langjähriger Kantonsrat und (vorläufig noch) Regierungsrat in spe beweist mit seiner Aussage, dass er beim grössten Projekt, das der Kantonsrat je behandelt hat, die Vorlage resp. das Abstimmungsbüchlein (!) richtig gelesen hat.
    Ich habe die Sendung nochmals gehört und tatsächlich sagt er, wegen des Stadttunnels würden die Reserven des Kantons Zug „praktisch komplett aufgebraucht“.
    Wir haben derzeit ein Eigenkapital von über 1’100 Millionen Franken.
    Die Statskasse wird vom Stadttunnel mit 235 Millionen Franken belastet.
    Rechne.
    Martin Stuber, Alt Kantonsrat, Zug

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