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Grandioses Fussballfest in der Swissporarena
Drei frühere FCL-Spieler hieven Murat Yakin auf den Thron

  • Lesezeit: 3 min
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Sein gutes Gefühl vor dem Spiel sollte ihn nicht täuschen: Jetzt fliegen Nati-Trainer Murat Yakin die Herzen der Schweizer Fussball-Fans zu.
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Sein gutes Gefühl vor dem Spiel sollte ihn nicht täuschen: Jetzt fliegen Nati-Trainer Murat Yakin die Herzen der Schweizer Fussball-Fans zu. (Bild: Daniela Frutiger/freshfocus)

Die 2011 neu eröffnete Swissporarena bot ihm die erste grosse Bühne im Trainer-Business. Aber seine Zusammenarbeit mit dem FC Luzern endete nach gut einem Jahr. Seit Montagabend und der direkten WM-Qualifikation der Schweizer Nati in Luzern ist Murat Yakin (46) in eine neue Dimension aufgestiegen. Eine Versöhnung.

Am Ende stand auch er strahlend auf dem Rasen der Swissporarena. Und liess sich im Kreise seiner Spieler von den begeisterten und glückseligen Landsleuten auf den Rängen feiern. Murat Yakin, seit August Nachfolger von Vladimir Petkovic, hat die Schweiz mit einem 4:0 über Bulgarien auf direktem Weg an die WM 2022 in den Wüstenstaat Katar geführt (zentralplus berichtete); wahrscheinlich der Höhepunkt seiner bisherigen Trainerkarriere.

In seinem erst sechsten Spiel als Schweizer Teamverantwortlicher fuhr Murat Yakin den dritten Sieg bei drei weiteren Unentschieden ein (Torverhältnis von 11:1). Damit hat er Europameister Italien im Schlussspurt um die WM-Qualifikation abgefangen.

Ein Husarenstück, das dem neuen «Fussball-Sultan der Schweiz» nicht hoch genug anzurechnen ist. Mit diesem vor wenigen Monaten kaum für möglich gehaltenen Erfolg hat sich sein Vertrag mit der Schweizer Nati bis zur Euro 2024 verlängert.

Seinen Ruf als Betonmischer zementiert

Die Swissporarena in Luzern als Austragungsort für Auftritte der Schweizer Auswahl passte seit jeher. Acht Siege in neun Spielen sind es seit gut zehn Jahren (zentralplus berichtete). Aber Luzern und Murat Yakin – das taugte bis zum Montagabend nicht mal als «One-Hit-Wonder».

Nachdem der frühere Nati-Trainer Rolf Fringer den FCL zum inoffiziellen Wintermeister 2010 gemacht hatte und gegen Ende der Rückrunde gefeuert worden war, übernahm der von Thun gekommene Murat Yakin auf die Saison 2011/12 den FC Luzern. Mit der Eröffnung des neuen Stadions herrschte auf der Luzerner Allmend Aufbruchstimmung. Und der damalige FCL-Präsident Walter Stierli sonnte sich gerne im Ruhm von Schweizer Fussball-Titanen.

Aber schon im August 2012 endete das Arbeitsverhältnis zwischen dem FCL und Murat Yakin in einem Missverständnis. Der gut aussehende und charismatische Trainer hatte in der Zwischenzeit seinen Bruder und Luzerner Publikumsliebling Hakan Yakin nach Bellinzona abwandern lassen und sich den ihm bis heute anhängenden Ruf eines «Betonmischers» erarbeitet. In die Luzerner Zeit fiel sein Bonmot, dass die Sturmspitze sein erster Verteidiger sei.

Eine Karriere mit Brüchen

Mit dem FC Basel holte Murat Yakin 2013 und 2014 den Meistertitel und stand im Halbfinal der Europa League. Tolle Erfolge. Trotz dem darauf folgenden Transfer zu Spartak Moskau konnte er nur wenige von seiner Vorstellung von Fussball begeistern.

Es folgte eine Trainer-Karriere mit einigen Brüchen. Sie fand ihre Fortsetzung nach einer überschaubaren Phase bei den Grasshoppers in den Niederungen der Zweitklassigkeit – beim Challenge-Ligisten Schaffhausen.

Aber seit diesem Sommer ist der 47-jährige Basler überraschenderweise zurück im Scheinwerferlicht des internationalen Fussballs. Und Murat Yakin hat seine Chance im Stile eines coolen Strategen genutzt.

Er scheint eine Mannschaft, die an der EM zum ersten Mal überhaupt in einem Viertelfinal stand, noch stärker und zielstrebiger gemacht zu haben. Dazu gehört, dass Murat Yakin, seit er in Amt und Würden ist, noch nie über Absenzen gejammert hat. In Luzern fehlten Yakin sieben Nati-Stammspieler.

Der «Geist von Luzern»

Diesen personellen Umständen geschuldet, wurde der Flug von Murat Yakin in bislang ungeahnte Höhen seines Schaffens wohl überhaupt erst möglich: Das 2:0 gegen Bulgarien machte Offensivrakete Ruben Vargas (beim FCL von 2017 bis 2019), das 3:0 Cédric Itten (2016/17) und das 4:0 Remo Freuler (2014 bis 2016).

Spätestens an diesem grauen Montag, gut zehn Jahre nach der Stadioneröffnung, hat sich Luzern mit seinem früheren Trainer Murat Yakin versöhnt. Mit einem unvergesslichen Fussballfest.

Was dieser «Geist von Luzern» in Murat Yakin und den Schweizern bewegen kann, wird sich erst weisen müssen. Die aufstrebende Mannschaft und der mit einem kantigen Profil und grossem Ego ausgestattete Trainer stehen am Anfang einer spannenden Zusammenarbeit.

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7 Kommentare
  1. René Baumann, 16.11.2021, 12:29 Uhr

    Die Bezeichnung «nicht einmal als One-Hit-Wonder» ist das schon sehr negativ für die Zeit von Murat Yakin in Luzern. Er schaffte immerhin die zweitbeste Saison der Vereinsgeschichte mit Rang 2 und dem Erreichen des Cupfinals. Es gibt kein anderer Trainer ausser Friedel Rausch, der Ähnliches geschafft hat. Nur haben das nicht alle gemerkt in Luzern…

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    1. Redaktion Andreas Ineichen, 16.11.2021, 13:55 Uhr

      Fabio Celestini hat den Cup in diesem Mai sogar gewonnen. Und man kann es drehen und wenden, wie man will: Luzern und Murat Yakin schrieben keine Erfolgsgeschichte, sonst wäre sie nach 14 Monaten nicht vorzeitig zu Ende gegangen.

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      1. Michel von der Schwand, 16.11.2021, 14:44 Uhr

        Sieht man den Cup in der richtigen Relation, dann kann man Herr Baumann durchaus recht geben. Basel scheidet katastrophal gegen Winterthur mit 6:2 aus und YB geht gegen St. Gallen 4:1 unter. Der FCZ geht ebenfalls gegen einen Unterklassigen früh raus und Sion geht gegen Aarau aus dem Wettbewerb. Der Cup lief für einen Verein wie den FCL und täuscht über die wahre Qualität des Kader halt schon ein wenig. Die Zusammenarbeit mit Murat Yakin ging auch wegen anderen Gründen auseinander. So pfeiffen es immer noch gewisse Spatzen von den Dächern. Und wie uns die Geschichte lehrt steigt Luzern nach dem Cupsieg in der Regel ab.

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      2. Redaktion Andreas Ineichen, 16.11.2021, 17:19 Uhr

        Es ist nicht dem FC Luzern anzulasten, dass sich höher dotierte Vereine frühzeitig aus dem Cup-Wettbewerb verabschiedet haben. Stattdessen haben die Luzerner ihre Chance genutzt. Ihre Argumentation frönt deshalb der Ehrbeschneidung. Die Gründe, die zur Auflösung der damaligen Zusammenarbeit mit Murat Yakin geführt haben, sind mir bekannt. Aber das 4:0 gegen Bulgarien und die direkte WM-Qualifikation waren meines Erachtens nicht der passende Anlass, um alte Geschichten aufzuwärmen. Mich hat die FCL-Geschichte gelehrt, dass der Klub den Cup gewinnt nach einer feststehenden Relegation. So war es 1992.

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  2. Zico, 16.11.2021, 09:26 Uhr

    @ Mac Schauen sie mal weiter unten, Artikel Finanzdebakel. Wären die Nullen nicht, wäre der FCL pleite! In Luzern gibt es zu viele » Experten» die den Club so nicht weiter bringen. Die Spieler die da aufgezählt werden sind nach kurzer Zeit vom FCL wieder weg, ausser Ruben Vargas. Muri wollte zurück zum Super FCB. Bei Remo Freuler war die Meinung, der Schaft es sowieso nicht. Beim FCL setzt man aufs falsche Personal, oder welcher Spieler hat es beim FCL spielend in die Nati geschaft?
    Und Muri hat nicht hinten Betoniert, sie haben 4 Tore geschossen. Er setzt auf die richtigen Spieler, die in form sind, das ist entscheidend. Und sie hatten auch Glück, wäre der Penalty in Rom drin, gäbe es ganz andere Schlagzeilen. Super Spiel tolle Nati, ich freue mich auf die WM!

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    1. Michel von der Schwand, 16.11.2021, 09:44 Uhr

      Richtig.

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  3. Mac Tanner, 16.11.2021, 07:46 Uhr

    Ich sage es seit jeher…… Murat Yakin war der Beste FCL-Trainer seit Friedel Rausch und Bertalan Bicskei. Fussball, insbesondere in Luzern, muss nicht spektakulär sein, sondern erfolgreich! Alle grossen Fussballwunder wurden aus der Abwehr entschieden. Das ist nicht erst seit Griechenland und Otto Rehhagel so. Nur kapieren das die Nullen mit dem Geldsack von Luzern nicht.

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