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Dominik Schlumpf: «Für mich geht ein Kindheitstraum in Erfüllung»
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Schlumpf nach dem WM-Viertelfinale 2017 gegen Schweden: Ein nicht gegebener Treffer des Verteidigers sorgte für Diskussionen, die Schweiz schied aus. (Bild: Screenshot SRF)

EVZ-Verteidiger freut sich auf die Olympiade Dominik Schlumpf: «Für mich geht ein Kindheitstraum in Erfüllung»

5 min Lesezeit 26.01.2018, 16:28 Uhr

Drei EVZ-Cracks spielen an den Olympischen Winterspielen für die Schweiz, darunter auch Dominik Schlumpf. Die Vorfreude ist beim Verteidiger greifbar. Schlumpf verrät, mit wem er in Südkorea das Zimmer teilen möchte – und wo die Schwierigkeiten liegen, sollte er mit der Schweiz auf seine ausländischen Teamkollegen treffen.

Wir erwischen Olympia-Teilnehmer Schlumpf gleich nach dem vormittäglichen Training am Donnerstag. Am Wochenende stehen die Duelle gegen Kloten und Genf an, bevor es dann in Richtung Olympische Spiele geht. Klar liegt der Fokus zunächst auf den Ligaspielen, doch merkt man dem 26-Jährigen an, dass er das Turnier kaum erwarten kann. Auch, weil Schlumpf bereits kürzlich beim Spengler-Cup im Schweizer Team mitwirkte – und von der Leistung und somit den Möglichkeiten überzeugt ist.

zentralplus: Gratulation zum Aufgebot – was bedeutet es für Sie?

Dominik Schlumpf: Es ist ein Kindheitstraum für mich, dementsprechend freue ich mich riesig. Darüber, dass ich Teil des Teams Schweiz sein und das Land so ehren kann.

zentralplus: Haben Sie der Bekanntgabe entgegengefiebert oder gab es gar schlaflose Nächte?

Schlumpf: Schlaflose Nächte nicht, nein. Ich habe gar nicht allzu weit nach vorne geschaut. Natürlich war ich überglücklich, dass es am Spengler Cup dem Team und auch mir persönlich gut gelaufen ist. Ich war sehr positiv gestimmt und habe gehofft, dass ich es schaffe. Sicher kann man sich aber nie sein.

«Das Zimmer werde ich sehr wahrscheinlich mit Reto Schäppi vom ZSC teilen.»

zentralplus: Wo waren Sie, als Sie von der Nominierung erfahren haben?

Schlumpf: Ich war in Zürich in der WG meines Bruders. Als dann das Telefon geklingelt hat, bin ich kurz ins Nebenzimmer gegangen.

zentralplus: Was war Ihre erste Reaktion auf die Nomination?

Schlumpf: Ich habe mich erst mal still im Zimmer für mich gefreut, als mir mitgeteilt wurde, dass ich dabei bin. Und war auch erleichtert.

Auf Facebook präsentierte Swiss Ice Hockey die Aufgebote für die Olympischen Winterspiele:


zentralplus: Im Raum stand auch ein Aufgebot für Ihre Teamkollegen Lino Martschini und Reto Suri. Waren Sie überrascht, dass sie den Cut nicht überstanden haben?

Sechs EVZ-Profis reisen nach Pyeongchang

Neben Dominik Schlumpf werden auch Verteidiger-Kollege Raphael Diaz und Goalie Tobias Stephan mit der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft an die Olympischen Winterspiele reisen.

Nochmals so viele Ausländer beim EVZ sind für ihre jeweiligen Nationalmannschaften nominiert: Garrett Roe steht für die USA, Carl Klingberg und Viktor Stalberg für Schweden im Aufgebot.

Schlumpf: Ich habe ihnen natürlich die Daumen gedrückt. Solche Entscheidungen zu treffen, ist, denke ich, aber nie einfach. Dass Martschini und Suri nicht dabei sind, ist natürlich schade, da sie auch hart gearbeitet haben und es bestimmt ein grosses Ziel für sie war.

zentralplus: Bestimmt habt ihr euch auch untereinander unterhalten – war Ihren Mitspielern die Enttäuschung anzumerken?

Schlumpf: Wir haben schon darüber geredet, aber mehr, wer auch einen Anruf bekommen hat und wer nicht. Ob sie damit gerechnet haben oder aber nun schwer enttäuscht waren, kann ich nicht gut sagen.

zentralplus: Sie konnten gestern in Zürich die Kleidung für Anreise und Off-Ice-Termine fassen. Wurde das Ganze nun etwas realer?

Schlumpf: Klar, man ist dem Ganzen wieder einen Schritt näher gerückt, hat beim Einkleiden auch alle anderen gesehen. Es war ein cooler Event, umso mehr freue ich mich jetzt darauf, endlich rüberzufliegen und loszulegen.

An der Eishockey-WM 2017 befragten sich Dominik Schlumpf und Teamkollege Raphael Diaz zu kleinen Geheimnissen:

zentralplus: Mit anderen Worten: Sie sind fit, in Form und können es kaum erwarten?

Schlumpf: Ja, ich fühle mich gut, habe ein gutes Selbstvertrauen. Und ja, ich freue mich riesig. Natürlich liegt der Fokus noch auf den kommenden Ligaspielen, aber die Vorfreude ist da.

zentralplus: Gibt es einen Spieler, mit dem Sie in Südkorea unbedingt das Hotelzimmer teilen wollen?

Schlumpf: Ja, mit Reto Schäppi vom ZSC. Wir kennen uns von Klein auf und haben in Wallisellen zusammen mit Eishockey begonnen. Immer, wenn wir zusammen Turniere bestreiten, suchen wir schnell den Kontakt und beziehen auch meistens zusammen ein Zimmer.

zentralplus: Falls es nicht klappt – gibt es jemanden, mit dem Sie es auf keinen Fall teilen würden? Der zum Beispiel zu laut schnarcht?

Schlumpf: (lacht) Nein, gibt es nicht.

Das umstrittene Nicht-Tor von Schlumpf gegen Schweden an der WM 2017:


zentralplus: Auf welche Athleten aus den anderen Sportarten freuen Sie sich besonders?

Schlumpf: Ich kenne aus der Sport-RS einige Skifahrer und Skifahrerinnen, die ich im Sommer auch in Magglingen sehe. Aber ich freue mich generell darauf, die anderen Sportler im Olympiadorf kennenzulernen, und fände es toll, wenn ich auch den einen oder anderen Wettkampf verfolgen könnte.

zentralplus: Was für persönliche Erinnerungen haben Sie an Olympia?

Schlumpf: Am meisten in Erinnerung geblieben ist mir die erste Doppelgoldmedaille von Simon Ammann.

zentralplus: Was macht für Sie die Faszination der Spiele aus?

Schlumpf: Menschen aus so vielen verschiedenen Ländern, die zusammenkommen und für ihr Land kämpfen. Der ganze Event an sich ist faszinierend.

Dominik Schlumpf in Action im EVZ-Dress: «Läuft es an den olympischen Spielen gut, können wir den Schwung auch in Saison und Playoffs mitnehmen.»

Dominik Schlumpf in Action im EVZ-Dress: «Läuft es an den Olympischen Spielen gut, können wir den Schwung auch in die Saison und Playoffs mitnehmen.»

(Bild: Felix Klaus)

zentralplus: Was erwarten Sie sich vom Turnier?

Schlumpf: Das Ziel ist sicher, jedes Spiel zu gewinnen. Es ist ein langes Turnier und viel muss letztendlich zusammenpassen. Wir müssen uns von Tag zu Tag steigern und besser werden, um das Ziel zu erreichen.

zentralplus: Was liegt für die Schweiz drin?

Schlumpf: Das ist schwierig zu sagen, weil es von vielen Faktoren abhängt. Der Teamspirit muss stimmen und wenn wir uns in einen «Lauf» oder Rausch spielen, kann vieles passieren.

«Sollten wir erfolgreich sein, können wir den Schwung auch für Saison und Playoffs mitnehmen. Das wäre richtig cool.»

zentralplus: Spukt der Olympiasieg irgendwo bei Ihnen im Kopf herum?

Schlumpf: Nein, noch nicht wirklich. Ich bin jemand, der von Spiel zu Spiel denkt.

zentralplus: Möglicherweise treffen Sie auf Schweden und die USA und damit auf Ihre Teamkollegen. Zwischen Roe, Klingberg und Stalberg – wer wäre für Sie als Verteidiger der unangenehmste Gegner?

Schlumpf: Es ist gegen alle drei nicht einfach. Roe ist klein und giftig, gibt nie auf und gibt dir auch mal einen mit. Klingberg ist super vor dem Tor und es wäre nicht einfach, wenn er sich dort platziert. Stalberg ist sehr schnell – ist er mal im Lauf drin, ist es schwierig, ihn zu stoppen. Und man muss als Verteidiger aufpassen, dass man nicht überlaufen wird. Trotzdem wäre es cool, würden wir aufeinandertreffen.

zentralplus: Wäre es auch Extramotivation für die Saison und Playoffs mit dem EVZ, sollten Sie mit dem Schweizer Team erfolgreich sein?

Schlumpf: Natürlich könnten wir den Schwung, sollten wir erfolgreich sein, auch gleich wieder in die Saison und Playoffs mitnehmen. Das wäre richtig cool.

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