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Zugs Stadtpräsident Dolfi Müller geht voran bei der Blockchain-Konsultativabstimmung. (Bild: zvg)

Zuger Blockchain-Konsultativabstimmung gestartet Dolfi Müller macht den Schritt in die digitale Zukunft

3 min Lesezeit 1 Kommentar 25.06.2018, 11:24 Uhr

Am Montagvormittag Zugs Stadtpräsident Dolfi Müller mit seiner digitalen ID an der ersten blockchainbasierten Konsultativabstimmung in der Stadt Zug teilgenommen und diese damit eröffnet. Die Abstimmung umfasst zwei Ja-/Nein-Fragen und eine Frage mit mehreren Antwortmöglichkeiten. Inhaber einer digitalen ID der Stadt Zug können noch bis am 1. Juli an der Abstimmung teilnehmen.

Stadtpräsident Dolfi Müller zeigte sich nach seiner Abstimmung beeindruckt: «Beim dezentralen E-Voting sind die Datensouveränität und die Transparenz für die Abstimmenden am höchsten, weil eine individuelle Nachvollziehbarkeit besteht.» Mit der blockchainbasierten Testabstimmung will die Stadt Zug zusammen mit den Projektpartnern verschiedene sicherheitsrelevante Aspekte überprüfen. Im Vordergrund stehen der Persönlichkeitsschutz, das Abstimmungsgeheimnis, die Unveränderbarkeit der Abstimmung sowie die Prüf- und Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse.

Innovative Verschlüsselungstechnologie

Bei der Testabstimmung kommt eine innovative Verschlüsselungstechnologie zum Einsatz, welche einerseits die abgegebenen Stimmen anonymisiert und andererseits eine sichere Prüfung ermöglicht. Es handelt sich um eine Konsultativabstimmung, die dem Stadtrat wertvolle Hinweise aus der Bevölkerung gibt. Sie ist jedoch nicht rechtlich bindend wie eine ordentliche Volksabstimmung.

Das E-Voting-System wurde von der global tätigen, börsenkotierten IT-Unternehmung Luxoft in Zusammenarbeit mit der Stadt Zug und dem Departement Informatik der Hochschule Luzern entwickelt. Die E-Voting-Plattform der in Zug ansässigen Luxoft soll gemäss den Angaben des Unternehmens in Zukunft «Open Source» ausgestaltet werden: Mit dem Offenlegen des Quellcodes will Luxoft blockchainbasierten E-Voting-Lösungen weltweit zum Durchbruch verhelfen.

Vasily Suworow, Chief Technology Officer bei Luxoft, sagte dazu: «Es bestehen Bedenken hinsichtlich der elektronischen Stimmabgabe, da Abstimmungen ein grundlegender Mechanismus für die direkte Demokratie sind. Deshalb glauben wir, dass diese Technologie nicht einem einzigen Unternehmen gehören sollte. Wir werden die E-Voting-Plattform ‚Open Source‘ ausgestalten, damit die Menschen verstehen können, was die Technologie ausmacht und wie sie funktioniert. Wir wollen mehr Menschen ermutigen, blockchainbasierte Anwendungen für Regierungen weltweit zu entwickeln.»

«Für uns ist dieses Projekt eine tolle Möglichkeit zu testen, was im Bereich E-Voting und Blockchain bereits funktioniert.»

Alexander Denzler, Departement Informatik der Hochschule Luzern

Das Team des Departements Informatik der Hochschule Luzern hat das Forschungsprojekt koordiniert, den Kontakt zwischen der Stadt Zug und Luxoft hergestellt, die E-Voting-Infrastruktur aufgesetzt und schliesslich die von Luxoft kreierte Blockchain-Software – quasi das Herz des E-Voting-Systems – in diese Infrastruktur eingefügt.

Alexander Denzler, Dozent für Blockchain und Big Data am Departement Informatik der Hochschule Luzern, sagte dazu: «Für uns ist dieses Projekt eine tolle Möglichkeit zu testen, was im Bereich E-Voting und Blockchain bereits funktioniert, und wo wir noch an den Schrauben drehen müssen. Bislang gibt es nämlich kaum blockchainbasierte E-Voting-Projekte, an denen wir uns orientieren könnten.»

Auswertung in den nächsten zwei Monaten

Die Auswertung der blockchainbasierten Testabstimmung und die Analyse der daraus gewonnenen Erkenntnisse erfolgt in den nächsten zwei Monaten. Über die Resultate werden die Projektpartner nach den Sommerferien informieren.

Die digitale ID der Stadt Zug wurde am 15. November 2017 eingeführt und befindet sich in einer Pilotphase.

Neben einer E-Voting-Lösung sind für die Inhaber einer digitalen ID verschiedene andere Anwendungen in der Evaluation, darunter das Ausleihen von Stadtvelos an verschiedenen Orten oder von Büchern in der Bibliothek ohne Bücherausweis.

«uPort»-App

Interessierte haben weiterhin die Möglichkeit, über die Webseite der Stadt Zug und die Installation der «uPort»-App ihre digitale ID zu bekommen und an der Konsultativabstimmung teilzunehmen. Nach dem Abschluss der Registrierung über die Website der Stadt Zug und die «uPort»-App haben die Anwender zwei Wochen Zeit, um bei der Einwohnerkontrolle vorbeizugehen und ihre persönliche ID einmalig beglaubigen zu lassen. Für diese Überprüfung haben sich die Anwenderinnen und Anwender mit ihrem Pass oder ihrer Identitätskarte auszuweisen.

Mit einer Beglaubigung bis am 29. Juni besteht auch für Neuregistrierte die Möglichkeit, an der Abstimmung bis am 1. Juli um 23.59 Uhr teilzunehmen.

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1 Kommentare
  1. Michel Ebinger, 25.06.2018, 17:08 Uhr

    Und macht es das Leben einfacher? Glaube eher nicht. Gugus einer technologiebasierten Welt die den Boden zur Realität verloren hat

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