Dok-Film über Jolanda Spiess-Hegglin: Kritikerin wurde rausgeschnitten
  • News
Jolanda Spiess-Hegglin wird in einem Dok-Film von 3Sat porträtiert. (Bild: ber)

Michèle Binswanger rausgekippt Dok-Film über Jolanda Spiess-Hegglin: Kritikerin wurde rausgeschnitten

1 min Lesezeit 12 Kommentare 10.06.2021, 07:12 Uhr

Der deutsche Fernsehsender 3sat hat letzte Woche einen Dokumentarfilm über Jolanda Spiess-Hegglin ausgestrahlt. Gemäss Medienberichten wurde daraus ein Statement ihrer Kritikerin Michèle Binswanger rausgeschnitten.

In der dreiteiligen Miniserie von 3sat geht es um «starke Frauen». Eine der Porträtierten ist die Zugerin Jolanda Spiess-Hegglin. Sie erzählt, wie sie die Landammannfeier von 2014 erlebte, wie sie sich gegen Medien wehrte und wie sie heute mit ihrem Verein Netzcourage gegen Hass im Internet kämpft (zentralplus berichtete).

Vorkommen sollte in dem Film auch ihre Kritikerin, die Journalistin Michéle Binswanger. Sie habe nicht über die Landammannfeier gesprochen, versichert diese gegenüber der «Aargauer Zeitung». Dies war ihr gerichtlich verboten worden (zentralplus berichtete). «Ich wollte aufzeigen, wie man in den sozialen Medien angegangen wird, wenn man Kritik an Spiess-Hegglin übt. Es sind die gleichen üblen Methoden, die Spiess- Hegglins Organisation Netzcourage anprangert», wird Binswanger im Artikel zitiert. Kritisiere jemand die vormalige Zuger Politikerin, lasse ein Shitstorm meistens nicht lange auf sich warten.

Dass für einen Film Aufnahmen gemacht werden, die später nicht verwendet werden, ist üblich und normal. Die «AZ» fragte bei der Filmemacherin Rosanna Grüter nach, warum ausgerechnet keine der Aussagen Binswangers ausgestrahlt wurden. Diese meint, dass Binswanger aus rechtlichen Gründen nicht ins Detail habe gehen können.

War dieser Artikel nützlich für Dich?

Ja

Nein

War dieser Artikel nützlich für Dich?
Löse ein freiwilliges Abo und hilf uns, Artikel wie diesen auch in Zukunft anzubieten.

CHF

Deine Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, musst Du auf zentralplus eingeloggt sein. Bitte logge dich ein oder registriere dich jetzt und profitiere von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

Deine Meinung ist gefragt!

12 Kommentare
  1. Redaktion Redaktion zentralplus, 10.06.2021, 23:39 Uhr

    Wir erinnern alle Forumsteilnehmer an unsere Netiquette. Beleidigungen oder Verleumdungen haben hier ebensowenig Platz wie Drohungen und Aufrufe zu oder Ankündigungen von illegalen Taten. Dasselbe gilt für Posts mit extremistischen Aussagen oder Nazi-Anspielungen. Bleibt sachlich und argumentiert verständlich, damit die Posts auch publiziert werden.

    1. Rudolf 1, 11.06.2021, 06:57 Uhr

      Frau Spiess-Hegglin nützt ihre zweifelhafte Popularität seit längerer Zeit schamlos aus, um in der Öffentlichkeit präsent zu bleiben.

  2. Hans Peter Roth, 10.06.2021, 15:08 Uhr

    @Bitterli: Dialektik, die sich nur auf Antithesen bezieht, ohne sich mit den Thesen inhaltlich auseinanderzusetzen, ist keine Dialektik, sondern muss eher als ideologisches Geschwätz bezeichnet werden. Ihre Kommentare folgen meistens diesem plumpen Strickmuster: XY = links/grün = Pfui. Die argumentative Auseinandersetzung fehlt in der Regel. Im konkreten Fall unterstellen Sie JSH «Falschmeldungen» über die Landammanfeier und ihre Netzaktivitäten zu verbreiten, für welche sie sich «in Grund und Boden schämen» müsse. So eine Unterstellung muss ich schlichtweg als boshaften geistigen Amoklauf bezeichnen, der sich auch nicht durch Ihr schiefes Weltbild entschuldigen lässt. Waren Sie Augenzeuge des Vorfalls in Zug? Oder vertreten Sie gar altbackene patriarchale Ansichten wie: «Frauen, die zu viel Alkohol getrunken haben, sind selber schuld, wenn Männer sich ihrer bemächtigen?» Ein bisschen mehr Objektivität und vertiefte Auseinandersetzung mit den Themen würde Ihren Kommentaren nur gut tun.

    1. Don Meta, 10.06.2021, 16:45 Uhr

      Moment mal Herr Roth. Mit Ihren Kommentaren an anderer Stelle, haben Sie bereits mehrfach die unumstössliche Basis geschaffen, dass Sie sich pausenlos ideologischer Feindbilder bedienen und diese genüsslich unters Volk bringen. Die Taktik, das eigene Tun, dann anderen vorzuwerfen ist ebenfalls bestens erprobt und bekannt:
      So z.B. «Die Demonstration ist auf die Gnade der Antifa angewiesen usw.» Also wer so etwas publiziert, ist der ideologischen Unterwanderung nicht nur verdächtig, sondern dann wird sie evident!
      Bitterli hingegen kritisiert m.E. nach bloss immer wieder recht kongruent das «juste milieu» und analysiert die Vorgänge hinsichtlich vermeintlichem Aktivismus als euphemistisch verwendete Kampfbegriffe! Allerdings ist es mittlerweile bekannt, dass genau diese Gruppen gar nicht mit Kritik umgehen können, da sie ihre Ansichten mit dogmatisch kalibrierter Moral unterfüttern und sich bei Kritik oder Disput in ihrer kompletten Identität abgelehnt fühlen. Das darf natürlich nicht sein; da müssen logischerweise die anderen entsprechende «diszipliniert» und «bestraft» werden! Denn selber verteilt man die Gnade, man ist nicht auf sie durch Dritte angewiesen. Das ist pathologisch!

    2. Ivan W, 10.06.2021, 23:01 Uhr

      @Don Meta: Bravo, ich hätte es treffender nicht formulieren können.
      @Hans Peter Roth: Ihr Kommentar zeigt ja genau das, was Sie anprangern: alles was nicht der eigenen Meinung entspricht wird gnadenlos niedergemacht. Links/Grün kann eines nicht: einen sauberen Dialog führen und die Meinung andersdenkender zu akzeptieren. Schade, denn solches Getue schadet mehr als es gutes tut.

    3. Hans Peter Roth, 11.06.2021, 00:03 Uhr

      @Don Meta: Sie haben recht. Die esoterische Wahrnehmung der Welt liegt mir nicht. Auch habe ich Feindbilder und bin parteiisch, solidarisiere mich mit den Schwachen, mit Opfern von Unterdrückung und Ausbeutung, mit Natur- und Klimaschützern, mit Flüchtlingen, etc. Wer meine Parteilichkeit ablehnt, sollte auch keine Liebkosungen von mir erwarten.

    4. Peter Bitterli, 11.06.2021, 07:28 Uhr

      Argumentativ am Ende fällt Roth auf die Rückzugsposition zurück, seine gutmenschlichen Überzeugungen herauszustreichen. Ganz genau wie diagnostiziert: Moral statt Analyse.

    5. Hans Peter Roth, 12.06.2021, 13:50 Uhr

      @Bitterli: Sie sollten doch auch wissen, dass ohne Fakten keine Analyse möglich ist. Sie arbeiten meist mit Unterstellungen, zB wenn Sie JSH auffordern, sich «in Grund und Boden schämen» zu müssen. Für was? Da verweigern Sie schlau die «Fakten», wohlwissend, dass Sie damit eine Klage wegen Verleumdung oder übler Nachrede riskieren. Wenn ich meine ethischen Richtlinien definiere, bringt Sie das auf die Palme, weil die meilenweit von den Ihrigen entfernt liegen dürften.

  3. Peter Bitterli, 10.06.2021, 09:24 Uhr

    3sat fällt seit längerer Zeit schon durch Anbiederung an den Mainstream, Bevormundung und ideologisch motivierte Unausgewogenheit auf. Siehe auch „Kulturzeit“. Sehr schade. In diesem Fall wohl sogar schlicht eine Falschmeldung. Irgendeinmal muss sich jemand, die es besser weiss doch in Grund und Boden schämen.

    1. Manfredo Gläske, 10.06.2021, 10:05 Uhr

      Die Antwort auf Ihre rhetorische Frage lautet dezidiert: Nein.
      Denn wer moralisch auf der richtigen Seite steht, braucht kein Gewissen mehr. Er/sie kann sich jederzeit selbst ermächtigen. Alle Fehler liegen dann automatisch immer bei den anderen. Eine Etablierung eines Schuldkultes erledigt den Rest.
      Schämen müssen sich deshalb auch immer nur diejenigen, welche (scheinbar) auf der «falschen» Seite der Moral stehen. Also perspektivisch «die Bösen» sind. Diese unheilvolle, duale Weltbild scheint sich je länger je mehr und unreflektiert durchzusetzen! Sektenhaft.

    2. Peter Bitterli, 10.06.2021, 10:51 Uhr

      @ Glaeske:
      Denken wir dialektisch mit Hölderlin: „Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch.“ Ich stelle fest, dass der Widerstand gegen das frech auftrumpfende Pharisäertum und die selbstgefällige angebliche Wokeness wächst, sich immer besser artikuliert und auf intellektueller Ebene längst die Deutungshoheit übernommen hat. Das juste milieu macht es seinen Gegnern aber auch immer einfacher durch zunehmende Inhaltsleere, geistigen Stillstand und Pseudo-Argumentation mittels hohler Schlagworte. Moral statt Analyse, das geht auf die Dauer nicht.

  4. Dunning-Kruger, 10.06.2021, 07:48 Uhr

    Gleichschaltung und kritische Stimmen vertragen sich nicht.

Abonniere den Newsletter

Und erhalte unsere Post ganz nach Deinen Bedürfnissen und Wünschen: Täglich oder wöchentlich.