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Doch kein Porscheplatz in Rotkreuz
  • Politik
Livecam der Baustelle von heute Vormittag. (Bild: www.pz-zug.ch )

Gemeinderat entschuldigt sich Doch kein Porscheplatz in Rotkreuz

3 min Lesezeit 1 Kommentar 04.09.2014, 11:14 Uhr

Überraschung in Rotkreuz: Der Gemeinderat kommt auf seinen Entscheid zur Umbenennung der Blegistrasse 7 in «Porscheplatz» zurück. Der Nachweis des öffentlichen Interesses sei kaum zu erbringen, räumt die Exekutive von Risch-Rotkreuz ein und sieht sich gar zu einer Entschuldigung genötigt.

Gegen die Umbenennung der Blegistrasse 7 in «Porscheplatz» sind fristgerecht vier Einsprachen eingegangen. Ausserdem äusserten viele Bürgerinnen und Bürger bei der Gemeinde informell mündlich und schriftlich ihr Unverständnis über diesen Namenswechsel, teilt die Gemeinde heute mit. «Insbesondere in persönlichen Gesprächen wurde eine breite ablehnende Haltung wahrgenommen», sagt Gemeindepräsident Peter Hausherr.

Der Gemeinderat ist nun an seiner letzten Sitzung auf seinen Entscheid zurückgekommen und hat ihn revidiert. Einerseits habe er dies aus Respekt vor der öffentlichen Meinung getan, andererseits schätze er die Verfahrensrisiken bei einem Weiterzug als unverhältnismässig ein. Rechtlich gesehen liege die Kompetenz zur Benennung von Strassen und Plätzen zwar bei den Exekutiven der Gemeinden. Allerdings können solche Entscheide an die nächsthöheren Instanzen weitergezogen werden. «Weil mit längeren und schwer abzuschätzenden Verfahren zu rechnen und dabei der spezifische Nachweis des öffentlichen Interesses kaum zu erbringen ist, verzichtet der Gemeinderat auf die Umbenennung.» Wenn das öffentliche Interesse nicht nachzuweisen ist, weshalb hat sich der Gemeinderat damals überhaupt für eine Umbenennung entschieden? «Zum Zeitpunkt des Entscheides hat der Gemeinderat den Sachverhalt falsch eingeschätzt», sagt Gemeindepräsident Peter Hausherr. «Beziehungsweise hat er die Notwendigkeit eines Nachweises des öffentlichen Interesses noch nicht genügend gewichtet.»

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Bräuche und Traditionen unterschätzt

Der Gemeinderat legt  Wert auf die Feststellung, dass dieser Entscheid nichts mit dem Unternehmen zu tun habe. Tatsächlich habe man die Bräuche und Traditionen in der Namensgebung von Strassen und Plätzen unterschätzt. Auch heute noch werden neue Strassen und Plätze nach alter Sitte vorwiegend mit Flurnamen oder markanten Geländeformationen gekennzeichnet. «Wir haben das falsch eingeschätzt, dafür entschuldigen wir uns», schreibt der Gemeinderat als Gremium. Betont aber gleichzeitig, das man gute Absichten gehabt habe. Man werde zukünftig ähnlich gelagerten Anliegen mit allergrösster Zurückhaltung begegnen.

Der Gemeinderat von Risch-Rotkreuz hatte am 1. Juli beschlossen, die Adresse Blegistrasse 7 in Rotkreuz in «Porscheplatz» umzubenennen, auf Begehren der dort ansässigen Porsche Schweiz AG. In Einsprachen wurde argumentiert, dass für eine Umbenennung besondere Gründe vorliegen müssten, und dafür bedürfe es eines öffentlichen Interesses. Der blosse Zuzug reiche nicht aus, da es im Kanton Zug nicht Aussergewöhnliches sei, wenn Firmen aus steuerlichen Gründen zuzögen. Zudem sei Porsche davor nur drei Jahre lang in Steinhausen ansässig gewesen, und davor drei Jahre in Zug. Es sei also damit zu rechnen, dass Porsche auch Rotkreuz wieder verlassen werde, argumentierten beispielsweise die Grünen.

10’000 Quadratmeter grosses Gelände im Industriegebiet

Auf einem rund 10’000 Quadratmeter grossen Gelände errichtet die Porsche Schweiz AG ein dreigeschossiges Gebäude plus Untergeschoss mit einer Nutzfläche von etwa 9’900 Quadratmetern. Neben Büros für 50 Mitarbeiter entsteht die erste Porsche Niederlassung, die von der Porsche Schweiz AG betrieben wird. Porsche wird den neuen Standort Ende 2014 beziehen.

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1 Kommentare
  1. Stefan Gisler, 04.09.2014, 13:27 Uhr

    Erwähnenswert – von allen Ortsparteien setzte sich nur die Grünen vehement und öffentlich gegen diese fragwürdige Umbenennung ein. Es ist richtig, dass wir unsere Traditionen nicht leichtfertig aufgeben. Porsche ist in Risch-Rotkreuz auch ohne Ausverkauf der Heimat, wie ihn dieser unsensible Gemeinderatsentscheid gefördert hätte.

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