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Divertimento feiern 1. August mit Livestream – trotz Gipsfuss
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Doktor Manu und Patient Jonny: Bei Jonny Fischers Achillessehne wird Geduld gefragt sein. (Bild: Instagram Jonny Fischer)

Jonny Fischer mit Achillessehnenriss im Rollstuhl Divertimento feiern 1. August mit Livestream – trotz Gipsfuss

3 min Lesezeit 30.07.2018, 10:05 Uhr

Das Zuger Cabaretduo Divertimento plante für den 1. August einen Livestream – bei dem man ihnen 24 Stunden lang zuschauen kann, wie sie in der Schweiz Traditionen und Brauchtümer erleben. Doch durch Jonny Fischers Achillessehnenriss müssen sie nun tun, was sowieso zu ihrem Repertoire gehört: improvisieren.

Der 1. August – das ist Cervelat, Festreden, rot-weisse Lampione und Feuerwerk. Doch dieses Jahr will das Zuger Comedy-Duo Divertimento den Nationalfeiertag um eine Dimension erweitern. Sie planten ursprünglich einen 24-stündigen Livestream, während dem sie verschiedene Orte der Schweiz bereisen.

Ursprünglich deswegen, weil sich Jonny Fischer in den Sommerferien im Piemont beim Fussballspielen die Achillessehne gerissen hat. Vom Stiefelland direkt in den Gipsstiefel gewissermassen. Die Operation, welche ohne Komplikationen verlief, erfolgte zu Hause in Zug. Nun ist täglich Physiotherapie angesagt für den 38-Jährigen. «Das hat uns natürlich einen ordentlichen Strich durch die Rechnung gemacht», sagt Bühnenkollege Manuel «Manu» Burkart.

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Nichts ist mit Fondue auf dem Gummiboot

Nicht nur dürfte der 1. August für Fischer anstrengend und schmerzhaft ausfallen. Auch wird der Stream nicht die vollen 24 Stunden dauern. Denn: «Wir planten mit zwölf Posten, bei denen wir Sehenswürdigkeiten besuchen und Traditionen auf den Grund gehen. Doch dadurch, dass ich Jonny nun im Rollstuhl durch die Gegend schieben muss, werden wir nicht alle absolvieren können», erklärt Burkart.

«Durch die Reiserei mit einem Rollstuhlpatienten werden die Wege zwischen den Posten sicherlich interessanter für die Zuschauer.»

Manuel Burkart, eine Hälfte des Cabaretduos Divertimento

«Wir wollten auf einer Alp starten und dort käsen und Kühe melken. Das müssen wir genauso sein lassen wie das Fondueessen in einem Gummiboot, während wir uns die Aare hinuntertreiben lassen.» Trotz leicht abgespecktem Programm sieht Manu Burkart durchaus positive Seiten am Roadtrip mit Handicap, der in der Innerschweiz startet und in Bern zu Ende gehen wird. Genauere Details, wo das Duo halt machen wird, will Burkart noch nicht verraten.

Die Klischeefalle soll umgangen werden

«Durch die Reiserei mit einem Rollstuhlpatienten werden die Wege mit Auto und Schiff zwischen den Posten sicherlich interessanter für die Zuschauer – und für uns auch.» Da bekommt der Spruch «der Weg ist das Ziel» gleich eine ganz andere Bedeutung. Doch Burkart sagt auch: «Es darf auch mal eine Länge zwischendurch geben. Alles andere wäre gar nicht natürlich.»

Ziel des Roadtrips sei es, die Schweiz mit ihren Brauchtümern und Traditionen zu zeigen. Abgesehen von den Orten könne man die Dinge nicht planen. Da muss spontan improvisiert werden. Möglichst authentisch soll es werden, ohne in die Klischeefalle zu treten. «Die Toblerone wird man bei uns vergeblich suchen», sagt Burkart.

Nur ein Best-of kann nachgeschaut werden

Keine Zackenschokolade, doch dafür wird der berühmteste Löcherkäse der Welt seinen Auftritt haben. Denn die 1.-August-Reise der beiden Zuger kommt in Zusammenarbeit mit Emmentaler zustande. Entsprechend wird der Stream auf der Webseite von Emmentaler zu sehen sein. Die ganze Tour wird man anschliessend nicht mehr nachschauen können. «Es wird aber auf jeden Fall ein Best-of auf der Seite geben», sagt Manu.

Er beruhigt alle, die nun Angst haben, er und Jonny werden im Käsedress der Schweizer Skinati aus der 90er-Jahren Werbung machen. «Klar ist eine solche Kooperation immer eine Gratwanderung.» Es werde jedoch nur eine «scheue Form» von Product Placement geben. «Wir wollen die Zuschauer nicht anbiedern, indem wir ständig davon schwärmen, wie toll Emmentaler-Käse doch ist», so der 40-Jährige.

Anbiedern und bieder – das überlassen Divertimento lieber den herkömmlichen 1.-August-Feiern.

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