Direktor der Sörenberg-Bergbahnen: «Der Entscheid kommt für uns zu spät»
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René Koller, Chef der Sörenbergbahnen, hofft auf spontane Besucher während der Fasnachtsferien. (Bild: bic)

7-Tages-Betrieb in Luzerner Skigebieten Direktor der Sörenberg-Bergbahnen: «Der Entscheid kommt für uns zu spät»

3 min Lesezeit 2 Kommentare 03.02.2021, 12:50 Uhr

Die Skigebiete in Luzern dürfen ihre Lifte endlich sieben Tage die Woche laufen lassen. Auch die schwarzen Pisten und die Freeride-Zonen werden geöffnet. Der Direktor der Sörenberg-Bergbahnen, René Koller, hofft nun auf kurzfristige Buchungen.

Bei René Koller ist die Erleichterung «sehr, sehr gross, denn die bisherige Insellösung wurde von unseren Gästen nicht verstanden!», so der Direktor der Sörenberg-Begbahnen nach dem Entscheid der Luzerner Regierung. Diese hat am Mittwoch bekannt gegeben, die Massnahmen für die Skigebiete im Kanton Luzern ab Montag zu lockern (zentralplus berichtete). «Endlich werden wir wie die übrigen Skigebiete in der Zentralschweiz behandelt», heisst es aus dem Entlebuch.

Einige Einschränkungen bleiben allerdings: «Als einzige Region dürfen wir im Take-away keinen Alkohol ausschenken. Jetzt bringen die Gäste die Getränke einfach im Rucksack mit», so Koller gegenüber zentralplus. Den Entscheid, die Schlittelpisten nicht zu öffnen, kann er hingegen besser nachvollziehen: «Schlittelpisten führen leider immer wieder zu Unfällen, die oft auf mangelnde Erfahrung und Ausrüstung zurückzuführen sind.»

Auch das Rothorn öffnet die Pisten

Die Lockerung der Massnahmen sei für die Region «sehr wichtig für die kommenden Ferien im Kanton Luzern», sagt Koller weiter. Die Sache hat aber einen bitteren Beigeschmack: «Der Entscheid kommt zu spät», so Koller. «Die Ferien beginnen am Samstag. Viele Gäste haben bereits abgesagt und umgebucht in andere Gebiete, wo klar war, dass sieben Tage Ski gefahren werden darf.» (zentralplus berichtete) Koller hofft nun auf spontane Besucher. «Wer weiss, vielleicht können wir kurzfristig noch neue Gäste gewinnen.»

«Wir gehen von einem Minus von rund 50 Prozent aus.»

René Koller, Direktor Sörenberg-Bergbahnen

Mit Hochdruck arbeite man nun daran, bis am Sonntagabend das Gebiet Rothorn wieder hochzufahren. Das heisst: Pisten präparieren und für die Sicherheit sorgen – also die Sicherheitsnetze wieder aufziehen und Lawinensprengungen vornehmen. Auch die Gastronomie im Eisee muss eiligst ein Take-away-Angebot auf die Beine stellen und entsprechende Einkäufe tätigen.

Im Dorfgebiet wird zudem die Freestyle-Line wieder aufgebaut, die zuvor komplett demontiert worden war, damit diese nicht trotz Verbot benutzt wurde. «Der Aufwand ist enorm gross», fasst Koller zusammen.

Der Umsatz wird auf die Hälfte zusammenschrumpfen

Die Wintersaison ist für die Sörenberg-Bergbahnen aber schliesslich auch durch den Entscheid der Regierung, die Massnahmen zu lockern, nicht mehr zu retten. «Wir gehen von einem Minus von rund 50 Prozent aus. Das ist insofern hart, als wir 80 Prozent unseres Umsatzes von Mitte Dezember bis Ende März tätigen.»

Koller hofft nun, dass man über den 28. Februar hinaus bis zum Saisonende den 7-Tages-Betrieb aufrechterhalten kann und dass die fünf Bergrestaurants ab März wieder normal – unter Einhaltung der Schutzkonzepte – offen haben dürfen. «So haben wir die Chance, noch einen Teil unseres Umsatzverlustes wettzumachen.»

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2 Kommentare
  1. Donato Waldburger, 04.02.2021, 13:15 Uhr

    Bravo Kanton Luzern. Während rund um den Kanton „normales“ Skifahren möglich war, zerstört der Kanton Luzern seine Skigebiete mit diesen unsinnigen Regeln. Anscheinend ist das Virus von Montag bis Mittwoch am gefährlichsten. Auch die schwarzen Pisten sind viel gefährlicher als eine blaue Piste.
    Wenn ich meine Skiferien in Sörenberg gebucht hätte, hätte ich auch storniert.
    Da hatte die wirtschaftsfreundliche Luzerner Kantonsregierung den Bergbahnunternehmen einen Bärendienst erwiesen.

  2. Urs Widmer, 03.02.2021, 14:44 Uhr

    Dem sagt man z’Leidwärche. Gruss aus Graubünden

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