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Dino mit Nashornkopf? Ein Kartenspiel lässt uns Gott spielen
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Mitten in der Tier- und Menschenwelt. Elio Reinschmidt (l.), Marc Dür und Samuel Luterbacher (Bild: zvg/ Montage: wia)

Ein Zuger Jungunternehmen startet durch Dino mit Nashornkopf? Ein Kartenspiel lässt uns Gott spielen

4 min Lesezeit 26.11.2019, 19:25 Uhr

Das junge Zuger Unternehmen Treecer hat offenbar eine Nase für den Markt. Vor kurzem lancierte es ein erstes Kartenspiel mittels Crowdfunding, und erreichte flugs das Zwanzigfache des ursprünglich erhofften Betrags. Bald schon kommt der zweite Streich.

Das muss man erst einmal schaffen. Da lanciert man ein Crowdfunding mit dem Ziel, 20’000 Franken zu sammeln. Und steht am Ende mit fast 200’000 Franken da.

So passiert ist das den Zugern Samuel Luterbacher, Marc Dür und Elio Reinschmidt. Sie sind die Gründer des Start-ups Treecer und die Erfinder des Brettspiels Darwin’s Choice.

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Es handelt sich dabei um ein strategisches Kartenspiel, das sich mit dem Thema Evolution befasst. Das Ziel: seine Tierarten – insbesondere Dinos – an die sich stetig ändernden Bedingungen und Situationen anzupassen. Sonst, naja, sterben sie. Wie im richtigen Leben also.

Alles ist handgezeichnet

Dass es mit dem Crowdfunding derart gut laufen würde, freut die Entwickler des Spiels. Trotzdem erklärt Luterbacher: «Die Plattform Kickstarter hat sich auf Brettspiele fokussiert. Fast wöchentlich gibt es dort Spiele, die Hunderttausende von Franken generieren. Daher wussten wir, dass es gut kommen kann.»

Ein gar kurioses Tier: Mit den Spielkarten lassen sich unzählige neue Kreaturen erschaffen.

Und das tat es. Über 3’000 Leute unterstützten «Darwin’s Choice». Das ist kein Wunder. Denn das Spiel macht optisch eine gute Falle. Jede der über 240 Tierkarten wurde von der französischen Künstlerin Rozenn Grosjean handgezeichnet.

Weiter dürfte ein Grund für die hohe Resonanz sein, dass das Spiel den aktuellen Zeitgeist trifft. Die Nachhaltigkeit ist den Machern wichtig. Die gesamte Produktion findet in Deutschland statt.

Ausserdem sagt Luterbacher: «Es war uns wichtig, das C02 zu kompensieren, das durch die Produktion und den Transport entsteht.» Dies mache man mittels MyClimate. Der Firmengründer: «Das ist der Vorteil an einem Projekt, das man selber umsetzt. Wären wir bei einem Verlag, übergäben wir all diese Entscheidungen in fremde Hände.»

So sieht das erste Spiel des Zuger Start-ups aus.

Die USA gilt es noch zu erobern

«Darwin’s Choice» kam letzten April auf den Markt. Mittlerweile ist es auf bekannten Verkaufsplattformen wie Galaxus erhältlich. Am Ziel sei man deshalb jedoch noch lange nicht angelangt.

«Zwar ist ‹Darwin’s Choice› das erfolgreichste Schweizer Spiel auf Kickstarter. Doch dürfte der Absatzmarkt durchaus noch wachsen», so Luterbacher. Zwar erfreue sich das Start-up wöchentlicher Bestellungen, «jedoch nicht im 1’000er-Bereich».

Treecer erhofft sich deshalb grössere Netzwerke, nicht nur in der Schweiz, sondern beispielsweise auch in den USA. «Diese bräuchten wir, damit wir dort in die Läden kommen», sagt Luterbacher. Bis dato sei man insbesondere an Spielmessen in der Umgebung vertreten.

Ein zweites Projekt ist auf gutem Weg

«Wir drei sind gut befreundet und hatten schon immer im Sinn, gemeinsam ein Projekt umzusetzen. Nur wussten wir nicht, was», erklärt Mikrobiologe Samuel Luterbacher. «Wir kommen aus unterschiedlichsten beruflichen Bereichen. Marc Dür hat einen Master in Wirtschaft, Elio Reinschmidt einen Bachelor in Elektrotechnik.» Was von Grund auf jedoch ein grosser Vorteil gewesen sei.

Eine Vielfalt, die offenbar gut zusammenpasst. Bereits steckt nämlich eine Erweiterung des Spiels namens «Darwin’s Choice – Before and After» in der Pipeline. «Bei dieser gehe es um den Einfluss des Menschen auf die Natur. Also inwiefern dieser Druck auf die Evolution ausübt.» Ausserdem wird auch eine Tierenzyklopädie realisiert mit den Zeichnungen von Grosjean und spannenden Fakten.

Die Crowdfunding-Community als wichtiger Partner

«Dies war ein Wunsch aus der Community», sagt der Mikrobiologe. Diese nämlich sei ein wichtiger Teil des Crowdfunding. Man müsse im steten Kontakt stehen mit ihr. Und das wiederum brauche Zeit. Aus diesem Grund arbeiten Luterbacher und Dür Vollzeit für Treecer. Reinschmidt ist neben seinem Studium mit 30 bis 40 Prozent an Bord.

Das Crowdfunding auf Kickstarter läuft noch rund eine Woche. Die 30’000 Franken, welche man fürs zweite Projekt zwingend benötigt, sind bereits deutlich überschritten. Genauer gesagt, verdreifacht.

Das nächste Ziel sind 100’000 Franken: Erreicht man die, werden sieben neue Spezies im Spiel Einzug halten.

Trotz bunter Zeichnungen und vieler Tiere: Das Spiel ist erst für Kinder ab 10 Jahren geeignet. Theoretisch. «Aufgrund von Community-Reaktionen haben wir jedoch eine besondere Spielregel eingeführt, damit bereits Kinder ab 7 Jahren mitspielen können. Diese Variante kommt bei den Leuten sehr gut an.»

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