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Dieses Unkraut wächst auf teurem Zuger Boden
  • Gesellschaft
Seit Jahrzehnten liegt das Land am Flurweg in Zug brach. (Bild: wia )

Zug leistet sich seit Jahrzehnten eine Brache Dieses Unkraut wächst auf teurem Zuger Boden

3 Min 1 Kommentar 16.03.2018, 09:51 Uhr

Bei der Kantonsschule Zug liegt ein Stück Land an bester Lage brach. Und das schon seit Jahrzehnten. Geht dem Kanton hier viel Geld durch die Lappen? Nicht doch, findet die Baudirektion. Man warte vielmehr auf das optimale Geschäft.

Sie ist schon so lange da, dass sie gar nicht mehr auffällt, die Brache am Flurweg, gleich gegenüber der Kantonsschule Zug. Und das, obwohl das Land in der Stadt Zug teuer ist und zudem nur sehr begrenzt vorhanden. Rundum ist alles bebaut. Was hat es damit auf sich?

Das Grundstück 4758 gehört dem Kanton, erkennen wir auf dem entsprechenden Zonenplan. Konkret hat er die Fläche in den 70er Jahren während des Kantonsschule-Baus gekauft. Dies in der Hoffnung, dass sich diese im Zusammenhang mit der Schulnutzung als nützlich erweisen werde. Das ist aber nicht passiert. Vielmehr liegt die eingezäunte Fläche auch nach vierzig Jahren noch brach.

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Reserveland: Aber wofür?

Der ehemalige Baudirektor Heinz Tännler erklärte vor der Stadttunnel-Abstimmung im Jahr 2015 gegenüber den Medien, dass das Gelände als Realersatz bei einem Landabtausch in Hinblick auf den Zuger Stadtunnel dienen könnte. Also etwa, wenn eine Firma ihr Gebäude wegen des Tunnelbaus hätte abreissen müssen. Dann hätte man ihr quasi dieses Reserveland stattdessen anbieten können.

Die Zuger Stimmbevölkerung schickte den Stadttunnel jedoch kurz darauf in die ewigen Jagdgründe, womit dieses Szenario also bereits vor fast drei Jahren obsolet wurde. Und die 1763 Quadratmeter grosse Fläche tat weiter, was sie am besten kann: Sie liegt brach.

Was also ist der Plan, den der Kanton verfolgt? Baudirektor Urs Hürlimann erklärt auf Anfrage von zentralplus: «Für alle Grundstücke im Eigentum des Kantons gilt dieselbe Strategie: Sie werden nicht gegen Geld veräussert.» Und er erklärt weiter: «Vielmehr sollen sie entweder im Rahmen von Tauschgeschäften zur Optimierung des kantonalen Liegenschaftsportfolios eingesetzt oder für eine wiederkehrende Wertschöpfung genutzt werden.»

Jahrzehntelanges Warten auf das optimale Geschäft

Heisst konkret: Das Land beim Flurweg könnte auch abgesehen vom Stadttunnel einst als Tauschland herhalten. Oder aber, das Land könnte in Zukunft im Baurecht vergeben werden, wodurch sich der Kanton regelmässige Einnahmen sichern würde. «Bei der Verfolgung dieses strategischen Ziels ist das Grundstück am Flurweg ein wertvolles Element», gibt der Baudirektor zu verstehen.

Ein wenig ironisch klingt das jedoch schon. Da will der Kanton das Landstück möglichst optimal verwenden – und wartet zu diesem Zweck über Jahrzehnte mit der Nutzung.

Der Platz ist mindestens 4,4 Millionen Franken wert

Zwar liesse sich der effektive Wert des Landes erst auf Grund der Verhältnisse zum Zeitpunkt des Tauschs festlegen. Doch spricht die Zuger Baudirektion von einem Quadratmeterpreis zwischen 2’500 und 3’500 Franken. Aufgerechnet auf die Grundstückfläche kommt man auf einen Betrag von mindestens 4,4 Millionen Franken. Und auch wenn diese Zahl nicht verbindlich ist, sondern beim Zeitpunkt der effektiven Verhandlung geschätzt werden müsse: Es klingt, als würde dem Kanton hier momentan sehr viel Geld durch die Lappen gehen.

«Anders als in anderen Kantonen ist bei uns eine Baubrache kein Verlustgeschäft.»

Arnold Brunner, Generalsekretär der Zuger Baudirektion

Arnold Brunner, Generalsekretär der Zuger Baudirektion, relativiert: «Dieser Platz war nicht immer unbenutzt. So wurde er etwa von der Kantonsschule zeitweise als zusätzlicher Sportplatz verwendet. Ausserdem wird die Kantonsschule in wenigen Jahren renoviert.» Diesbezüglich könnte der Platz beispielsweise für ein Provisorium, für Baucontainer oder als Baustelleninstallationsplatz gebraucht werden. Und er ergänzt: «Anders als in anderen Kantonen, ist bei uns eine Baubrache kein Verlustgeschäft.» Es könne sich finanziell also durchaus lohnen, jahrelang abzuwarten, um dann ein gutes Tauschgeschäft auszuhandeln.

Aktuell ist laut der Baudirektion noch nichts Konkretes geplant.

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1 Kommentare
  1. Hans Peter Roth, 16.03.2018, 12:41 Uhr

    Diese Brache war bis vor Jahren ein asphaltiertes (oder Kunstbelag) Spielfeld für Hand- und Basketball. Danach wurde es vom Baudepartement verwüstet und mit Schottersteinen belegt. Dieser Vandalenakt erscheint mir auch heute noch unerklärlich.