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Dieser Zuger Döner rettet den Weltfrieden
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Der griechische Göttervater Zeus mit den typischen Insignien der Macht: Dürüm und Grillspiess. (Bild: Montage)

Eine Ode an den besten Kebab-Laden der Welt Dieser Zuger Döner rettet den Weltfrieden

3 min Lesezeit 25.07.2017, 12:12 Uhr

Seit Jahrhunderten streiten sich Gelehrte und Denker über die Frage aller Fragen: Welches ist der beste Döner? Der Autor wagt einen Debattenbeitrag. Und hofft nebenbei auf einen ganz speziellen Nutzen.

Als Zeus nach einem verregneten Tag im alten Griechenland einfach mal die Schnauze voll hatte von dem ganzen Chaos zwischen Himmel und Erde, zog er sich mit reichlich Ambrosia, der Leibspeise der Götter, in eine einsame Ecke des Olymps zurück.

So erfand Zeus den spontanen Wochenendausflug. Und dessen kleinen Bruder, den Gönn-dir-was-Abend.

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Mein Kraftort ist ein Kebab-Laden

Zeus begründete somit die lange Tradition der vom Leben genervten Menschen, die auf einen Rückzugsort angewiesen sind, damit sie nicht das Weiterbestehen der eigenen Rasse durch einen Tobsuchtanfall gefährden. Mein Kraftort für den Rückzug ist der Ege-Dönerladen an der Poststrasse in Zug. Nicht nur, weil es da den weltbesten Dürüm gibt. Aber vor allem deswegen.

Der Gönn-dir-was-Abend ist der wahrscheinlich wichtigste Beitrag zu unserer Kultur seit der Erfindung der To-do-Liste. Denn wenn sich die Menschen nicht ab und an etwas Gutes tun, dann führt das früher oder später zu Depressionen, Krieg oder diesen seltsamen Selbstfindungskursen, die man im Internet buchen kann. So à la: «Mit Ayur-Veda-Darmspülung das innere Potenzial entdecken.»

Besser also, man zieht sich zur rechten Zeit an seinen Kraftort zurück.

Der beste Laden der Stadt

Was den besten Dürüm ausmacht, ist eine komplexe Frage. Kluge Denker streiten darüber, seit der erste Jäger sein Mammut lieber im Fladenbrot wollte. Und ein bisschen scharf vielleicht.

Doch ich habe meine Gründe.

Ein Fladenbrot aus dem Paradies

Nirgends sonst wird man so freundlich in Empfang genommen, nirgends wird mit so viel Verständnis auf den Getränkekühlschrank hingewiesen. Wenn es draussen gewittert und ich vor dem Regen ins Trockne flüchte, dann gibt’s stets jemanden, der Kaffee macht. Und mit mir staunend über die Blitze draussen redet.

Das Fladenbrot ist der Schlüssel zu einem Dürüm, dem selbst der gute Bruder Klaus nur unter Tränen hätte widerstehen können. Und der war immerhin der wahre Erfinder der berühmten Heidi-Klum-Diät (trockene Cracker und Wein gegen die Selbstzweifel und die schlechte Laune).

Der schmale Grat der Perfektion

Fladenbrot kann entweder schwarz und trocken wie britischer Humor sein. Oder weiss und matschig wie gestrandete Quallen. Und dann gibt es diesen einen Zuger Dürüm-Laden, der in traumwandlerischer Sicherheit den schmalen Grat dazwischen entlangtänzelt und ein Fladenbrot mit dem Besten aus beidem zaubert. Eigentlich sollte das Zuger Kunsthaus die Fladenbrote in ihre ständige Ausstellung integrieren.

Doch wie stand es bereits in der Bibel? «Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.» Damit hatte Gott wohl recht. Das Fleisch des besten Dürüms lässt sich nicht einfach so profan essen: Es schmiegt sich erst an die Zunge, gleitet sanft auf den Grund des Magens und legt sich am Schluss ums Herz wie das warme Lächeln eines wahren Freundes.

Eine essbare Meditation

Was hier serviert wird, ist kein herkömmliches Essen. Es ist eine Hymne an alle Dürüm dieser Welt. Es ist eine essbare Meditation. Es ist ein Achtsamkeitskurs für 10 Franken. Dieser Zuger Dürüm-Laden verkörpert das wahrhaft Gute im Homo Sapiens. Kein Prunk, kein Gehabe, keine Möchtegern-Grossstadt-Einrichtung: Das Ege weiss, was es kann, und es ruht in sich, tiefenentspannt wie ein Yogi in der finnischen Sauna.

Kommt ihr Götter, nehmt euch etwas Ambrosia mit Scharf. Dieser Zuger Dürüm-Laden ist ein Friedensangebot in universaler Sprache.

Und ich hoffe, das reicht nun für ein lebenslanges Döner-Abo.

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