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Dieser FCL kann es auch ohne Zuschauer
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Marvin Schulz gratuliert FCL-Stürmer Blessing Eleke zum 2:0 gegen den FC Basel. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Die Erleichterung ist gross Dieser FCL kann es auch ohne Zuschauer

4 min Lesezeit 1 Kommentar 21.06.2020, 21:00 Uhr

Die Luzerner sind weiterhin das beste Team der Rückrunde: Mit einem 2:1 im ersten Spiel nach dem Lockdown nimmt er den FC Basel aus dem Titelkampf. FCL-Trainer Fabio Celestini drückte dem Spiel mit personellen Änderungen den Stempel auf.

Er war in der ersten Halbzeit, der vielleicht besten unter der seit Jahresbeginn dauernden Ägide Celestinis, der beste Mann auf dem Platz. Und das in einer neuen Position. Als rechter Aussenverteidiger.

«Am Samstag habe ich das erstmals gespielt», sagt Marvin Schulz nach Spielschluss lachend. «Es hat mir Spass gemacht, ich hatte ja auch Offensivaktionen.»

Das kann man ohne Übertreibung so sagen. Das wichtige 1:0 hat der 25-jährige Deutsche durch einen gewonnenen Zweikampf initiiert – und den Angriff über Ibrahima Ndiaye in der Folge zumindest nicht verhindert, weil Schulz im gegnerischen Strafraum am Ball vorbeischlug, bevor der Querpass den Vollstrecker Francesco Margiotta erreichte.

Der Mann für alle Fälle

Schulz ist beim FCL der Mann für alle Fälle. Er durfte bisweilen in seiner angestammten Position als defensiver Mittelfeldspieler ran, er wurde aber auch schon als Innenverteidiger und hängende Spitze benötigt.

«Ich kann mir die Aufgaben der verschiedenen Positionen schnell einprägen.»

FCL-Allrounder Marvin Schulz

Unter Celestinis Vorgänger Thomas Häberli kam er sogar auf dem Flügel zum Einsatz in der fast schon verzweifelten Hoffnung, mit dem Allrounder den nach Augsburg abgewanderten Ruben Vargas ersetzen zu können (zentralplus berichtete).

«Ich kann mir die Aufgaben der verschiedenen Positionen schnell einprägen», sagt Schulz über seine Vielseitigkeit.

Celestini: «Torhüter und Flügel kann Marvin nicht»

Beim FCL steht eigentlich nur noch seine Premiere als Goalie aus, «aber die kommt bestimmt noch», scherzt Schulz. Doch das schliesst Fabio Celestini aus: «Nein, Torhüter und Flügel kann Marvin Schulz nicht. Das habe ich im Training gesehen.»

Wie er darauf kam, Schulz für den bis Saisonende ausfallenden Captain Christian Schwegler laufen zu lassen, erklärt Celestini so: «Wer Innenverteidiger spielen kann, über eine gute Technik verfügt und nicht langsam ist, kann auch auf der Seite spielen.»

Der zweite FCL-Sieg im zweiten Heimspiel über den FC Basel in dieser Saison gibt ihm Recht, auch wenn Schulz gesteht: «Mit Fortdauer der zweiten Halbzeit ist mir die Power etwas ausgegangen.»

Zwei Talente demonstrieren Qualität

Celestini bewies nicht nur mit der Nomination von Schulz den richtigen Riecher, sondern auch beim 20-jährigen Lorik Emini und dem 19-jährigen Marco Burch. Die Talente mit geringer Erfahrung in der Super League erfüllten ihren Job als defensiver Mittelfeldspieler respektive linker Aussenverteidiger, als gäbe es nichts Leichteres.

Vom Trainer erhielten sie dafür Lob – für «ihre Mentalität, ihre Arbeit und den Willen, Verantwortung zu übernehmen».

«Mit dieser Mentalität, dieser Einheit und dieser Lust, Fussball zu spielen, ist alles möglich.»

FCL-Trainer Fabio Celestini

Die Erleichterung darüber, den guten Lauf auch über den fast viermonatigen Lockdown hinweg gerettet zu haben, war bei den Luzernern gross. Erst recht nach den ungenügenden Leistungen in den Testspielen vor der Wiederaufnahme der Meisterschaft. «Das ist ein schönes Gefühl jetzt, auch wenn wir die Fans vermissen», so Schulz.

Am nächsten Samstag, beim Heimspiel gegen den Tabellenvierten Servette, kann der FCL nicht mehr nur 70, sondern gut 700 Fans den Zutritt ins Stadion gewähren.

Die Luzerner Kampfansage

Der Lauf der Luzerner ist längst nicht mehr damit zu erklären, dass der Fussballgott dem FCL nach dem Trainerwechsel nach wie vor gnädig gestimmt ist (zentralplus berichtete). Auch wenn es nicht «seine» Mannschaft ist, weil nicht von Celestini zusammengestellt, so ist die Handschrift des 44-jährigen Romands erkennbar.

Es handelt sich dabei um eine gute Organisation, die sich in vier Gegentoren in sechs Meisterspielen und 16 Punkten ausdrückt.

Und um eine zusehends gepflegtere Spielweise. Die Luzerner tragen Sorge zum Ball und ziehen bisweilen Passstafetten auf, die ihnen nur noch die wenigsten Optimisten zugetraut hätten.

Celestini sagt: «Mit dieser Mentalität, dieser Einheit und dieser Lust, Fussball zu spielen, ist alles möglich. Schliesslich haben wir in unseren Köpfen eine Geschichte, die wir schreiben wollen.»

In den Ohren der Gegner muss das klingen wie eine Kampfansage aus Luzern.

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1 Kommentare
  1. CScherrer, 23.06.2020, 07:41 Uhr

    Das hat der FC Luzern tatsächlich richtig gut gemacht. Auch einen desolaten FC Basel muss man erst bezwingen. Der Meister führt also tatsächlich über Luzern oder anderes gesagt, hat der FCL für das Erste den FC Basel aus dem Kampf um den Meistertitel genommen. Dennoch sind acht Punkte Rückstand aufzuholen, wenn St. Gallen und YB patzen sollten. Auch YB und St. Gallen müssen noch nach Luzern. So gesehen, spielt Luzern im Kampf um den Meister eine gewichtige Rolle. Es bleibt zu hoffen, dass es bis zum 36. Spieltag spannend bleibt, denn da spielt Luzern in Basel und St. Gallen muss nach Bern. Und mit grösster Wahrscheinlichkeit immer noch ohne Zuschauer.

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