Dieser FCL ist stärker und frischer
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Nach dem gewonnen Spiel vom letzten Sonntag gegen GC bedanken sich die Spieler bei den Fans (Bild: Dominik Stegemann)

Analyse Dieser FCL ist stärker und frischer

5 min Lesezeit 24.04.2015, 15:57 Uhr

Acht Runden vor Schluss zieht zentral+ Bilanz. Fazit: Der FC Luzern hat sich mit guten Leistungen aus dem Tabellenloch befreit. Kämpft er so weiter, sollte das Abstiegsgespenst verscheucht werden können.

Dieser Artikel beginnt mit der Auflistung der Fakten: Nach 10 Spielen in der Rückrunde hat der FCL 15 Punkte erreicht.  Darunter waren vier Siege, drei Unentschieden und drei Niederlagen. Erfolge konnten gefeiert werden mit den Heimsiegen gegen die Direktkonkurrenten im Abstiegskampf Aarau (4:0) und Vaduz (2:0), dem Heimsieg gegen GC (2:0) sowie einem Auswärtssieg gegen den Lieblingsgegner FCZ (1:0).

4. Platz auf Rückrundentabelle

Die rote Laterne konnte endlich an Aarau weitergereicht werden, auch Vaduz liegt nun hinter dem FCL. Damit steht der FC Luzern neu auf dem 8. Platz. Der Kantonsnachbar FC Aarau mit seinem veralteten, aber rührigen Brügglifeld-Stadion ist miserabel in die Rückrunde gestartet: Er erspielte sich in zehn Meisterschaftsspielen nur gerade sechs Punkte (davon drei am letzten Wochenende gegen Vaduz), Sven Christ wurde als Trainer durch den erfahrenen Raimondo Ponte ersetzt. Aber nun zurück zum FC Luzern. Betrachtet man nur die Resultate der Rückrunde, liegt der Innerschweizer Fussballclub auf dem starken 4. Tabellenrang. Entsprechend kann man beim FCL in gewissen Bereichen von einer positiven Entwicklung sprechen.

Freis Abgang, Fringers Rückkehr

Ende 2014 trennte sich der FC Luzern von der umstrittenen Persönlichkeit Alex Frei. Auf den Rekordtorschützen der Nationalmannschaft und erfolgreichen FC-Basel-Stürmer folgte mit dem bodenständigen Rolf Fringer ein altbekanntes Gesicht. Fringer ist wieder da, diesmal nicht als Trainer, sondern als Sportchef. Die Geschichten zwischen ihm und der FCL-Chefetage über den Trainerwechsel Fringer/Yakin sind vergessen. Er kam und handelte. Kein Risiko wurde eingegangen. Die zuvor entlassenen Spieler Cristian Ianu (von Lausanne) und Tomislav Puljic (ohne Verein) wurden erneut verpflichtet. Diese sind keine Versprechungen für die Zukunft, sondern Stützen im Abstiegskampf – das einzig Richtige in der schwierigen Situation des FCL.

Entwicklung in der Defensive

Einer der beiden schlug voll ein: Puljic. Bei seinem ersten Spiel schoss der kopfballstarke Innenverteidiger den für die Moral extrem wichtige Ausgleich in der Schlussphase des Spiels gegen YB (1:1). Schon drei Tore hat der kroatische Hüne auf seinem Konto. Nicht nur als Torschütze, sondern auch als Leader und Organisator in der Defensive konnte Puljic überzeugen.

Neben Puljic in der Innenverteidigung wusste auch sein kroatischer Landsmann Kaja Rogulj stärker aufzutreten. In der Hinrunde lag der Schnitt der Gegentore bei zu hohen 1,72 pro Spiel. In der Rückrunde liegt der Schnitt unter einem Gegentreffer pro Partie. Die Hälfte der Rückrundenspiele konnten ohne Gegentor beendet werden.

Remo Freuler (von links), Jahmir Hyka, Tomislav Puljic und Cristian Ianu im Einsatz auswärts gegen den FC Sion anfangs März (Bild: Dominik Stegemann).

Remo Freuler (von links), Jahmir Hyka, Tomislav Puljic und Cristian Ianu im Einsatz auswärts gegen den FC Sion anfangs März (Bild: Dominik Stegemann).

Stagnation in der Offensive

Während sich die Defensive stabilisierte, hat sich das Spiel nach vorne nicht gross verändert. Der beste Torschütze Marco Schneuwly (Ex-Thuner) weiss auch in der Rückrunde noch, wo das Tor steht, er konnte bislang fünf Tore erzielen. Insgesamt hat der 30-jährige Stürmer 12 Saisontreffer auf seinem Konto. Der antrittsstarke Dario Lezcano hat noch immer Mühe mit der Chancenauswertung. Adrian Winter, Jahmir Hyka und Oliver Bozanic laufen ihrer Bestform hinterher.

Der beste Passgeber der Liga, Jakob Jantscher, fiel vor allem mit seinem Traumtor gegen Vaduz auf. Ridge Mobulu und Cristian Ianu bekamen zu wenig Einsatzzeit, um etwas in der Offensive zu bewirken. Der zweite namhafte Transfer in der Winterpause, Cristian Ianu, hat unter Trainer Markus Babbel einen schweren Stand.

Mentale Stärke, körperliche Frische

Remo Freuler, der wohl beste Luzerner Spieler der Vorrunde, steigerte sich noch einmal. Gemeinsam mit dem Luzerner Urgestein Alain Wiss sorgt er in der Rückrunde für Stabilität im defensiven Mittelfeld. Freuler machte nicht nur mit seiner Zweikampfstärke auf sich aufmerksam, sondern liess seine offensiven Qualitäten aufblitzen. Als Beispiele können die Assists an Schneuwly beim Heimsieg gegen GC (2:0), der Ausgleichstreffer in Sion (2:2) und der verwandelte Penalty gegen Aarau (4:0) genannt werden.

Neben individuellen Aufwärtstrends ist noch zu erwähnen, dass die Mannschaft in der Winterpause in Sachen mentaler Einstellung und körperlicher Frische zulegen konnte. In den Spielen gegen YB (1:1), Sion (2:2) und FCZ (1:0-Sieg) konnten jeweils in den letzten Minuten die Ausgleichs- oder Siegestreffer erzielt werden.

Einen beträchtlichen Anteil an der positiven Mannschaftsentwicklung in der Rückrunde trägt der deutsche Trainer Markus Babbel, welcher im Verlaufe der Vorrunde den leidenschaftlichen Carlos Bernegger als FCL-Trainer ablöste. Zur Seite steht ihm seit der Winterpause mit Roland Vrabec ein Freund und Landsmann. Noch besitzen Babbel und Vrabec nur einen Vertrag bis Ende Saison.

Acht Spiele, acht Chancen

Die Saison ist jedoch noch lange nicht beendet. Es warten noch harte Spiele auf den FCL. Gegen die direkten Konkurrenten Aarau und Vaduz müssen die Innerschweizer auswärts antreten. Der Ligaerhalt ist noch nicht gesichert. Eine Faustregel besagt, man benötige 36 Punkte (bei 36 Spielen) in der höchsten Schweizer Liga, um den Abstieg zu verhindern. Es fehlen dem FC Luzern somit noch acht Punkte – bei acht Spielen, die noch anstehen.

Nach dem erreichten Ligaerhalt muss umgehend die nächste Saison geplant werden. Die Mannschaft hat Potenzial für einen Platz in der oberen Tabellenhälfte. Dafür muss das Team aber noch weitere Fortschritte erzielen. Wie weit es schon gereift ist, wird sich bereits diesen Sonntag zeigen – beim Auswärtsspiel gegen den Leader Basel.

Das Restprogramm des FCL sieht wie folgt aus: FC Basel – FCL (26. April), FCL – FC St. Gallen (30. April), FC Aarau – FCL (3. Mai), FCL – FC Thun (10. Mai), FC Vaduz – FCL (16. Mai), YB – FCL (21. Mai), FCL – FC Zürich (25. Mai), FCL – Sion (29. Mai).

Nach dem gewonnen Spiel vom letzten Sonntag gegen GC bedanken sich die Spieler bei den Fans (Bild: Dominik Stegemann)

Nach dem gewonnen Spiel vom letzten Sonntag gegen GC bedanken sich die Spieler bei den Fans (Bild: Dominik Stegemann)

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