Diesen Sommer dürfen die Hunde in den Badis weiter pinkeln
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Badepark Tellenörtli: Hier hängen die Hundeverbotsschilder noch. (Bild: mam)

Zuger Stadtparlament streitet über Hundeverbote Diesen Sommer dürfen die Hunde in den Badis weiter pinkeln

3 min Lesezeit 2 Kommentare 30.06.2020, 20:35 Uhr

Weil Hunde in seiner Badi in Oberwil an die Bäume pinkeln und über fremde Badetücher laufen, wollte Xaver Hürlimann das Hundeverbot für alle Zuger Badis zurück. Sein Anliegen stösst zwar bei vielen Stadtparlamentariern auf Wohlwollen – seine Initiative landete aber im Papierkorb.

Erleichterung für die Hundebesitzer, welche ihre Lieblinge gern in die Badis am Tellenörtli, Trubikon, Siehbach und Brüggli mitnehmen – Ärger für alle jene, die wollen, dass dies möglichst bald wieder aufhört.

Bekanntlich hat der Zuger Stadtrat vergangenes Jahr einen Teil der Badis für Tiere geöffnet – mit Verweis auf ein neues Reglement über die Benützung der öffentlichen Anlagen, das keine Hundeverbote in der Stadt Zug vorsieht – und so entsprechende Anordnungen nicht mehr durchsetzbar macht (zentralplus berichtete).

Initiative abgeschmettert

Xaver Hürlimann möchte, dass ein Artikel aus der Badeordnung des Jahres 1988 wieder in Kraft gesetzt wird, der unter anderem die Mitnahme von Hunden und Haustieren verbietet (zentralplus berichtete).

Das Stadtparlament möchte das nicht, es möchte auch nicht, dass sich die Stadtregierung Gedanken zur Einzelinitiative macht – und das Ganze im Parlament nochmal zur Sprache kommt. Xaver Hürlimanns Einzelinitiative wurde mit 23 zu 15 Stimmen nicht überwiesen. Sie landet damit im Papierkorb – beziehungsweise in den Archiven.

Im Winter sollen Wiesen für alle nutzbar bleiben

Zwar waren nur zwei Fraktionen für eine Nichtüberweisung – die CVP und die SVP, während FDP, SP und ALG/CSP mindestens darüber reden wollten. Aber als Monika Mathers-Schregenberger (CSP) bemerkte, dass die alte Badeordnung die Vierbeiner auch in der kalten Jahreszeit von Anlagen am Seeufer verbannen würde, mag das einige Abgeordnete zum Umdenken bewegt haben. Denn die Stadtparlamentarier wollen, dass die Badis im Winter öffentlich zugängliche Wiesen sind – und flexibel genutzt werden können.

Scharfe Töne kamen einzig von Cornelia Stierli, die namens der SVP-Fraktion sprach. Die bekennende Hundehalterin empfahl Hürlimann, doch einfach in die beaufsichtigten Badis Seeliken und Strandbad zu gehen, wo Hunde verboten sind. Sie stellte sogar in Frage, dass er seine Initiative selber geschrieben habe.

Hürlimanns Anliegen wird aufgegriffen

Hürlimanns Anliegen stösst aber in den verschiedenen Fraktionen durchaus auf Wohlwollen. Wobei den Politikern bewusst ist, dass ein Hundeverbot auch im Reglement – also auf der übergeordneten Gesetzesstufe – ermöglicht werden muss.

Drei Stadtparlamentarier, die ebenfalls finden, dass Hunde nicht unbedingt in gut besuchte Badis gehören, hatten daher vor wenigen Tagen nachgedoppelt. Richard Rüegg (CVP), Jürg Messmer (SVP) und Mathias Wetzel wollten per Motion erreichen, dass das Reglement insofern ergänzt wird, als der Stadtrat in einem Zusatz ausdrücklich ermächtigt wird, bei Bedarf Hundeverbote nicht nur in beaufsichtigten, sondern auch in unbeaufsichtigten Badis zu erlassen.

Fünf Stimmen fehlten für rasche Lösung

Die drei wollten sogar erreichen, dass Hundeverbote noch in dieser Badesaison möglich werden.

Daher stellten sie einen Antrag auf Dringlichkeit – was bedeutet, dass das Parlament einen Vorstoss unverzüglich berät, darüber abstimmt und dann als verbindlichen Aufrag an die Regierung weiterreicht. Diese Idee fand zwar mit 21 zu 16 Stimmen eine Mehrheit, aber für eine dringliche Behandlung hätte es eine Drittelsmehrheit, also 26 Stimmen gebraucht. So kommt die Motion eben nach den Ferien – im September – nochmals auf die Traktandenliste und steht dann zur Überweisung an.

Im September wird erneut über Hunde diskutiert

Das bedeutet also konkret: Es ist denkbar, dass im kommenden Jahr Xaver Hürlimann am Tellenörtli baden kann, ohne sich von Hunden belästigt zu fühlen. Bis dann muss er sich aber gedulden.

Und auch bei der Stadtverwaltung ist Geduld angezeigt. Es sei in der Tat so, dass man viele Schreiben wegen der Hunde in den Badis erhalte, sagte die Vorsteherin des Bildungsdepartements, Vroni Straub (CSP), im Rat. Das sei letztes Jahr schon so gewesen und betreffe sowohl die Abteilung Sport wie auch das Departementssekretariat und auch sie persönlich. «Das letzte E-Mail ging erst gerade gestern Morgen bei mir ein – zusammen mit dem Foto eines zerkratzten Rückens.»

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2 Kommentare
  1. Hansruedi Küttel, 30.06.2020, 22:06 Uhr

    Hunde in der Badi: Das Problem ist am anderen Ende der Leine!

    1. Hans Hafen, 01.07.2020, 07:15 Uhr

      Was für eine Leine? Ich sehe keine!

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