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Dieselbusse adé – künftig kurven Batteriebusse durch die Strassen
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In Zukunft verkehren auf der Linie 89 am Sempachersee versuchsweise Batteriebusse. (Bild: zvg)

Fünf Luzerner Buslinien werden umgestellt Dieselbusse adé – künftig kurven Batteriebusse durch die Strassen

3 min Lesezeit 22.01.2020, 16:00 Uhr

Dieselbusse waren gestern: Der Verkehrsverbund Luzern (VVL) stellt fünf Buslinien auf Depotlader-Batteriebusse um. Damit können pro Jahr rund 745 Tonnen CO2 eingespart werden.

Auf fünf Luzerner Bus-Linien sollen per Ende 2021 insgesamt zehn Depotlader-Busse zum Einsatz kommen. Wie der Verkehrsverbund Luzern am Mittwoch mitteilt, können damit auf den fünf Linien pro Jahr Treibhausgase im Umfang von rund 745 Tonnen CO2 eingespart werden.

Die Umstellung von Dieselbuslinien auf Depotlader-Batteriebusse ist ein Schwerpunkt der E-Bus-Strategie. Für die meisten Einsätze sei die Reichweite von Depotladern in den nächsten Jahren jedoch noch zu gering, schreibt der VVL. Zudem kostet ein Batteriebus bei den heutigen Dieselpreisen rund doppelt so viel wie ein Dieselbus. Deswegen möchte der VVL vorerst ein Pilotprojekt umsetzen, um gemeinsam mit den Transportunternehmen erste Erfahrungen zu sammeln.

Auf diesen fünf Linien gibt’s bald Batteriebusse

Die Transportunternehmen vbl sowie PostAuto gemeinsam mit Rottal Auto AG haben beim VVL Vorschläge für mögliche Pilotlinien für den Einsatz von Depotlader-Batteriebussen eingereicht.

Aus den eingegangenen Vorschlägen hat der VVL fünf geeignete und finanzierbare Linien ausgewählt. Von steil und städtisch bis ländlich und flach:

  • Linie 10, Obergütsch – Luzern Bahnhof
  • Linie 60, Buttisholz Dorf – Ruswil Rottalcenter – Rothenburg Bahnhof
  • Linie 64, Wolhusen Spital – Wolhusen Bahnhof – Ruswil Rottalcenter
  • Linie 70, Sempach-Neuenkirch Bahnhof – Neuenkirch – Rothenburg Bahnhof
  • Linie 89, Sempach-Neuenkirch Bahnhof – Eich – Gunzwil Bäch

Über Nacht werden die Busse aufgeladen

Die Busse kommen jeweils nach einer definierten Laufleistung zurück in die Garage. Da werden die Batterien während den Standzeiten bis zum nächsten Einsatz wieder teilweise und über Nacht vollständig aufgeladen.

Je nach Angebotskonzept müssen im Vergleich zum Einsatz von Dieselbussen zusätzliche Fahrzeuge eingesetzt werden, damit die im Einsatz befindlichen Batteriebusse tagsüber genügend Zeit zum notwendigen Nachladen erhalten. Fürs Nachladen werden die Depots mit Ladestationen und entsprechender Anschlussleistung nachgerüstet.

E-Bus-Strategie

Die Kernbotschaften der E‐Bus‐Strategie sind:

  • Bis 2040 soll der grösste Teil der Busse mit erneuerbaren Energie, emissionsfrei und effizient verkehren.
  • Depotlader-Batteriebusse sollen sukzessive Dieselbusse ersetzen.
  • Batterie-Trolleybusse machen das Trolleybus-Liniennetz bereits mittelfristig flexibler. Das Fahrleitungsnetz wird als Lade-Infrastruktur weiterhin benötigt.
  • Der Betrieb von E-Bussen ist bei heutigem Dieselpreis, evtl. auch langfristig, teurer und aufgrund zusätzlicher Einflussfaktoren zudem komplexer als jener von Dieselbussen.

Schritt in Richtung Elektromobilität

Die Depotlader-Busse entsprechen nach dem seit vielen Jahrzehnten bewährten Trolleybus einem weiteren Schritt in Richtung Elektromobilität, schreibt der VVL.

Damit könnten einerseits Erfahrungen gesammelt werden, welche für die flächendeckende Umstellung von Diesel- auf Depotlader-Busse notwendig sind, andererseits könne dies zu überschaubaren Kostenfolgen erreicht werden. Beispielsweise erfordere das Umstellen von Diesel- auf Elektrobusse aufgrund noch eingeschränkter Reichweiten teilweise andere Abläufe in der Planung und im Fahrdienst sowie neue Aufgabenfelder und Kompetenzen für Werkstattmitarbeitende.

Mehrkosten von rund 15 bis 35 Prozent

Gemäss E-Bus-Strategie ist im Horizont 2030 mit Mehrkosten von rund 15 bis 35 Prozent gegenüber Dieselbussen zu rechnen. Im konkreten Fall sei für die Pilotlinien von einmaligen Investitionskosten für die Ladeinfrastrukturen sowie für die Anpassung der Stromleitungen zu den Depots und von jährlichen Mehrkosten für den Betrieb der fünf Linien auszugehen.

Umstellung per Ende 2021 angestrebt

Die beteiligten Transportunternehmen erarbeiten nun die detaillierten Umsetzungskonzepte und bereiten die notwendigen Beschaffungen vor. Mit Berücksichtigung der notwendigen Zeit für die Ausschreibungen, Offerten, Beschlüsse und Auslieferungen werde eine Umstellung der erwähnten Pilotlinien ungefähr per Ende 2021 angestrebt.

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