Diese zwei jungen Luzerner wirten künftig auf der Ufschötti
  • Regionales Leben
Fabian und Patrick (v. l.) werden die neuen Buvette-Betreiber in der Ufschötti. (Bild: zvg)

Holzhäuschen ersetzt Barwagen Diese zwei jungen Luzerner wirten künftig auf der Ufschötti

4 min Lesezeit 7 Kommentare 17.08.2020, 15:12 Uhr

Auf der Ufschötti werden ab kommendem Frühling zwei junge Luzerner Gastronomen die beliebte Buvette übernehmen. Die Vorfreude der beiden Wirte ist gross, auch wenn die Turbulenzen rund um den Vergabeprozess etwas auf die Stimmung drückten.

Im nächsten Sommer wartet die Buvette auf der Luzerner Ufschötti mit neuen Betreibern und einem neuen Konzept auf die Gäste. Der bisherige Wirt, Sascha Welz, hat in der öffentlichen Ausschreibung für die Standortnutzung von 2021 bis 2027 den Kürzeren gezogen und muss seinen Platz räumen. Auch der Gang vors Bundesgericht nützte ihm letztlich nichts (zentralplus berichtete).

Am Montag wurde nun bekannt, wer Welz› Erbe Antritt: Es sind zwei junge Gastronomen, die sich in der Luzerner Gastrolandschaft bereits erste Sporen abverdient haben. Patrick Weber (27) arbeitet derzeit als Barista in der Kaffeebar Alfred beim Bundesplatz. Regelmässig steht er auch in der Haifish-Bar hinter dem Tresen.

Aus diesem Lokal kennt man auch Webers Projektpartner Fabian von Holzen (32), welcher die Bar als Geschäftsführer leitet. Regelmässig steht er ausserdem für die Firma Gamma Catering als Barkeeper an Events im Einsatz.

«Wir wollen möglichst oft vor Ort sein»

Doch welches sind nach Ansicht der beiden die Hauptgründe, weshalb sie sich gegen Sascha Welz durchgesetzt haben? Weber und von Holzen geben sich bedeckt: «Wir können unser Konzept nicht mit Saschas vergleichen, da wir keine Einsicht in dessen Konzept hatten. Es ist letztlich auch gar nicht relevant für uns», sagt Fabian von Holzen dazu. Wahrscheinlich habe man die Verantwortlichen einfach besser überzeugen können.

«Das Häuschen wird jeweils von April bis September auf dem Kiesplatz stehen.»

Fabian von Holzen

Ein Pluspunkt sei es möglicherweise gewesen, dass sie nicht nur das Gastrokonzept vorgestellt, sondern sich auch als Personen und Gastgeber gut präsentiert hätten. Zudem möchten die beiden möglichst oft vor Ort sein und die Gäste persönlich bedienen. Ein Punkt, der für die Stadt bei der Bewertung der eingereichten Konzepte zentral war, wie Mario Lütolf, Leiter Stadtraum und Veranstaltungen, bereits zu Beginn des Vergabeprozesses betonte (zentralplus berichtete).

Fixe Holzkonstruktion statt Barwagen

Entsprechend wird auch die Infrastruktur ausgerichtet. Im Gegensatz zu ihrem Vorgänger setzen von Holzen und Weber auf eine nichtmobile Konstruktion. Die Bar wird in einer Art Hütte untergebracht, die zusammen mit einem Schreiner aus Kriens geplant und gebaut wird.

«Das Häuschen wird jeweils von April bis September auf dem Kiesplatz stehen. Auch wenn die Bar, zum Beispiel wegen schlechtem Wetter, nicht in Betrieb ist», erklärt Patrick Weber. Und Fabian von Holzen ergänzt: «Der Tresen soll möglichst direkt auf dem Boden stehen, damit wir den Kundinnen und Kunden auf Augenhöhe begegnen können.» 

Regionales steht im Vordergund

Während das Erscheinungsbild der künftigen Ufschötti-Buvette also bereits absehbar ist, lassen sich die neuen Betreiber bezüglich der Details des Gastrokonzepts noch etwas Zeit. Klar ist aber, dass man in erster Linie auf Regionales und Lokales setzen wird. Sowohl beim Getränke- wie auch beim Speiseangebot.

«Wir werden sicher ein lokales Stammbier haben. Dazu servieren wir möglicherweise jeweils eine Art Bier der Woche. Auch dieses soll aus der Region stammen. Beim Wein setzen wir auf inländische Produkte», führt von Holzen aus. Für den Magen soll es hauptsächlich Fingerfood wie Hotdogs, Pommes und Käse- oder Fleischplättchen geben.

Wenn möglich gibt’s auch kleinere Events

Je nachdem werde man am Mittag auch etwas grössere Menüs anbieten, da es rund um die Ufschötti viele Büros mit Hunderten von Mitarbeitern gibt. Ob und inwiefern dieses Angebot tatsächlich ins Konzept aufgenommen wird, ist laut von Holzen indessen noch nicht klar. «Wir wollen von Anfang an mit Qualität überzeugen und das Sortiment nur langsam vergrössern.» Festhalten wollen die beiden aber, dass sie keinesfalls auf billige Produkte setzen werden.

Geplant sind auch Events wie kleinere Konzerte oder DJ-Sets. Diesbezüglich stehe man in engem Kontakt mit der Stadt, um auszuloten, was möglich ist, hält Patrick Weber fest. Ebenfalls vorstellen können sich Weber und von Holzen kleinere Sport- und Bewegungsanlässe, die sie zusammen mit Vereinen ins Leben rufen möchten. «Der Strand und das seichte Wasser an der Ufschötti sind dafür ideal», so Weber.

Die Vorfreude auf den kommenden Frühling wird im Gespräch mit den zwei jungen Gastronomen fast mit den Händen greifbar. Auch wenn der Knatsch rund um den Vergabeprozess doch etwas auf das Gemüt gedrückt hätte, wie Weber und von Holzen unisono sagen: «Unseren Freunden und Bekannten konnten wir nicht mit der gleichen Freude von unserem Projekt erzählen, wie wenn das Ganze ohne die Nebengeräusche abgelaufen wäre.» Nun gelte es aber mit voller Konzentration nach vorne zu blicken.

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7 Kommentare
  1. Michi, 19.08.2020, 11:46 Uhr

    Ach ja, es gibt eine Veränderung und schon finden es alle nicht mehr so toll, was ich ebenfalls nicht so toll finde. Ich glaube wenn etwas vor Bundesgericht geht, müssen mehrere Sachen nicht ganz richtig laufen. Ich freue ich auf jeden Fall jetzt schon auf was neues, kritisiere nicht jetzt schon bevor ich es nicht selbst gesehen habe. Apropos gesehen, ich freue mich diese beiden jungen innovativen Jungs hinter der Bar zu sehen, war ja vorher eher nicht der Fall, sprich diese werden mit Sicherheit ihr ganzes Herzblut in diese Bar stecken und ich werde ihnen auf jeden Fall eine Chance geben, denn die Ufschütti wird belebt und da ich in der Nähe arbeite, freue ich mich auf ein neues Angebot. In diesem Sinne, lasst uns nächsten Frühling schauen und hoffen, alle Vorurteile waren für die Katz.

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  2. Franziska Kneubühl, 19.08.2020, 07:28 Uhr

    Herr Welz durfte Anfangs erst um 17h öffnen.
    Nach etlichen Verhandlungen durfte er dann um 15h öffnen und dieses Jahr an Ferien- und Hitzetagen ab 13.30h
    Seine Bar musste wöchentlich einmal vom Platz geschoben werden, wegen Bauvorgaben.
    Sprich; er durfte keine fest installierte Bar haben. Ein Projekt für einen Pavillon hatte er 2009 schon eingereicht
    Glace, „Häppchen“oder sonstiges Essen durfte er nicht verkaufen
    Kleine Sportanlässe am Strand, im angemessenem Rahmen, wurden ihm entsagt
    Werbung durfte er nicht machen
    Musikalische (Klangwelten) und kulturelle Anlässe wurden nicht erlaubt
    Lokales Bier hat er seit eh und jeh verkauft
    An Ideen hat es Herrn Welz nie gefehlt. Sein rücksichtsvolles Verhalten der Stadt und dem Kiosk gegenüber, wurde ihm nun zum Verhängnis

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  3. Marcel Sigrist, 18.08.2020, 13:57 Uhr

    Um Herrn Welz eine ebensolche nun geplante feste Bar saisonal (max. 6 Monate) zur Verfügung zu stellen, musste im 2009 ein Baugesuch gestellt werden. Das Baugesuch wurde nicht bewilligt. Die Amtsstellen bemängelten das Fehlen einer WC-Anlage bei der Bar, jene beim Kiosk sei zu weit entfernt. Der Landschaftschutzverband monierte, die geplante Strandbar sei mit dem Zonenzweck nicht vereinbar, eine Bewilligung für eine saisonale Strandbar sei deshalb zu verweigern.
    Einen beschwerdefähigen Entscheid dazu hat die Stadt nicht gefällt. Herr Welz hatte fortan mit einer beweglichen und temporären Bar arbeiten müssen.
    Trotzdem: Fabian und Patrick viel Erfolg

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  4. Urs Reutimann, 18.08.2020, 10:54 Uhr

    Hmm, liebe Stadt und liebe Gewinner im Buvette Streit,

    Nun wissen wir also: «Fingerfood wie Hotdogs, Pommes und Käse- oder Fleischplättchen» sind eure durchschlagenden Ideen?
    Gemäss Vergabeentscheid soll euer gastronomisches Konzept innovativer gewesen sein?

    Auf dieses Angebot hat glaub grad gar niemand gewartet dort, ihr hebt euch in nichts ab vom Angebot des Kiosks. Viel Spass dem Badevolk auf der Ufschütti, das wohl noch viel öfter zu Einwegbier und -Grills greift.

    Wie in aller Welt konnte die Stadt so etwas dem guten Sascha Welz vorziehen, dem man genau dieses Angebot nicht erlaubt hatte wegen der Konkurrenz zum Kiosk.
    Und bei den Getränken? Nur lokal, lokal, lokal ist auch keine Innovation mehr.

    Aber Fleischplättli & Co. wurden in allen Instanzen bis vor Bundesgericht durchgewunken!

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  5. paul, 17.08.2020, 19:27 Uhr

    super toll eine ufschötti mit events …. hohen preisen und sportanlässe …. und das gegen eine gemütliche normale bar welche wir in der schütti hatten. schade.
    toi toi trotz allem den neuen zwei!

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  6. Andreas Peter, 17.08.2020, 17:35 Uhr

    Man mag zu Herrn Welz und dieser Bar stehen wie man will.
    Den Entscheid darauf zurückzuführen, dass am Bundesgericht ein SVP Richter sitzt, ist die Theorie von Dauerpubertierenden.
    ABER ich muss sagen: Irgendwas scheint hier tatsächlich faul.
    Es ist für niemanden nachvollziehbar, warum Herrn Welz die Bewilligung entzogen wurde.
    Viele der Aussagen in diesem Beitrag scheinen von grosser Ahnungs- und Rücksichtslosigkeit (gegenüber dem Kioskbetreiber) geprägt.

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  7. CScherrer, 17.08.2020, 15:21 Uhr

    Eine Jahrhundert-Idee! Absolut Genial.

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