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Diese zwei Dinge fallen nach dem harzigen EVZ-Start auf
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Die EVZ-Abwehr mit Jan Kovar (links) konnte Torhüter Leonardo Genoni (am Boden) bislang oft noch zu wenig unterstützen. Anders war es gegen den SCB. (Bild: Daniela Frutiger/Freshfocus)

Was gegen den SCB besser lief als zuvor Diese zwei Dinge fallen nach dem harzigen EVZ-Start auf

5 min Lesezeit 29.09.2019, 13:06 Uhr

Der EV Zug und seine Fans träumen vom Meistertitel, doch zum Start gab es ein böses Erwachen. Nach den ersten sieben Runden und dem Sieg am Samstag gegen Meister Bern fallen zwei Dinge besonders auf: Das Spiel im Startdrittel und im Torhüterraum. Was der Trainer und der Captain dazu sagen.

Die Zuger sind mit viel Vorschusslorbeeren in die Saison gestartet. Diese wurden nach der Verpflichtung von Leonardo Genoni, Gregory Hoffmann und den drei Ausländern zurecht verteilt. Doch lief beim EVZ noch nicht alles rund, trotz der gelungenen Revanche gegen den SCB am Samstag.

Für eine umfassende Analyse ist es nach sieben Spielen noch zu früh. Doch es fallen zwei Statistiken auf.

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Der EVZ verschläft das Startdrittel

In vier der ersten sieben Saisonspiele musste der EVZ mit einem Rückstand in die Pause. Ausklammern müssen wir das Spiel gegen Ambri und Bern, wo der Start nicht verschlafen wurde. Sinnigerweise waren dies die Partien, bei denen der EVZ die vollen drei Punkte holen konnte.

Blickt man auf die Punkte, welche die Zuger eingefahren hätten, wenn nur die ersten 20 Minuten zählten: Es wären gerade mal sieben. Damit würden sich die Zuger unter dem Playoffstrich wiederfinden – und man dürfte getrost von einer Krise sprechen.

Anders sieht es aus, wenn man nur die letzten zwei Drittel anschaut: In vier Spielen gewannen die Zuger diese Abschnitte, einmal stand es Unentschieden. Der EVZ hätte – würde man nur das zweite und dritte Drittel zählen – zehn Punkte geholt. In Tat und Wahrheit waren diese aber nur vier Punkte wert, weil der Rückstand aus dem Startdrittel zu stark wog.


Sprich: Beim EVZ gehen wegen der Anlaufschwierigkeiten unnötig Punkte verloren und jede Aufholjagd und Verlängerung kostet zusätzlich Kraft.

Am Samstag gegen Bern war das anders. Das strich auch Trainer Dan Tangnes nach dem Spiel hervor. «Wir hatten ein starkes erstes Drittel. Es war ein starkes Statement nach den letzten sechs Partien.» Viele kleine Dinge hätten einen grossen Unterschied ausgemacht, etwa der wichtige Block von Sven Leuenberger. «Wir waren auch nicht so panisch wie in den letzen Spielen.»

«Natürlich hatten wir Fehler zuvor, aber vor allem waren wir mutiger und engagierter.»

Dan Tangnes, EVZ-Trainer

Ob es auch damit zu tun hatte, dass seine Mannschaft keine einfachen Fehler zu Spielbeginn hatte? «Ich habe heute vor allem eine Truppe gesehen, welche Instinkthockey gespielt hat und weniger nachgedacht hatte», so Tangnes. «Natürlich hatten wir Fehler zuvor, aber vor allem waren wir mutiger und engagierter. Das gab uns einen guten Start und mit mehr Scheibenbesitz ist es immer einfacher.»

Tangnes sieht das Problem also nicht per se beim schwachen Start in den letzten Spielen, sondern in einem generell nicht konsequenten Auftritt. Mit den entsprechenden Auswirkungen auf die Leistung im Startdrittel: Ist man nicht von Anfang an konsequent, bestraft dies der Gegner. Gegen den SCB sahen die Zuschauer aber, was ein guter Start ausmachen kann.

Der EVZ kassiert zu viele Tore im Slot

Damit zur zweiten Feststellung: Der EVZ ist in der Verteidigung nicht gleich stark besetzt wie im Sturm oder zwischen den Pfosten. Dennoch hat er eine der nominell am besten bestückten Verteidigungen der Liga. Diese schafft es aber noch nicht, Torhüter Leonardo Genoni richtig zu unterstützen. Auffällig viele Tore kassiert der EVZ im Slot, also in der gefährlichen Zone vor dem Tor, oder gar direkt um den Torhüterkreis.

«Ich glaube, das hat mehr damit zu tun, dass wir zu viele Tore im Boxplay kassieren.»

Raphael Diaz, EVZ-Spieler

Dazu bietet sich ein Vergleich mit dem SC Rapperswil-jona Lakers an, die nach fünf Runden einen starken Gegentor-Schnitt aufwiesen. Die Lakers haben in den ersten fünf Spielen zehn Treffer zugelassen – acht davon im Slot (drei unmittelbar beim Torhüterraum). Der EVZ stand nach sechs Runden bei 24 Gegentoren: 18 davon fielen im Slot (drei beim Torhüterraum). Das sind zehn Tore mehr als bei der Überraschungsmannschaft der bisherigen Saison.

Treffer im oder am Torhüterraum sind oft ein Zeichen für Abprallertore, die erkämpft werden mussten. Auffallend ist, dass am Zürichsee besser aufgeräumt wird. Was das bringen kann, wissen auch die Zuger: Der EVZ liess sowohl gegen Ambri als auch Bern dort kaum Tore zu – und es gab folgerichtig drei Punkte.

«Ich glaube, das hat mehr damit zu tun, dass wir zu viele Tore im Boxplay kassieren», sagt Captain Raphael Diaz nach dem Sieg gegen den SCB zu dieser Statistik. In jedem Spiel kassiere man ein bis zwei Tore in Unterzahl, auch gegen den SCB am Samstag. «Dies ist sicher ein Detail, an dem wir arbeiten müssen.» Grundsätzlich habe man gegen die Berner in der defensiven Zone aber vieles besser gemacht als sonst.

Fazit: Gegen den SCB haben die Zuger am Samstag die zwei Dinge verhindert, die ihnen im bisherigen Verlauf der Saison zu schaffen machten. Wollen sie weiterhin vom Meistertitel träumen, ist zu hoffen, dass es den Innerschweizern noch öfters gelingt.

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