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Diese vier Dinge werden sich im Zuger Metalli-Zentrum verändern
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Zwei, die beim Metalli-Projekt eng mitenander arbeiten müssen: Stadtarchitekt Christian Schnieper und Florian Diener, der Projektverantwortliche von Zug Estates. (Bild: wia)

Hochhaus, Abbruch und Aufstockung Diese vier Dinge werden sich im Zuger Metalli-Zentrum verändern

5 min Lesezeit 2 Kommentare 12.03.2020, 14:35 Uhr

Das Herzstück der Stadt Zug ist in die Jahre gekommen. Ein 70-Meter-Hochhaus auf dem Gelände soll das Einkaufszentrum Metalli jetzt aufwerten.

Ach, das Metalli. Man hat es in den letzten Jahrzehnten ins Herz geschlossen. Nicht, weil es hübsch wäre – das ist es beim besten Willen nicht. Vielmehr, weil das Einkaufszentrum aus den 80er-Jahren die Zuger Bevölkerung zusammenbringt. Teenager, die im H&M Snoopy-BHs kaufen, 80-Jährige auf der Suche nach parfümiertem Briefpapier, der UBS-Berater beim schnellen Schinkensandwich am Migros-Stehtisch: Hier treffen sich alle.

Diese Mischung bleibt erhalten, beteuern die Vertreter der Stadt und der Firma Zug Estates (zentralplus berichtete). Letztere will das Einkaufszentrum einer Generalüberholung unterziehen. Sie bewegt sich damit in einem Spannungsfeld: Obwohl Gebäude abgerissen werden sollen und ein Hochhaus entstehen soll, wollen die Verantwortlichen Bewährtes erhalten.

Noch ist einiges offen. Bisher besteht erst eine städtebauliche Konzeption. Was sich im Groben ändern dürfte, ist aber bereits jetzt klar.

Rot markiert sind die Teile, bei denen neu gebaut oder aufgestockt wird. (Bild: zvg)

1. Ein 70-Meter-Hochhaus soll entstehen

Weg mit dem Bärenplatz. Bärenplatz? Genau. Der Platz zwischen Starbucks und Restaurant Bären, am Nordende des Metallis ist nicht sonderlich bekannt. Nicht zuletzt, weil sich dort kaum jemand aufhält. Dieser Platz kommt weg. Und wie: Ein maximal 70 Meter hohes Wohnhaus ist gemäss Zug Estates auf diesem Gelände geplant.

Heisst das, die bestehende Freifläche entschwindet auf Nimmerwiedersehen? Nicht doch. Sie macht bloss einen Schritt in Richtung Norden.

Auf diesem Freiraum soll ein Hochhaus entstehen.

2. Ein neuer Platz bildet die Verbindung zum Bahnhof

Das lange Gebäude, welches entlang der Baarerstrasse steht, wird dies auch weiterhin tun. Bloss in verkürzter Form. Ein Teil nämlich, dort, wo heute etwa Beldona eingemietet ist, wird abgerissen. Entstehen soll damit ein grosser Platz, welcher in der direkten Achse des Bahnhofs steht. Durchgang und Aufenthaltsplatz zugleich also.

Der Haupteingang zum Metalli ist heute ziemlich versteckt. Dieser Teil des Gebäudes soll daher abgerissen werden, ein Freiraum soll entstehen. (Bild: wia)

Das Ganze soll ziemlich grün daherkommen, beteuern die Verantwortlichen. Ein Anliegen, dass auch der Stadt wichtig ist. Die Zuger Bauchefin Eliane Birchmeier sagt: «Es soll eine richtige Begrünung geben, dafür soll im Untergrund Platz für Baumwurzeln gelassen werden.» «Richtig» im Sinne von: Keine Topfbäume, wie sie etwa am Postplatz zu finden sind.

Sie betont: «Die Erschliessung des Bahnhofs ist uns enorm wichtig. Heute ist diese sehr beengt, man muss sich den Durchgang ins Metalli suchen.»

Genau dies nämlich ist ein Hauptthema beim Umbau. Wie gelangt man als Fussgänger am einfachsten von Bahnhof zum Bergli, also in Richtung Parkhotel? Die Lösung von Hosoya Schaefer Architekten, welche mit der Erstellung des Richtprojekts beauftragt wurden, sieht folgendermassen aus:

Ohne grosse Umwege soll es künftig möglich sein, von links (Bahnhof) nach rechts (Parkhotel) zu gelangen. (Bild: zvg)

3. Bestehende Gebäude werden aufgestockt

Den verbleibenden Teil des langen Gebäudes entlang der Baarerstrasse stockt Zug Estates auf. Auch das bestehende Gebäude im Herzen des Metallis (erkennbar am Innenhof) soll aufgestockt werden. Die Dächer werden mit Solarpanels bestückt. «Ziel ist es, das Gebiet möglichst C02-frei zu gestalten», sagt Florian Diener, der bei Zug Estates für das Projekt verantwortlich ist. Also ähnlich wie bei der Suurstoffi in Rotkreuz, welche von ebendieser Firma realisiert wurde.

Die Immobilienfirma will möglichst viel der bestehenden Bausubstanz erhalten. Das Thema Wiedererkennung schreibt sie gross. Deshalb kann es sein, dass die gelbliche Fassade des Zentrums bestehen bleibt.

Eine Aufstockung der bestehenden Substanz sei insbesondere möglich, weil man mit leichten Materialien wie Holz zu bauen gedenke, erklärt Florian Diener. Auch das erinnert an die Bauweise in der Suurstoffi.

In der Mitte erkennbar: Die Solarpanels auf dem Dach. (Bild: zvg)

4. Das Parkhotel soll aufgemöbelt werden

Neben dem Metalli wird auch der Teil «Bergli» umgestaltet, der ebenfalls Zug Estates gehört. Es handelt sich um das Gebiet, auf dem das Parkhotel liegt. Der angrenzende Residence Park wurde in die Überlegungen von Zug Estates einbezogen. Derzeit ist aber noch offen, ob dieser neu gestaltet wird. Das Bergli hat neben dem Metalli zweite Priorität und wird erst zu einem späteren Zeitpunkt in Angriff genommen.

Eins nach dem anderen

Überhaupt ist geplant, dass der Umbau des Metalli-Areals etappiert passiert. Plan sei, dass beispielsweise die Migros über den ganzen Zeitraum geöffnet bleiben kann.

Und wie sieht es mit den aktuellen Mietern im Gebiet aus? Zug Estates-CEO Tobias Achermann sagt: «Es liegt in unserem Interesse, möglichst wenige Kündigungen auszusprechen. Das heisst, dass wir möglicherweise Provisorien erstellen, in die Mieter vorläufig einziehen können.» Wenn Gebäude renoviert werden, besteht die Gefahr, dass Mietzinse drastisch ansteigen. Für Geschäfte wie Bewohner nicht selten ein Grund, auszuziehen. Achermann beschwichtigt: «Die Erneuerung des Metallis muss nicht heissen, dass die Mieten dort steigen.»

Das ist Stadträtin Birchmeier ein Anliegen: «Wir wünschen uns eine gute Durchmischung von Alten, Jungen, Familien, Alleinstehenden, Berufstätigen und Nicht-Berufstätigen.»

Die Wünsche der Bevölkerung werden einbezogen

Die Hosaya Schaefer Architekten aus Zürich haben bei der Erarbeitung des Richtprojekts den Auftrag, die Wünsche der Bevölkerung einzubeziehen. Ihre Meinung konnte sie vorgängig an einem schwarzen Brett kundtun.

Dort wurden folgende Punkte genannt: Die Qualität des Angebots soll erhalten bleiben, man wünscht sich einen Ort für Begegnungen, weiterhin eine geschützte Atmosphäre unter dem Glasdach sowie Raum für Lokales. «Das ist auch uns ein Anliegen. Dass weiterhin lokale Unternehmen im Metalli vertreten sind und nicht nur internationale Ketten», so Florian Diener.

Das Richtprojekt wird in den nächsten sechs Monaten erarbeitet. Es wird die Grundlage für den späteren Bebauungsplan bilden. Dafür werden wiederum Architekturwettbewerbe durchgeführt. 2023 soll frühstens gebaut werden.

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2 Kommentare
  1. Hans Peter Roth, 13.03.2020, 14:38 Uhr

    Hoffentlich werden auch folgende Wünsche der Zuger Bevölkerung berücksichtigt:
    1. Bezahlbare Wohnungen im Wohnturm. 2. Ausreichende Abstellflächen für Velos.

    1. Alois Iten, 13.03.2020, 17:02 Uhr

      Mehr Veloparklätze finde ich super, wenn sie ebenfalls kostenpflichtig sind. So wie die anderen auch.

Die zentralplus Redaktion wünscht Dir einen schönen Tag!

Wir möchten einfach kurz Danke sagen. Danke, dass du zentralplus liest.