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«Diese Niederlage nehme ich auf meine Kappe»
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Hat zu beissen: FCL-Trainer Markus Babbel nach dem 0:2 am Sonntag gegen den FC Lugano. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Reisst der FCL das Ruder für den Cupfinal herum? «Diese Niederlage nehme ich auf meine Kappe»

4 min Lesezeit 03.04.2017, 16:07 Uhr

Die Pfiffe der Fans nach der Schlappe gegen Lugano zeigten: Der FCL hat am Cup-Halbfinal in Sion diesen Mittwoch etwas gutzumachen. Mit einer Erklärung für die Schlappe tut sich FCL-Trainer Markus Babbel schwer. Trotzdem glaubt er daran, dass sich der FCL – 25 Jahre nach dem letzten Titel – die nächste Chance auf einen Pokal sichern kann.

Die Stimmung in der Swissporarena ist nach diesem Sonntag getrübt. Ziemlich sang- und klanglos ging der FC Luzern gegen Abstiegskandidat Lugano mit 0:2 unter. Keine Tore, kaum Chancen, kaum Zweikämpfe, keine Leidenschaft, dafür Pfiffe nach dem Spiel: Der FCL enttäuschte über weite Strecken.

Und das ausgerechnet drei Tage vor dem Cup-Halbfinal in Sion. Es ist der negative Höhepunkt einer mehr als durchzogenen Rückrunde: Aus acht Spielen nahm der FCL nur acht Punkte mit, den letzten Sieg fuhren die Luzerner am 12. Februar ein.

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Das grosse Wundenlecken bleibt aber aus. «Es gibt nach dieser Niederlage gegen Lugano zwei Möglichkeiten», sagte FCL-Trainer Markus Babbel am Montag. «Entweder wir versinken in Selbstmitleid oder wir krempeln nun die Ärmel hoch.»

Cup – keine Ausrede

Der Trainer will nach vorne schauen. Denn eine Erklärung für den herben Dämpfer gegen Lugano scheint er auch am Tag danach nicht parat zu haben. «Glauben Sie mir, es macht mich wahnsinnig. Es ist nach wie vor schwierig zu erklären. Denn die Woche zuvor verlief richtig gut, es gab also keine Anzeichen dafür.» Umso weniger habe er mit der Klatsche gerechnet – und umso schmerzhafter war sie.


 

Zu viele Spieler sind gemäss Babbel aktuell nicht in der Lage, ihre Leistungen auf den Platz zu bringen. Die Mannschaft habe zu passiv agiert, sowohl defensiv wie auch offensiv. Dass sein Team mit dem Gedanken bereits beim Cup-Halbfinal weilte, will Babbel nicht als Ausrede anerkennen. «Das wäre mir persönlich zu billig.» Offenbar ist der Trainer gewillt, das Team aus der Schusslinie zu nehmen. «Wir haben keine gute Leistung gezeigt. Das nehme ich auf meine Kappe. Ich habe es nicht geschafft, die Truppe richtig auf das Spiel einzustellen.»

Schwieriger Gegner

Wie ihm das für den Cup-Halbfinal gegen Sion gelingen soll, lässt sich Babbel noch nicht entlocken. Sion ist bekanntlich kein Lieblingsgegner der Luzerner. Der letzte Meisterschaftssieg gegen die Walliser liegt beinahe zwei Jahre zurück. Diese Saison musste der FCL gegen Sion einmal als Verlierer vom Platz, zweimal gab’s ein Unentschieden. «Wir wissen, dass wir uns in der Meisterschaft immer schwer getan haben mit Sion», sagt Babbel. Zudem gilt Sion als Cup-Schreck. Der FCL reist deshalb bereits am Dienstag ins Wallis, um sich auf das Spiel einzustellen. Zudem verweist der Bayer darauf, dass die Walliser am Wochenende in Thun auch kein gutes Spiel abgeliefert haben – allerdings trotzdem gewonnen haben.

Zwei Cup-Klassiker gegen Sion

FC Sion gegen den FC Luzern: Bereits 2009 und 2012 standen sich die beiden Teams im Cup-Halbfinal gegenüber – jeweils mit unterschiedlichem Ausgang. 2009 noch in der alten Allmend konnte der FCL dank Claudio Lustenberger in der Nachspielzeit ausgleichen – verlor dann aber im Penaltyschiessen. Vor fünf Jahren endete die Partie mit dem besseren Ende für den FCL: Adrian Winter sorgte mit dem einzigen Tor des Spiels für den Finaleinzug. Dort wartete damals übrigens der FC Basel – ein Final, die sich heuer theoretisch wiederholen könnte. Denn den zweiten Cup-Finalisten machen Winterthur und Basel am Mittwoch ab 18.45 Uhr unter sich aus.

Trotz dieser Vorzeichen gibt sich Babbel kämpferisch. Allerdings braucht es eine gewaltige Steigerung im Vergleich zum Sonntag. «Wir dürfen keine Zweifel haben und müssen die Zweikämpfe annehmen, was wir gegen Lugano nicht taten.» Das Vertrauen in die eigene Mannschaft ist jedenfalls nach wie vor da.

Emotionen von 2012 wecken

Auch bei Captain Claudio Lustenberger. «Es ist wichtig, dass wir an unsere Chance glauben.» Das will er den Jungen mit auf den Weg geben. Lustenberger weiss nämlich, wie es sich anfühlt, im Cupfinal zu stehen – und wie es ist, den Finaleinzug gegen Sion zu schaffen. Nebst David Zibung ist er der Einzige aus dem heutigen Team, der bereits 2012 beim 1:0-Halbfinalsieg im Tourbillon mit dabei war. Und die damals herrschende Freude über den Cupfinal motiviert. Auch wenn die Zentralschweizer gegen Sion oft auf Granit beissen, weiss Lustenberger also, dass es auch anders geht.

Lustenberger will sich deshalb nicht lange mit Erklärungen für das Schwächeln gegen Lugano aufhalten. Es sei laut geworden in der Kabine nach Spielschluss. Aber der Captain erwartet am Mittwoch ein komplett anderes Spiel als diesen Sonntag: «Ich gehe davon aus, dass Sion nicht wie Lugano hinten reinsteht und auf Konter spekuliert, sondern den Match entscheiden will und entsprechend nach vorne spielt.»

Claudio Lustenberger will den Jungen das nötige Selbstvertrauen mitgeben – trotz der schlechten Leistung am Sonntag.

Claudio Lustenberger will den Jungen das nötige Selbstvertrauen mitgeben – trotz der schlechten Leistung am Sonntag.

(Bild: jal)

Lustenberger glaubt an die Chance des FCL. Und mit ihm sicherlich die zahlreichen Fans, die mit ins Wallis reisen werden. Sie nehmen dafür etliche Stunden unter die Füsse: Der Extrazug fährt bereits am Nachmittag ab und kehrt erst um 2.30 Uhr in der Nacht zurück. Entsprechend wichtig wäre es Lustenberger, ihnen etwas zurückzugeben. «Nicht nur wir Spieler warten seit 25 Jahren auf einen Titel, sondern alle in der Innerschweiz. Ich würde mir nichts mehr wünschen, als den Fans diesen Finaleinzug schenken zu können.»

Hinweis: zentralplus berichtet diesen Mittwoch ab 20 Uhr live vom Cup-Halbfinal gegen Sion.

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