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Die Wohnung des Zuger «Breaking Bad»-Bankers wird versteigert
  • Gesellschaft
Die Wohnung des Crystal-Meth-Herstellers in Oberägeri wird versteigert. (Bild: Google Street View)

Spannendes Grundstück unter dem Hammer Die Wohnung des Zuger «Breaking Bad»-Bankers wird versteigert

3 min Lesezeit 09.08.2019, 15:08 Uhr

Dort wohnen, wo vor wenigen Jahren noch Drogen fabriziert wurden? In Oberägeri kommt bald ein Grundstück unter den Hammer, das eine ziemlich gute Vorgeschichte zu bieten hat. Günstig gibt’s die schicke Wohnung jedoch nicht.

Einem Eintrag im aktuellen Amtsblatt ist zu vernehmen, dass ein Grundstück an der Erlimatt 2 in Oberägeri zu ersteigern ist.

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Klingt langweilig? Mitnichten. Es handelt sich dabei um das Grundstück des Norwegers, der letztes Jahr in der ganzen Schweiz als «Breaking Bad»-Banker Schlagzeilen gemacht hat. Der Grund: Der Norweger mochte es, zu tüfteln. So sehr, dass es dem Mann gelang, die Droge Crystal Meth herzustellen. Und zwar an ebendieser Adresse.

Aufgedeckt wurde die Sache im Mai 2018 eher per Zufall. Nachbarn hatten der Polizei gemeldet, dass eine Person in besagtem Gebäude mit Taschenlampen zugange sei. Um einen Einbruch handelte es sich jedoch nicht, wie die Einsatzkräfte wenig später herausfanden. Der entdeckte Mann war der Besitzer der Wohnung, der sich wegen eines Stromausfalls mit einer Taschenlampe seinen Weg durchs Dunkel bahnte.

Ein Blick in das selbst gebastelte Drogenlabor. (Bild: zvg)

40 Gramm Meth hergestellt

Was die Polizei im Untergeschoss seiner Wohnung bei ihrem Einsatz aber vorfand: Ein Drogenlabor und mehrere Behältnisse mit Substanzen, aus denen sich die synthetische Droge Crystal Meth herstellen lässt (zentralplus berichtete). Der Norweger stand im Mai dieses Jahres vor Gericht. Dass es sich bei seinen chemischen Experimenten um ein «aussergewöhnliches Hobby» gehandelt habe, wollten die Richter nicht glauben. Immerhin produzierte der Investmentbanker gemeinsam mit seiner Frau 40 Gramm Crystal Meth. Dieses soll er auch verkauft haben.

Die Räumung des Labors gestaltete sich aufwendig. (Bild: zvg)

Dem Norweger und seiner Frau wurde vom Zuger Strafgericht kurz darauf eine bedingte Freiheitsstrafe von sechs Monaten auferlegt. Während der Banker eine Geldstrafe von 65 Tagessätzen zu je 30 Franken auf sich nehmen musste, wurde die Frau gar zu 155 Tagessätzen verurteilt. Ihre Strafe fiel deshalb härter aus, da sie sich mehrmals die Aufenthaltsbewilligung erschlichen hatte und die Behörden täuschte. Des Landes verwiesen wurden sowohl der norwegische Staatsbürger als auch die thailändische Frau. Er für sieben Jahre, sie für sechs (zentralplus berichtete).

Der Mann hatte in den letzten Jahren finanzielle Schwierigkeiten. Während des Prozesses beteuerte er zwar, auf gutem Weg zu sein, seine Geldprobleme bald los zu sein. An seiner Situation hat sich jedoch offenbar bis heute wenig geändert.

Das Betreibungsamt schreitet ein

In wenigen Wochen versteigert das Betreibungsamt Ägerital zwei Wohnungen im schicken 4-Familien-Haus, die dem Norweger in Oberägeri noch gehören. Zu ersteigern gibt’s unter anderem die Wohnung im Erdgeschoss, doch auch jene im 1. Untergeschoss ist bis dato im Besitz des Mannes. – Es dürfte sich dabei um den Ort handeln, an dem der Norweger unter anderem Crystal Meth hergestellt hatte.

Weil es sich um ein ziemlich gediegenes Anwesen handelt, dürften sich insbesondere Gutbetuchte dafür interessieren. Insgesamt werden die vier zu versteigernden Flächen auf einen Wert von 2’425’000 Franken geschätzt.

Unter den Hammer kommt die Liegenschaft am 28. August in Unterägeri.

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