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Die winzige Migros Grabenstrasse wird zur Postfiliale
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Die kleine Migros-Filiale an der Zuger Grabenstrasse. Sie will ab Frühling 2018 auch postalische Dienstleistungen anbieten. (Bild: Google Earth/Mirjam Fetz)

«Coworking-Spaces» in Zuger Ex-Hauptpost Die winzige Migros Grabenstrasse wird zur Postfiliale

3 min Lesezeit 2 Kommentare 25.09.2017, 11:17 Uhr

Die Post präsentiert ihre Lösung für die Versorgung der Zuger Altstadt: Ab Frühjahr 2018 ersetzt eine «Filiale mit Partner» das heutige Provisorium in der Hauptpost am Postplatz. Partnerin ist die Migros an der Grabenstrasse 5. In der Hauptpost entsteht für zwei Jahre ein «Coworking-Space».

Im November 2015 hat die Post die Filiale Laubenhof eröffnet. Seither steht der grösste Teil der früheren Hauptpost am Postplatz leer. Als Übergangslösung bietet die Post seitdem eine beschränkte Auswahl von Dienstleistungen an.

Nun hat die Post nach langer Suche einen Partner für eine «Filiale mit Partner» in der Altstadt gefunden. Es ist die Migros. Gemäss einer Medienmitteilung wird die kleine Migros-Filiale an der Grabenstrasse 5 ab Frühling 2018 auch eine Post sein. «Mit der Eröffnung einer Filiale mit Partner in der Migros Grabenstrasse sind Dienstleistungen der Post während den attraktiven Öffnungszeiten der Migros weiterhin in der Zuger Altstadt erhältlich», teilte die Post mit. Wie in vielen anderen Ortschaften, wo die Post geschlossen wurde, wird das Verkaufspersonal an der Migros-Kasse also auch Postgeschäfte erledigen.

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Attraktive Öffnungszeiten

Die Migros habe Gespräche mit verschiedenen möglichen Partnern in Zug geführt, erklärt Post-Mediensprecher Markus Flückiger auf Anfrage. «Die Migros erfüllt die Anforderungen der Post und ist ein bewährter Partner von uns.» Eine Anforderung seien attraktive Öffnungszeiten. Der Migros-Supermarkt hat von Montag bis Freitag von 8 bis 19 Uhr und am Samstag bis 17 Uhr offen.

Der Stadtrat von Zug begrüsse die neue Lösung und sei überzeugt, dass damit auch der Standort Altstadt gestärkt werde, schreibt die Post (siehe auch Kasten).

Freistehende Postfachanlage bei Migros

Bei der neuen Filiale mit Partner will die Post künftig auch eine freistehende Postfachanlage betreiben, die notwendigen Abklärungen seien am Laufen. Die Postfachanlage am Postplatz wird mit der Eröffnung der neuen Filiale mit Partner im Frühjahr 2018 aufgehoben.

Stadtpräsident zufrieden, aber...

Der Zuger Stadtpräsident Dolfi Müller sagt auf Anfrage: «Was die Postfiliale in der Migros anbelangt, hat die Post nach langer Zeit doch ein Versprechen eingelöst. Da hat sie nach dem Trauerspiel jetzt wirklich etwas Gutes getan.»  Er finde den Ort an der Grabenstrasse attraktiv. «Er stärkt die Altstadt und die Migros-Filiale, die gut gelegen ist.»
Ist die Postfrage nun für den Stadtrat erledigt? «Nein. Die Post steht immer noch in der Schuld der Stadt», so der Zuger Stadtpräsident. «In zwei Jahren will ich eine picobello Nutzung der Hauptpost sehen, damit die Leute sagen: Das ist ja noch besser als die alte Post.» Müller fügt hinzu, der Bebauungsplan verlange eine öffentliche Nutzung. Zur Zwischen-Nutzung der ehemaligen Hauptpost meint Müller, sie sei besser als die bisherige «Nulllösung». Man könne sich aber schon fragen, ob die Nutzung «publikumsnah» sei.
 

Und das verbleibende Personal der Hauptpost? «Die Post nimmt ihre soziale Verantwortung auch im Rahmen dieser Entwicklung wahr: Sämtliche Mitarbeiter erhalten ein gleichwertiges Beschäftigungsangebot in der näheren Umgebung», schreibt der gelbe Riese.

Coworking-Space im alten Postgebäude

Es gibt auch endlich News zur Nutzung der ehemaligen Hauptpost: Vor einigen Wochen hatte die Post Interessenten eingeladen, die sich für eine Zwischennutzung interessierten (zentralplus berichtete). Doch aus all den Ideen vom Vegi-Tempel über den Mittagstisch bis zum Politikertreff wird nichts.

Den Zuschlag hat die Firma Office LAB aus Zürich erhalten. Das Postgebäude werde seine Tore ab dem 21. November wieder öffnen: Für voraussichtlich zwei Jahre gibt es einen Coworking Space im Erdgeschoss und im zweiten Stock der Liegenschaft. Unter Coworking Space versteht man geteilte Büro-Arbeitsplätze mit einer gemeinsamen Infrastruktur. Die Office LAB ist bereits Betreiberin von Coworking Spaces am Standort Zürich und jetzt neu auch in Zug. Im Baslerpark in Zürich-Altstetten vermietet sie 80 Coworking-Arbeitsplätze.

Das Angebot richtet sich an Start-ups, Freelancer, Kreative, Innovations- und Projektteams, KMUs aber auch Grossunternehmungen. Die Preise sind günstig, Gelegenheitsnutzer zahlen 35 Franken für einen Tag. Laut der Webseite der Firma wird der Standort mit IoT Sensoren ausgerüstet und der Betrieb durch digitale Technik weitgehend unterstützt werden, dies sei eine Kooperation mit der Post IMS.

Events mit anderen Interessenten?

Im Erdgeschoss der Ex-Hauptpost Zugs plane die Firma zusätzliche «kulturelle Angebote für die Bevölkerung von Zug». Was das genau heissen soll, fragten wir Roger Krieg, Inhaber von Office LAB. «In Zug gab es ja verschiedene Interessenten für die Zwischennutzung. Wir könnten uns vorstellen, mit ihnen zusammen den Platz zu bespielen.» Denkbar sei eine Buchvorlesung oder andere kulturelle Events. «Unser Geschäft ist ja die Untermiete. Montag bis Freitag ist Co-Working. Aber den Wochenenden könnte man die Räume auch anderweitig nutzen», sagt Roger Krieg. Die Location der Hauptpost findet er vom Charme her toll. Wieviel Miete seine Firma der Post zahlt, sei vertraulich.

Ein Verkauf der Liegenschaft steht laut der Post heute nicht zur Diskussion. Nach der Zwischennutzung soll eine definitive Nutzung bestimmt werden. «Sie soll den wirtschaftlichen und politischen Bedürfnissen der Stadt Zug Rechnung tragen», sagt Medienspracher Markus Flückiger.

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2 Kommentare
  1. Marco Barile, 26.09.2017, 10:06 Uhr

    Soviel ich weiss rentiert diese Migros Filliale sehr gut. Die Idee von der Postfiliale finde ich eigentlich gut leider haben wir dann noch mehr Verkehr (Parkplatzsuche). Wer geht schon ins Parkhaus Casino und muss bis nach unten fahren um ein Brief oder Paket aufzugeben?

  2. Michel Ebinger, 25.09.2017, 12:24 Uhr

    Und was machen wir, wenn es der Migros plötzlich nivht mehr rentiert?