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Die Tür für Gmür steht weit offen
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Damian Müller (FDP) und Andrea Gmür (CVP) schreiten ins Luzerner Regierungsgebäude. (Bild: AURA/Emanuel Ammon)

Ständerat: Müller gewählt, Frey trocknet Roth ab Die Tür für Gmür steht weit offen

4 min Lesezeit 20.10.2019, 17:50 Uhr

Damian Müller kann schon mal das Popcorn bereit machen. Er darf im zweiten Wahlgang getrost auf dem Sofa abwarten, wer ihm in den Ständerat folgt. Andrea Gmür liegt in der Poleposition, der Rückstand von Franz Grüter ist deutlich. Spannung verspricht, was dahinter passiert.

Da werden Erwartungen erfüllt: FDP-Posterboy Damian Müller schafft als einziger den Sprung über den Strich und vertritt den Kanton auch die kommenden vier Jahre im Ständerat.

Das gelingt ihm zwar denkbar knapp, aber es reicht.

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Grüter fehlt eine halbe Weltreise

«Das Resultat ist ein Beweis für das Vertrauen in meine bisherige Arbeit», bedankt sich der Seetaler bei seinen Wählern. Er wird den zweiten Wahlgang als Zuschauer gespannt verfolgen. Was ihn dort erwartet:

Hinter ihm hat die Zweitplatzierte Andrea Gmür immer noch beste Karten für eine Wahl. Franz Grüter (SVP) fehlt schon eine halbe Weltreise oder 16’000 Stimmen auf die CVP-Frau. Und doch hofft der Eicher IT-Unternehmer auf Stimmen aus dem CVP-Lager. «Die Zähler werden wieder auf null gestellt», sagt Grüter. Als wirtschaftsfreundlicher Vertreter glaubt er immer noch an einen Sprung nach vorne.

Gmür zeigt sich ziemlich zuversichtlich

Andrea Gmür will, trotz Blumenstrauss in der Hand, noch nicht feiern: «Siegessicher ist man erst, wenn man gewählt ist», sagt sie. Aber ein bisschen freut sie sich schon: «Man hat immer von einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit der SVP gesprochen, das war es heute aber bei Weitem nicht.»

«Auch ich bin mit den sozialen Medien vertraut, da merkte man auch den Altersunterschied nicht so stark.»

Monique Frey (Grüne) über das Duell mit David Roth (SP)

Sie ist deshalb zuversichtlich, «dass die gegenseitige Unterstützung von CVP/FDP auch im zweiten Wahlgang spielt». Sagt es, und schaut zu ihrem Wahlkampfkollegen Damian Müller hinüber, der sich beim Siegerinterview mit einem Fernsehsender äussert.

Trifft sich Frey noch zum Bier mit Roth?

Auf den Plätzen hinter den Topfavoriten: Überraschung! Oder nicht? Die Grüne Monique Frey trocknet den SP-Städter David Roth im links-grünen Rennen ab. Frey analysiert nüchtern: Sie sei zwar schon ein «bisschen überrascht», finde es aber nicht verwunderlich. «Offensichtlich finden auch die Leute in der Stadt, dass ich mich für ihre Anliegen einsetze.» Und sie fügt mit einem Augenzwinkern an: «Auch ich bin mit den sozialen Medien vertraut, da merkte man auch den Altersunterschied nicht so stark.»

Sie würde schon noch mit David Roth ein Bier trinken gehen, um über den zweiten Wahlgang zu sprechen, sagt sie auf Nachfrage von zentralplus weiter. Doch dieser ist bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht im Regierungsgebäude eingetroffen. Vielleicht, weil er weiss, welche Fragen ihn dort erwarten. Nämlich, ob es eventuell doch nicht so schlau war von seiner Partei, keine Frau in das Ständeratsrennen zu schicken.

Was zwischen SP und Grünen diese Woche noch besprochen wird, ob sich Roth allenfalls zugunsten von Frey zurückziehen wird, davon wird auch abhängen, ob es für einen Ständerat links von der CVP noch eine kleine Chance gibt.

Unter ferner liefen: Graber und Studer

Gelaufen ist die Wahl hingegen wohl für Michèle Graber. «Im Rahmen unserer Wähleranteile» seien die erreichten Stimmen, so die GLP-Kandidatin. Wenn es nach ihr ginge, würde sie bei dieser Ausgangslage «nicht mehr unbedingt» zu einem zweiten Wahlgang antreten. Es sei aber an der Partei, der GLP, zu entscheiden, ob sie noch einmal antreten solle. Oder allenfalls eine Wahlempfehlung für einen andern Kandidaten aussprechen.

Zu guter Letzt ist da noch Florian Studer. Der parteilose Klimaaktivist will sein «Klimaversprechen» so oder so weiterführen. Wenn er einem Kandidaten oder einer Kandidatin helfen kann, der oder die ähnliche Anliegen vertritt, würde er seinen rund 5’000 Wählern auch jemanden anders empfehlen.

Bis am Donnerstag fallen die Würfel

Studer nimmt schon mal den gewählten Damian Müller in die Pflicht, der sich in den vergangenen Monaten ebenfalls grüner präsentierte als es bisher für seine Partei üblich war. «Ich hoffe, er wird bei Themen des Klimas nicht nur auf wirkungslose Kompromisse setzen, sondern auch echten Lösungen zur Durchsetzung verhelfen.»

Bis am Donnerstag müssen die verbleibenden Kandidaten bekanntgeben, ob sie zum zweiten Wahlgang am 17. November antreten wollen. Damian Müller kann dann auch gut einen freien Tag einziehen. Es dürfte klar sein, wem er seine Stimme gibt.

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