Mitte-links: Die Stadt Luzern enttäuscht in Sachen LGBTQ
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Gerade bei jungen Menschen kommt es in LGBTQ-Kreisen häufiger zu Selbstmordversuchen als bei heterosexuellen Personen. (Bild: zvg)

Erneute Motion eingereicht Mitte-links: Die Stadt Luzern enttäuscht in Sachen LGBTQ

2 min Lesezeit 2 Kommentare 23.11.2020, 18:54 Uhr

Bereits vor gut zwei Jahren wurde die Stadt Luzern dazu aufgefordert, sich mehr für die Thematisierung LGBTQ-Belangen in der Schule einzusetzen und aktiv zu handeln. Bisher ist aber nicht viel geschehen. Deswegen will Mitte-links dem Stadtrat nun Beine machen.

Für die Motionäre, bestehend aus GLP, Grünen, Jungen Grünen und SP, ist klar: LGBTQ-Menschen (lesbische, schwule, bisexuelle Personen, sowie Transmenschen und non-binäre und queere Personen) leben mittlerweile weniger stigmatisiert und diskriminiert als sie dies noch vor Jahren taten. Dennoch fehlt noch viel bis zu einer kompletten Akzeptanz jener Personen. Gerade junge Personen, die queer sind, sollen häufiger an Depressionen leiden und haben häufiger Suizidgedanken als Heterosexuelle in jenem Alter.

Um dem Ziel, LGBTQ-Menschen mehr Raum und Akzeptanz zu verleihen, näherzukommen, wurde bereits im Oktober 2018 eine Motion aus dem Grossstadtrat eingereicht (zentralplus berichtete). Damit wurde die Stadtregierung dazu verpflichtet, den offenen Umgang mit LGBTQ-Themen in den Schulen zu fördern.

Jugendorganisationen dürfen nicht vergessen werden

Jetzt wird klar: Die Stadt hat noch nicht wirklich viel unternommen. 18 Monate nach Behandlung der Motion im Stadtparlament fand eine Themen-Orientierung zugunsten der Oberstufenschulleitenden statt, ein ähnlicher Anlass für die Unterstufenleitenden steht allenfalls an. So steht es in einer Mitteilung der Motionäre geschrieben.

Sie schreiben weiter: «Wir sind über diese Minimalumsetzung enttäuscht und verärgert und hegen Zweifel, ob sich der Stadtrat der Problematik tatsächlich genügend bewusst ist.» Deswegen sehen sich die drei Mitte-links-Fraktionen nun gezwungen, eine neue Motion einzureichen, die den Stadtrat erneut dazu auffordert, die nötigen Massnahmen zu ergreifen.

Sie bitten den Stadtrat, sich vorerst auf einer Projektebene der von den Unterzeichnenden aufgeführten Zielen anzunähern. Dabei dürfe die Inklusion von LGBTQ-Jugendorganisationen wie beispielsweise die Milchjugend keinesfalls vergessen werden.

Vier Forderungen

Der Stadtrat soll nun seine Massnahmen erläutern, mit welchen er an Schulen die Vielfalt fördern will, um die Selbstschadens- und Suizidrate von LGBTQ-Jugendlichen zu vermindern. Zudem verlangen die Unterzeichnenden eine Vorgehens- und Ressourcenübersicht, mit der eine Massnahmensetzung und damit eine stufengerechte Sensibilisierung in der Stadt Luzern erreicht wird.

Weiter wird gefordert, dass sich der Stadtrat zu der Vorgehensweise, mit welchen Stadtluzerner Lehrpersonen, Arbeitende im Schulsozial-, Quartier- und Jugendtreffpunktbereich regelmässig mit der Thematik in Berührung kommen und sie in ihrer Berufsausübung im Sinne dieser Motion anwenden können.

Vierter und letzter Punkt der Forderung verlangt, dass eine weiterführende Vermittlung der gesammelten Erfahrungen und Empfehlungen dem Kanton mit seinen Schulgemeinden garantiert wird.

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2 Kommentare
  1. Roli Greter, 24.11.2020, 06:12 Uhr

    Herr Rucki, die Verwendung des Begriffs „heterogen“ in der Bildunterschrift verleiht der Aussage wohl nicht die beabsichtigte Bedeutung 😉

    1. Redaktion Jan Rucki, 24.11.2020, 08:16 Uhr

      Lieber Herr Greter, herzlichen Dank für Ihren Hinweis. Da hat sich tatsächlich ein kurioser Wortwahl-Fehler eingeschlichen. Wir haben ihn korrigiert. Selbstverständlich handelt es sich hierbei um heterosexuelle Personen. Viele Grüsse Jan Rucki

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