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«Die Solidarität geht verloren»
  • Wirtschaft
Die Luzerner Hertensteinstrasse: Beliebt für Weihnachtseinkäufe. Aber an der Beleuchtung wollen sich die Geschäfte nicht beteiligen. (Bild: bra)

Luzern als Einkaufsstadt «Die Solidarität geht verloren»

3 min Lesezeit 22.12.2014, 15:59 Uhr

Die Adventszeit wäre eigentlich die Zeit der Solidarität und Nächstenliebe. Franz Stalder, der Präsident der Detailhändler, erfährt das ein wenig anders. Er zeigt sich enttäuscht von den internationalen Ladenketten in der Altstadt. «Die kümmert es wenig, was bei uns hier passiert.»

Die beliebten City-Gutscheine sind ein gutes Verlegenheitsgeschenk. Sie sind in jedem Geschäft in der Luzerner Innenstadt einlösbar und deshalb sehr nützlich für unter den Weihnachtsbaum. Überall einlösbar? Denkt man. Die neuen internationalen Ladenketten in der Altstadt machen nicht mehr mit.

Vor drei Jahren haben die Verantwortlichen von der City-Vereinigung Luzern, dem Verband für die Detailhändler in der Stadt, eine aufladbare «Citycard» eingeführt. Diese ersetzte die farbigen Papier-Gutscheine. Noch sind es viele alteingesessene Geschäfte, welche die Citycard akzeptieren.

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Hertensteinstrasse wird international

Insgesamt um die 200 Geschäfte nehmen die Citycard noch an. Geht man aber in die Geschäfte, die erst in den letzten Jahren in der Luzerner Altstadt eine Filiale eröffnet haben, wird deutlich: Viele nehmen die Karte nicht mehr an. Schon beim ersten Laden in der für Einkäufe beliebten Hertensteinstrasse, dem «Butlers» Wohnaccessoirs, ist Schluss. In den Kleiderläden «Zebra» und «Benetton» wird die Karte nicht angenommen, im «Foot Locker» auch nicht. Und rechts abgebogen, von den edlen Schmuckgeschäften am Grendel ganz zu schweigen.

Franz Stalder, Präsident der Cityvereinigung Luzern, stört sich daran: «Viele internationale Ladenketten rüsten ihre Geräte nicht für unsere Karten.» Dabei sei es alles in allem ein gutes Geschäft. Die Citycard als Zahlungsmittel setze laut Stalder pro Jahr zwischen zwei und drei Millionen Franken um. 

Schwierig, etwas auf die Beine zu stellen 

Die Entwicklung betrachtet Stalder mit Sorge. Denn im Kern gehe die Solidarität unter den Geschäften verloren. «Der Bezug zu Luzern ist nicht da», beklagt Stalder. Man kenne sich nicht mehr, und es sei sehr schwierig, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. «Die Schweizer Sitze der internationalen Geschäfte sind meist in anderen Städten. In Basel oder Genf. Die kümmert es wenig, was bei uns hier passiert.»

Ein weiteres Beispiel ist das Thema Weihnachtsbeleuchtung. Auch hier zeige sich die Passivität der internationalen Modeketten. Jedes Jahr werde es schwieriger, Geld aufzutreiben. Die Luzerner Geschäfte beteiligen sich traditionsgemäss an den Kosten fürs Aufhängen, Abmontieren und für die Lagerung der Weihnachtsbeleuchtung. Rund 27’000 Franken sind dafür jährlich nötig – jedes Geschäft sollte je nach Grösse einen Betrag zwischen 265 und 3’850 Franken zahlen.

Doch laut Stalder müsse der Grossteil des Betrages mittlerweile anderweitig aufgetrieben werden. Unterstützt wird der entsprechende Verein Weihnachtsbeleuchtung auch vom städtischen ALI-Fonds, Luzern Hotels, EWL und anderen Geldgebern. Stalder hofft nun auf die Solidarität der Ladeninhaber, ein Druckmittel hat er nicht. Der Beitrag ist freiwillig. «Es wäre aber schade, wenn es die Leuchtenstadt zu Weihnachten nicht schafft, die Hertensteinstrasse zu beleuchten.» In Zukunft werde es aber bestimmt noch schwieriger. 

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