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Die Skulpturen in der Tribschenstadt sind zurück
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Nach drei Jahren sind Peter Leisingers Figuren zurück. (Bild: Hildegard Küng)

Eine dreijährige Odyssee via Neuheim Die Skulpturen in der Tribschenstadt sind zurück

3 min Lesezeit 1 Kommentar 15.07.2019, 11:30 Uhr

Vor drei Jahren sind Peter Leisingers Skulpturen in der Tribschenstadt verschwunden. Seit kurzem sind sie zurück, doch nach all den Jahren sind sie nicht mehr die gleichen.

Nun sind sie zurück. Drei Jahre lang waren sie verschwunden und mit der Rückkehr der Skulpturen in der Tribschenstadt beim Restaurant Peporoncino hätte wohl kaum noch jemand gerechnet. Doch wo waren sie?

Der Künstler Peter Leisinger hat für die Allgemeine Baugenossenschaft Luzern (ABL) die Figuren aus Holz gefertigt und bemalt. Sie wurden daraufhin in der Tribschenstadt aufgestellt. Nach etwa zehn Jahren, in denen die Skulpturen Sonne und Regen ausgesetzt waren, wiesen sie allerdings beträchtliche Schäden auf.

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Die zündende Idee

Die ABL liess daraufhin einige der Figuren sanieren, bevor die Idee aufkam, diese aus Metall zu giessen. «Wir dachten uns, diese Investition wäre etwas nachhaltiger, da die Metallfiguren viel länger schön bleiben», sagt Benno Zgraggen von der ABL.

So haben die Skulpturen ausgesehen, bevor sie verschwunden sind. (Bild: zvg)

2016 entschied sich Leisinger, den Auftrag fürs Giessen der Skulpturen an die Kunstgiesserei Bellform in Neuheim zu geben. «Der Geschäftsleiter dort, Ignaz Röllin, ist auch ein Künstler und ein Freund von mir», so der Schöpfer der Figuren.

So wird gegossen

Beim sogenannten Wachsausschmelzverfahren, welches Röllin für den Guss der Skulpturen verwendet hat, müssen Negative der originalen Skulpturen aus Silikon gemacht werden. Mit diesen produziert man dann wiederum ein Positiv aus Wachs.

Dieses ummantelt man mit einem feuerfesten Material, um es danach im Ofen zu brennen. Dabei läuft der Wachs aus und gibt den Hohlraum frei, in den das Metall gegossen werden kann. Weil für dieses Verfahren aber die Originale nötig sind, wurden diese damals von der Tribschenstadt nach Neuheim gebracht.

Ein Haus in Flammen

Die Giesserei Bellform brannte aber ab (zentralplus berichtete), noch bevor die Güsse gemacht werden konnten. 90 Personen standen im Einsatz, um den Brand zu löschen. Als das Feuer ausbrach, befanden sich drei Personen im Gebäude, eine davon wurde schwer verletzt.

Die Holzoriginale überlebten das Feuer aber überraschenderweise. «Es hat nur der Dachstock gebrannt, die Figuren sind zwar nass geworden, blieben aber unbeschadet», berichtet  Röllin.

In Vollbrand: Scheune in Neuheim.
Die Giesserei brannte lichterloh. (Bild: Zuger Polizei)

Nichtsdestotrotz, die Giesserei war hinüber. Der Geschäftsleiter musste sich erst einmal wieder fangen. Das Domizil der Kunstgiesserei ist immer noch in Neuheim, Röllin giesst nun aber bei einem Kollegen in Wangen an der Aare. Vor etwa einem Monat war es dann so weit und die Figuren von Leisinger wurden gegossen.

«Der Reichtum an Detail ist beeindruckend, man sieht jede einzelne Holzfaser.»

Peter Leisinger, Künstler

Danach wurden sie zu ihm gefahren, damit er sie bemalen konnte. Das habe etwa 14 Tage gedauert wegen des Trocknens zwischendrin. «Die Güsse gefallen mir ganz gut, die sind toll rausgekommen», schwärmt der Maler von Röllins Arbeit.

Leisinger selbst sehe natürlich, dass es nicht die Originale sind, die er aus Holz gemacht hat. «Aber der Reichtum an Detail ist beeindruckend, man sieht jede einzelne Holzfaser.»

Originale werden versteigert

«Irgendwann habe ich schon fast nicht mehr geglaubt, dass das noch etwas wird», so Leisinger. Doch nun stehen sie wieder in der Tribschenstadt.

Und was ist eigentlich mit den Originalen aus Holz? Die stehen zurzeit noch in Wangen an der Aare, wo Röllin arbeitet. Es seien nicht alle gleich gut erhalten, einige sind sogar faul. «Die besseren Stücke sollen aber für einen guten Zweck versteigert werden, so Zgraggen.

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1 Kommentare
  1. Aldo und Beatrice Isepponi, 15.07.2019, 15:12 Uhr

    Die Figuren des Künstler Leisinger sind einfach spitze.