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Die Skilifte stehen seit dem Super-Dezember still
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Der Hang des Skilifts Lindenberg in Menzingen. Grün ist momentan die dominante Farbe. (Bild: sib)

Zuger Skigebiete warten auf den Schnee Die Skilifte stehen seit dem Super-Dezember still

4 min Lesezeit 20.01.2018, 11:16 Uhr

Nachdem der Dezember durchaus schneereich ausgefallen ist, befinden sich die Zuger Skigebiete momentan mitten in einem Januarloch mit weitestgehend grünen Hängen. zentralplus hat bei den Skigebieten nachgefragt, wie sie mit dieser Situation umgehen und was ihre Motivation ist, überhaupt einen Skilift zu betreiben.

Der Anblick kann ihm nicht gefallen. Nur vereinzelt verdeckt Schnee das Grün der Wiese. «Weiss gezuckert», wie es Beat Weber nennt. Und dies Mitte Januar. Er ist Betreiber des Skilifts Lindenberg in Menzingen. «Unsere Gemütslage ist wie das Wetter: im Tief», macht er aus seinem Befinden über den Schneemangel keinen Hehl.

Dabei begann der Winter durchaus vielversprechend: «Zwölf Nachmittage und sechsmal für den Nachtbetrieb konnten wir den Skilift zwischen dem 16. und 30. Dezember öffnen», so Weber. Jeweils am Mittwoch, Freitag und Samstag zwischen 19 und 22 Uhr ist die Piste auch abends geöffnet. Sofern eben genug Schnee liegt.

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Im Schnitt stolze 50 Schneetage pro Jahr

Bei Ruedi Hanhart, seit drei Jahren Betreiber des Skilifts Nollen in Unterägeri, sieht die Zwischenbilanz ähnlich aus: «Der Winter hat ganz gut begonnen. Den kleinen Skilift konnten wir bereits 15 Nachmittage im Dezember laufen lassen. Der grosse braucht jedoch mindestens 20 Zentimeter Schnee.» Entsprechend sei dieser auch erst einen Mittwochnachmittag in Betrieb gewesen.

So sollte es aussehen: Der weisse Hang des Skilifts Raten in Oberägeri.

So sollte es aussehen: Der weisse Hang des Skilifts Raten in Oberägeri.

(Bild: zvg)

In etwas grösserem Rahmen wird der Skilift Raten in Oberägeri betrieben. Jürg Rogenmoser ist Verwaltungsratspräsident des Skilifts. Auch er spricht von einem sehr gelungenen Start in den Winter: «Bislang haben wir den Skilift 35 Tage geöffnet gehabt diesen Winter. Wir hatten einen einmalig guten Dezember.» Vor allem hätte sich positiv ausgewirkt, dass sie den Skilift über die Feiertage hätten laufen lassen können. «Im Schnitt der letzten 15 Jahre haben wir pro Saison um die 50 Schneetage gehabt, in denen wir den Skilift haben in Betrieb nehmen können.»

«Unsere Helfer kennen nur die Flexibilität.»

Beat Weber, Betreiber Skilift Lindenberg in Menzingen

Dies sei ein recht guter Schnitt und laut Rogenmoser dank der etwas höheren Lage möglich: «Der Raten liegt auf etwas über 1’000 Meter über Meer, was sich positiv auswirkt. Es kommt oft vor, dass es bei uns auf dem Raten immer noch Schneefall gibt, während es im Dorf Oberägeri bereits nicht mehr schneit.»

«Abgerechnet wird Ende Saison»

Im neuen Jahr jedoch konnte man bislang noch nicht mit den Skiern den Berg hinunterbrettern. Nicht den Lindenberg, nicht den Nollen und auch nicht den Raten. Für Beat Weber ist dies keine gänzlich unbekannte Situation: «Januarlöcher oder andere Wintermonatslöcher hat es schon immer gegeben. Abgerechnet wird Ende Saison.» Gehofft werde nun auf den Februar. Für eine künstliche Beschneiung fehlen die finanziellen Mittel.

Ruedi Hanhart bläst ins gleiche Horn. «Die Saison ist noch nicht vorbei. Man weiss nie, wann der Schnee doch noch kommt. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt», gibt er sich kämpferisch.

Das Klima wird nicht einfacher für die Skigebiete. Dies gilt vor allem für kleinere und tiefer gelegene Skigebiete. Dies bekommt auch der Skilift Lindenberg zu spüren, wie Beat Weber zu berichten weiss: «Die Betriebstage werden schneebedingt tatsächlich laufend etwas weniger.» Analog dazu hätten auch die Kundenzahlen abgenommen.

Flexibilität ist gefragt

Entsprechend gibt man sich bei den Öffnungszeiten am Lindenberg und Nollen flexibel, obwohl die Öffnungszeiten theoretisch auf die schulfreie Zeit ausgelegt sind. Hanhart dazu: «Wir öffnen beispielsweise auch mal an einem Dienstag ausserhalb der Schulferien, wenn Schnee und Wetter passen.» Bei Weber klingt es ähnlich: «Unsere Helfer kennen nur die Flexibilität.»

Das Betreiben eines Skiliftes ist kein Zuckerschlecken und finanziell ein Drahtseilakt. «Dadurch, dass wir im Dezember den Skilift zwei Wochen in Betrieb nehmen konnten, können wir zumindest den Strom und die Versicherungen bezahlen», so Weber. Ohne freiwillige Helfer wäre der Betrieb entsprechend gar nicht erst möglich.

«Bei uns kann man ideal den Start in den Schneesport machen.»

Jürg Rogenmoser, Verwaltungsratspräsident Skilift Raten in Oberägeri

Auf dem Raten sieht laut Jürg Rogenmoser die finanzielle Situation stabiler aus. «Wir konnten dadurch in den letzten Jahren auch einige Neuerungen präsentieren: einen neuen Skilift, ein neues Pistenfahrzeug, neue Verpflegungsmöglichkeiten im Kiosk sowie zusätzliche Spielgeräte.»

Möglich werden solche Investitionen durch die zahlreichen Supporter: «Zu unseren Unterstützern gehören sowohl die öffentliche Hand und Körperschaften als auch viele Privatpersonen und Firmen», so Rogenmoser. Dank all diesen Freunden des Ratens stehen wir schuldenfrei da und können den Skiliftbetrieb auf dem Raten aufrechterhalten.»

Mit «uhuere» viel Freude am Skisport

Trotzdem. Der finanzielle Aspekt kann nicht der Antrieb sein, einen Skilift zu betreiben. Was ist dann die Motivation? Beat Weber formuliert es kurz und prägnant: «Uhuere viel Freude am Skisport. Dazu die Entschädigung durch zufriedene Eltern und glückliche Kinder.»

Jürg Rogenmoser nennt neben der Ski- und Schneesportbegeisterung noch einen weiteren guten Punkt, weshalb es auch in Zukunft die kleinen Skigebiete braucht: «Für den ersten Kontakt mit dem Wintersport können und wollen nicht alle in die grossen Skigebiete fahren. Bei uns kann man ideal den Start in den Schneesport machen und so sind wir kleinen Skigebiete quasi die Gästelieferanten für die grossen Gebiete in der Schweiz.» Fehlt also für den Start in den Schneesport nur noch der Schnee.

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