Die Schiffsstation Seeburg soll im Sommer zu neuem Leben erwachen
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Bald soll sie wieder in neuem Glanz erstrahlen: die Schiffsstation Seeburg. (Bild: Aura/Emanuel Ammon)

Neuer Hofladen in Luzern geplant Die Schiffsstation Seeburg soll im Sommer zu neuem Leben erwachen

3 min Lesezeit 1 Kommentar 09.10.2020, 11:45 Uhr

Die Schiffe der SGV machen seit 2018 einen Bogen um die Station Seeburg. Grund dafür ist der marode Zustand. Nun soll das denkmalgeschützte Gebäude saniert und wieder in den SGV-Fahrplan aufgenommen werden.

Die glorreichen Zeiten der Schiffsstation Seeburg sind längst vorüber. Im Jahr 2018 musste sie geschlossen werden, weil die Anlegestelle sanierungsbedürftig und ein Halt aus sicherheitstechnischen Gründen nicht mehr möglich war. Das Alter hatte der Plattform stark zugesetzt. Zuvor waren jährlich rund 1’600 bis 2’000 Passagiere hier ein- und ausgestiegen.

Am Zustand der Station hat sich seither wenig geändert. Nun soll aber etwas passieren, wie einem Baugesuch zu entnehmen ist. Demnach soll die Rampe für den Ein- und Ausstieg von Passagieren wieder instandgesetzt werden. Die Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (SGV) möchte die Station künftig wieder anfahren können. Im denkmalgeschützten Gebäude selbst soll ein Hofladen einziehen. Betrieben wird dieser von Monika und Markus Reinhard, Besitzerpaar des Seeburghofs in Luzern.

«So ein Anblick ist einfach unschön für so einen schönen Ort.»

Markus Reinhard, Besitzer des Seeburghofs

«Die SGV möchte die Schiffstation Seeburg trotz kleiner Bedeutung für die Schifffahrt sanieren. Mit den Reinhards, die den oberhalb der Seeburg gelegenen Bio-Hof betreiben, haben wir einen Partner gefunden, der uns bei der Stegsanierung unterstützt und in der Schiffstation einen Hofladen plant», erklärt SGV-Sprecher Werner Lüönd auf Anfrage.

Die Reinhards wollen eine mobile Buvette mit Verkaufstischen errichten. Dort will er die saisonalen Produkte seines Bio-Hofs der lokalen Bevölkerung anpreisen. Die Idee dafür kam von ihm selbst. Mit ihr ging er auf die SGV zu, wie er auf Anfrage von zentralplus sagt. «Die Station ist schon lange mit Gittern abgesperrt, es ist traurig und passt nicht ins Bild. So ein Anblick ist einfach unschön für so einen schönen Ort.» Die SGV sei von der Zusammenarbeit begeistert gewesen. «Es gibt schliesslich nicht viele Konzepte, die so zusammen funktionieren», sagt Reinhard.

Hofladen mit Selbstbedienung

Für ihn und seine Frau ist die Gelegenheit auch eine Chance: «Unser Hof befindet sich gleich oberhalb der Station, es ist ein Katzensprung. Bei uns oben sind aber hauptsächlich Spaziergänger unterwegs.» Mit dem mobilen Laden könne er eine langfristige Kundenfrequenz sicherstellen.

Vorerst wird beim Hofladen Selbstbedienung gelten. Das sei aber nicht endgültig, erklärt Reinhard. «Vielleicht werden wir später auch bediente Zeiten einführen.»

Acht Schiffsstopps pro Tag

Doch auch die SGV hat schon Pläne geschmiedet. Die Station selbst sei mit rund 2000 Passagieren jährlich aus kommerzieller Sicht eher unbedeutend. «Trotzdem wird die SGV diese Anlegestelle vor allem während der Sommersaison weiter nutzen – einerseits für die Schifffahrten im Luzerner Seebecken und andererseits als Anlagestelle für mögliche Charterfahrten.»

Die SGV selbst will im Sommer achtmal täglich bei der Seeburg halten, wie es in den Unterlagen des Baugesuchs heisst. Im Frühling und Herbst jeweils auch achtmal an Sonn- und Feiertagen. Im Winter ist kein Stopp bei der Seeburg eingeplant.

Im Sommer soll es losgehen

Wann es losgeht, hängt vom Bewilligungsverfahren ab. Und von den Bauarbeiten, die teils unter Wasser ausgeführt werden müssen und sich deshalb sehr aufwändig gestalten. Läuft alles gut, können die Arbeiten im Frühling 2021 starten. Sie werden rund zehn bis zwölf Wochen dauern. Im Sommer sollen dann die ersten Schiffe bei der Seeburg haltmachen. Die Kosten von rund 600’000 Franken werden zwischen der SGV und Reinhard aufgeteilt. Ohne diese Zusammenarbeit hätte die SGV die Station aus wirtschaftlichen Gründen wohl nicht saniert, heisst es im Baugesuch.

Das Bauwerk soll nach der Sanierung für 50 Jahre genutzt werden können, wie aus den Unterlagen des Baugesuchs zu entnehmen ist. Zu diesem Zweck muss auch die Ufermauer teilweise erneuert werden. Das Landschaftsbild wird jedoch unverändert bleiben.

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1 Kommentare
  1. Balthasar, 11.10.2020, 14:32 Uhr

    Neu für mich, gute Idee

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