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Die Rischer sagen Ja: Bald entstehen in der Gemeinde 179 Wohnungen
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So könnte die Überbauung Chäsimatt künftig aussehen. Im Hintergrund knapp zu erkennen: Winzige Kletterer am alten Chäsigebäude. (Bild: zVg)

Stimmvolk klar für die Überbauung Chäsimatt Die Rischer sagen Ja: Bald entstehen in der Gemeinde 179 Wohnungen

3 min Lesezeit 04.06.2018, 21:29 Uhr

Und schwupps, ist Rotkreuz einen Schritt näher dran, eine richtige Stadt zu werden. An der Gemeindeversammlung vom Montag sprachen sich die Stimmberechtigten deutlich für die neue Überbauung Chäsimatt aus. Auch, wenn noch nicht alle Fragen rund um den Verkehr geklärt sind.

Rotkreuz hat was vor. Nach dem aufgebrezelten Dorfzentrum und der immer imposanter, immer höher werdenden Suurstoffi soll in der Gemeinde ein neues Quartier entstehen. Eines, das es in sich hat. Gemeinsam mit der Rotkreuzhof Immobilien AG plant die Landi Zugerland eine Überbauung, welche knapp 180 Wohnungen sowie Verkaufs- und Dienstleistungsflächen bieten wird. Im alten Chäsigebäude, welches in den Grundzügen erhalten bleiben soll, ist ausserdem eine öffentlich zugängliche Kletterhalle angedacht (zentralplus berichtete).

Das Grundstück liegt in der Kernzone und unterliegt deshalb einer Bebauungsplanpflicht. Will heissen: Die Abstimmungsberechtigten, welche am Montagabend im Zentrum Dorfmatt zur Gemeindeversammlung eingetroffen sind, dürfen mitentscheiden. Über den Bebauungsplan, die Bauordnung und die Teiländerungen des Zonenplans, welche für den Bau vonnöten sind.

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Wie war das mit dem Verkehrskonzept?

Es ist offensichtlich: Die Chäsimatt bewegt die Einwohner von Rotkreuz. Insbesondere die Frage des Verkehrs macht einigen Anwohnern Bauchschmerzen. So wundert sich etwa Roger Gwerder, einer der Anwesenden, wie es denn käme, dass man bei 170 Wohnungen 288 Parkplätze berechne.

«Der Investor wollte ursprünglich noch viel mehr Parkplätze.»

Ruedi Knüsel, Risch-Rotkreuzer Bauchef

Der Rischer Bauchef Ruedi Knüsel erklärt: «Der Investor wollte ursprünglich noch viel mehr Parkplätze. Der rechnete mit Faktor zwei der jetzigen Zahl.» Die Anzahl der Parkplätze würde in sogenannte Güteklassen gegliedert, je nachdem, wie gut die öV-Anbindung vor Ort sei. Auf dieser Basis würden die Zahlen berechnet.

René Zimmermann, Anwohner der Birkenstrasse, denkt noch einen Schritt weiter: «Bei 288 Fahrzeugen kämen wir täglich auf mindestens 600 Fahrzeugbewegungen. Schon heute ist zur Rushhour fast kein Durchkommen.» Und das, so Zimmermann, obwohl das Hochhaus Aglaya sowie die Hochschule noch gar nicht fertig seien. Er kritisiert: «Dennoch steht das Verkehrskonzept noch nicht im Detail. Was gedenkt der Gemeinderat zu tun?»

Bauchef Knüsel dazu: «Tatsächlich sind neben dem Verkehrskonzept keine anderen Massnahmen in der Pipeline. Konkret rechnen wir jedoch damit, dass der Bypass bis 2020 umgesetzt ist. Am Forrenkreisel sind derzeit Verkehrserhebungen dazu im Gange.»

Noch zu früh für Detaildiskussionen

Der junge Rotkreuzer Konrad Franzini wundert sich, ob in der Chäsimatt auch Jugendräume realisiert werden. Und bekommt die Antwort, dass die Gemeinde ungefähr tausend Jugendliche zwischen 13 und 20 Jahren zu einer Jugendraum-Konferenz einladen werde. Dabei wolle man eruieren, was die Bedürfnisse seien und wie ein solcher Raum aussehen könnte.

Roger Gwerder möchte gern mehr über die angedachte Kletterhalle erfahren. Etwa, wie weit die Überlegungen diesbezüglich seien und ob es sich um einen professionellen Betrieb handeln werde.

«Weil der Bau eine privatrechtliche Geschichte ist, ist die Nutzung im Chäsigebäude Sache des Bauherrn.»

Ruedi Knüsel, Risch-Rotkreuzer Bauchef

Darauf hat der Bauchef keine Antwort. Man sei nun erst auf der Stufe Bebauungsplan. Danach werde die Nutzungsordnung geschaffen, basierend darauf das Bauprojekt ausgearbeitet. «Wir sind noch sehr weit von der Diskussion um solche Fragen entfernt. Was wir jedoch sagen können: Weil der Bau eine privatrechtliche Geschichte ist, ist die Nutzung im Chäsigebäude Sache des Bauherrn.»

Die Rotkreuzer sagen klar Jawoll

Trotz einiger Bedenken unterliegen die Kritiker der Chäsimatt letztlich. Die Abstimmungsberechtigten sprechen sich sowohl für die Teiländerung des Zonenplans und die Bauordnung als auch für den Bebauungsplan Chäsimatt aus und genehmigen beide Anträge.

Im Juli dieses Jahres ist die Planung des Bauprojekts angesetzt, sowie die Information über Grundrisse, Wohnungen, Gewerbe und Mietermix. Laut heutiger Planung soll im Herbst 2019 zu bauen begonnen werden, die Bauzeit wird gemäss Planung etwa zwei Jahre dauern.

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