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Die Republik Neuägeri erhält nach Beiz auch eine Pension
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Fürs Gasthaus Rössli in Neuägeri gibt es neue Pläne. (Bild: Markus Mathis)

Neues Hotel-Projekt von Jörn Gatermann Die Republik Neuägeri erhält nach Beiz auch eine Pension

3 min Lesezeit 06.09.2019, 09:46 Uhr

Das Restaurant Rössli in Neuägeri wird zum reinen Berherbergungsbetrieb. Verantwortlich dafür ist ein Unternehmer, der schon verschiedentlich für Aufsehen in der Zentralschweizer Hotellerie gesorgt hat.

Eine Strasse entlang der Lorze, eine alte Textilfabrik und einige Häuser – das ist Neuägeri, auf dem Weg von Zug ins Ägerital gelegen. Drei Gemeinden haben Anteil an der Siedlung im engen Flusstal, die ein eigentlicher Unort im Kanton ist (zentralplus berichtete). Allerdings nur für die Passanten, nicht für seine Bewohner.

Für diese ist Neuägeri Heimat, hat auch eine eigene Identität. Vor einigen Jahren wurde deshalb am Stammtisch im Gasthaus Rössli die Republik Neuägeri ausgerufen – und eine eigene Flagge fürs Staatswesen gestaltet.  Sie vereinigt die Wappen von Unterägeri, Menzingen, Baar und Zug – denn auch das städtische Territorium ist nicht weit entfernt.

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Baugesuch lag auf

Die Flagge der Republik weht immer noch stolz vor dem «Rössli». Dieses aber ist geschlossen. Das Haus wird bald umgebaut. Die Pläne für eine kleine Pension mit 11 Zimmern lagen kürzlich auf der Gemeindeverwaltung von Unterägeri auf.

«Es wäre schade, wenn der Charme des Gebäudes verloren ginge.»

Jörn Gatermann, Unternehmer

Die behördlichen Auflagen zum Schall- und Brandschutz stünden noch aus, sagt Jörn Gatermann, der die Liegenschaft besitzt. «Aber ein Restaurant wird es nicht mehr geben.» Stattdessen sei eine Pension für Geschäftsreisende und Handwerker mit Self-Checkin geplant.

Dachstock wird ausgebaut

Er wolle behutsam in das Objekt einzugreifen, um möglichst viel im Bestand erhalten zu können. «Der Bestandsbau ist sehr schön und es wäre schade, wenn der jetzige Charme und Charakter des Gebäudes verloren ginge», so Gatermann.

Die grössten Veränderungen sind im ersten Stock vorgesehen, wo bisher die Beiz war, und im bisher nicht ausgebauten Dachstock. Von aussen werden sie kaum sichtbar sein. Lediglich zwei neue Dachfenster und zwei zusätzliche Fenster auf der Hinterseite sind geplant.

Gastronomische Alternative

Ihren Stammtisch müssen die Neuägerer Republikaner also verlegen. Mit dem «Schmidtli», einige hundert Meter nordwestlich auf Baarer Boden gelegen, haben sie eine Ausweichmöglichkeit. Nachdem das Restaurant über ein halbes Jahr lang leer stand, ist dort wieder Leben eingekehrt. Rita und Nevi Osmani wirten dort seit dem Frühling (zentralplus berichtete).

«Eine Belebung der Hotellerie ist uns willkommen.»

Fridolin Bossard, Präsident Agerital-Sattel Tourismus

Gatermann, der «Rössli»-Besitzer, ist eigentlich Biologe und betreibt eine Firma für klinische Forschung. Doch bekannt geworden ist er mit Immobilienprojekten im Hotelleriebereich. So führte er vorübergehend das Hotel Station in Zug, besass das Budget-Hotel Fox in Luzern (zentralplus berichtete) und machte mit dem Projekt eines Business-Hotels mit 120 Zimmern in Steinhausen von sich reden (zentralplus berichtete).

Nach «Bergsonne» folgt «Rössli»

Gatermann hat freilich schon wieder ein neues Projekt. Zusammen mit einem Partner kaufte er im Winter das Hotel Bergsonne auf Rigi Kaltbad. Nun also folgt mit dem «Rössli» in Neuägeri der nächste Streich.

Im Ägerital wird das Engagement mit Wohlwollen betrachtet. «Eine Belebung der Hotellerie ist uns immer willkommen», sagt Fridolin Bossard, der Präsident von Ägerital-Sattel Tourismus.  Das neue Haus wird zwar nicht gross, «aber für Monteure und Dienstleister auf Geschäftsreise ein gutes Angebot».

Guter Geschäftsgang wegen Eidgenösschem

Ohnehin ist man bei den Ägerer Touristikern guter Dinge. Die Saison läuft gut. Übernachtungszahlen seien natürlich noch keine verfügbar, sagt Bossard. «Aber vor dem ESAF zum Beispiel waren alle Betriebe bei uns ausgebucht.»

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