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«Die Radiobranche ist in akuter Gefahr»
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Auch die Radiobranche leidet unter den Corona-Auswirkungen. (Bild: zvg)

Inhaber von Radio Central und Sunshine warnt «Die Radiobranche ist in akuter Gefahr»

2 min Lesezeit 10.07.2020, 21:36 Uhr

Am Freitag wurden die Hörer-Zahlen der Radios Sunshine und Central veröffentlicht. Trotz starker Werte brachte Corona die Branche ins Straucheln.

Die Neue Medien Zentralschweiz Werbe AG (NMZ Werbe AG) hat am Freitag die Radio-Hörerzahlen des ersten Halbjahres von 2020 veröffentlicht. Die Zahlen wurden durch die Forschungsorganisation Mediapulse Radio Data in Bern ermittelt.

Die NMW Werbe AG zeigt sich mit den Ergebnissen sehr zufrieden. Wie es in ihrer Medienmitteilung heisst, hören alleine in der Region Zug 20’500 Leute täglich Sunshine Radio. Das entspricht einem Marktanteil von 13.5 Prozent.

Zusammenspiel zwischen Zug und Luzern

Begründet werden diese Zahlen wie folgt: «Radio Sunshine konnte sich als Zentralschweizer Hitradio weiter etablieren.» Das Hauptprogramm sendet Sunshine aus Rotkreuz in Zug, die Morgenshow «Sunny Side Up» aus Luzern. «Mit diesen Ping-Pong-Schaltungen von Zug nach Luzern und zurück konnte ein Mehrwert geschaffen werden», schreibt die NMZ Werbe AG weiter.

Radio Central, das dieses Jahr sein 30-jähriges Bestehen feiert und ebenfalls zur NMZ Werbe AG gehört, führt im Bereich der Schweizer Privatradios die Spitze bei den männlichen Hörern an. Durchschnittlich hören jeden Tag über 101’000 Schweizer Männer 73 Minuten Radio Central. Auch der Frauenanteil sei sehr hoch geblieben. 80’000 Zuhörerinnen habe der Sender täglich.

Gebührenanteile gefordert

Aber auch die Radiobranche leidet unter den Auswirkungen des Corona-Virus: «So gut die Höreranteile sind, so schlecht sind die Werbeumsätze im ersten Halbjahr», schreibt das Unternehmen. Die Radiobranche sei in akuter Gefahr und mit ihr die Vielfalt der Schweizer Medienwelt. «Radio hat es in dieser Zeit enorm schwer, sich zu finanzieren, da die geschwächte Wirtschaft das Medium Radio nicht genügend für Kampagnen nutzen kann.»

Dank der Nothilfe konnten Monate von wegbrechenden Werbeeinnahmen überbrückt und das Überleben vorläufig gesichert werden, aber dieses Geld sei nun aufgebraucht. «Radio Central benötigt dringend Gebührenanteile», heisst es in der Medienmitteilung. «Die Zentralschweiz ist die einzige Bergregion der Schweiz, welche aktuell keine Gebühren für ein Regionalradio erhält.»

Radio Central hat sich nun für Gebühren beworben. Ob das klappt, wird die laufende Debatte um Medienförderung zeigen. «In letzter Instanz wird auch der Bundesrat über das Schicksal von Radio Central entscheiden.»

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