Die Polizei vertraut den Besetzern
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Mit einem Schild an der Strasse informieren die Besetzerinnen und Besetzer Passanten über das Haus. (Bild: lru)

«Gundula» darf bis Samstag bleiben Die Polizei vertraut den Besetzern

2 min Lesezeit 28.04.2016, 11:55 Uhr

Die Luzerner Staatsanwaltschaft lenkt ein. Obwohl die Frist für die Hausbesetzung an der Obergrundstrasse 99 eigentlich schon am Mittwoch abgelaufen wäre, darf die Gruppe Gundula bis am Samstag bleiben.

Die Gruppe «Gundula» darf bis Samstag bleiben. Die Räumungsfrist wurde offiziell verlängert, denn die Luzerner Staatsanwaltschaft «bietet im Sinne einer einvernehmlichen Lösung Hand».

Dies entschied die Staatsanwaltschaft, nachdem die Besetzer der Villa an der Luzerner Obergrundstrasse 99 hatten verlauten lassen, dass sie das Haus nicht bis am Mittwoch räumen könnten, das sei kurzfristig. Sie würden das Haus jedoch am Samstag freiwillig verlassen (zentralplus berichtete). Die Gruppe hat sich also ihre Deadline selbst gesetzt. Der Eigentümer wollte die Besetzer eigentlich bis Mittwoch um Mitternacht loswerden.

Behörde lenkt ein

Eine «sorgfältige Analyse» und ein Gespräch mit einer Verantwortlichen der Besetzerszene vor Ort hätten dazu geführt, dass die Behörden die Frist bis am kommenden Samstag 30. April um 12 Uhr verlängerten. Dies teilt die Staatsanwaltschaft mit.

«Wir gehen zu 100 Prozent davon aus, dass die Gruppe Wort halten wird.»
Simon Kopp, Staatsanwaltschaft Luzern

Dies sei von der Verantwortlichen entsprechend bestätigt und zugesichert worden. Damit will die Strafuntersuchungsbehörden zu einem friedlichen Ende der Hausbesetzung beitragen. Falls die Frist aber nicht eingehalten wird, soll die Polizei das Haus «ohne weitere Diskussionen» räumen. Man werde die Situation am Samstag daher natürlich im Auge behalten.

Simon Kopp, Sprecher der Staatsanwaltschaft Luzern, ist jedoch jedoch zuversichtlich: «Wir gehen zu 100 Prozent davon aus, dass die Gruppe Wort halten wird und vetrauen darauf, dass das Gebäude am Samstag verlassen wird.» Währenddessen ermittelt die Staatsanwaltschaft aber weiter wegen Hausfriedensbruchs.

Im Haus geht der Betrieb bis dahin noch weiter wie geplant. Auf der Facebookseite von Gundula steht das Programm der Woche: Am Donnerstagabend ist noch ein Falafel-Plausch und anschliessend ein Abend mit «Open Plattenspieler» geplant. Am Freitagnachmittag Improtheater, dann Plenum, Essen und abends ein Anti-Sexismus-Workshop.

Und eigentlich hatte Gundula auch noch Pläne für den Samstag: Am Nachmittag ein Bier-Brau-Workshop und abends Essen. Mit der neuen Frist bis Samstagmittag wird sich daran aber wahrscheinlich noch etwas ändern.

Lesen Sie unsere Reportage aus der «Gundula»: «Auf ein Bier mit Besetzern und Alt-68ern»

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