«Die Maskenpflicht hätte man schon viel früher einführen sollen»
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Isabella Rapp aus Oberägeri begrüsst die Maskenpflicht. (Bild: jal)

Ein Augenschein in Zuger Läden «Die Maskenpflicht hätte man schon viel früher einführen sollen»

3 min Lesezeit 13 Kommentare 10.10.2020, 17:15 Uhr

Einkaufen nur noch mit Maske: Das gilt seit diesem Samstag im Kanton Zug. Die Maskenpflicht wird fast ausnahmslos eingehalten, wie ein Rundgang zeigt. Über Sinn und Zweck der Massnahme gehen die Meinungen allerdings auseinander.

«Was brauchen wir alles? Mehl, Milch, etwas Gemüse?» – «Warte Schatz, wir müssen eine Maske anziehen, bevor wir rein dürfen.»

Szene vor einem Zuger Einkaufsladen an diesem Samstagmittag. Seit heute gilt für alle Geschäfte im Kanton eine Maskenpflicht. Der Regierungsrat hat nach dem rasanten Anstieg der Fallzahlen am letzten Wochenende die Massnahmen verschärft (zentralplus berichtete).

Noch ist es für manche ungewohnt. Doch viele Kunden begrüssen die Maskenpflicht, wie Gespräche zeigen. «Ich finde es gut, dass dies endlich geregelt ist», sagt Fredy Rickenbacher, der in der Zuger Neustadtpassage seinen Einkauf erledigt.

Noch besser fände er allerdings eine schweizweit einheitliche Regelung. Dass man im benachbarten Schwyz und Luzern ohne Maske einkaufen kann, während in Zürich eine solche obligatorisch ist, sei schwierig nachzuvollziehen. «Aber das ist halt unser Kantönligeist», sagt er und lacht.

Fredy Rickenbacher aus Zug plädiert für eine national einheitliche Lösung.

Eine dezidierte Haltung hat auch Isabella Rapp aus Oberägeri. «Die Maskenpflicht hätte man viel früher einführen sollen», sagt sie hinter ihrem blauen Mundschutz. Klar würde auch sie lieber darauf verzichten. Die Massnahme sei aber einfach umzusetzen «und allemal besser als krank zu werden».

Zudem gibt Isabella Rapp zu bedenken, dass es auch um Arbeitsplätze und die Existenz von Firmen gehe. Ein zweiter Lockdown wäre für den Detailhandel eine Katastrophe, sagte kürzlich auch Johanna Margraf, Präsidentin von Pro Zug, gegenüber zentralplus. Viele Detaillisten seien darum froh um die einheitlichen Regeln mit der Maskenpflicht.

«Nutzen ist zu gering»

Doch nicht alle Zuger stehen der neuen Vorschrift so positiv gegenüber. Ein junger Mann, der vor einem Kleidergeschäft auf seine Begleiterin wartet, findet deutliche Worte: «Die Maskenpflicht ist überflüssig.» Er bezweifelt, dass diese Massnahme einen grossen Effekt habe. Viele Leute würden sie ohnehin falsch tragen oder – im Fall von Stoffmasken – zu wenig regelmässig waschen.

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«Der Nutzen ist meiner Meinung nach zu gering für die Umstände, die es verursacht», sagt der Zuger, der nicht namentlich genannt werden möchte. Viel besser fände er es, bei den bisherigen Regeln zu bleiben: Sprich, weiterhin Abstand halten, Hände waschen und sich bei der Begrüssung zurückhalten.

Nur selten ist jemand «oben ohne» zu sehen

Zu denken, bei dieser Frage gäbe es einen Generationen-Graben, wäre aber falsch. Junge Erwachsene sind nicht alle gleicher Meinung. Mehrere Befragte im Alter von 20 bis 30 Jahren finden es angesichts der steigenden Fallzahlen nachvollziehbar, dass der Kanton die Schraube anzieht. Nicht einig sind sich hingegen zwei junge Männer, die im Metalli auf Shopping-Tour sind. «Eine Katastrophe» sei es, sagt der eine von ihnen. «Ich bin mega froh, wenn ich die Maske jeweils so schnell wie möglich wieder ausziehen kann.»

Sein Begleiter sieht es entspannter. Er sei sich das Maskentragen vom Militär her seit Wochen gewöhnt. «Angenehm ist es wirklich nicht», sagt er. «Aber wenn es nützt, dann habe ich kein Problem damit.»

Die Maskenpflicht gilt seit diesem Samstag.

Obwohl der Mundschutz manchmal nerve: Für beide kommt es nicht in Frage, sich der Maskenpflicht zu widersetzen. Eine Haltung, die weit verbreitet ist. Bereits am ersten Tag tragen praktisch alle Kunden in den Läden eine Maske – manche auch auf der Strasse oder auf dem Markt unter freiem Himmel.

Nur selten erblickt man ein Kunde «oben ohne». Bei unserem Rundgang ist es eine Frau, die ganz ohne Mundschutz durch die Gänge eines Detailhändlers streift. Auf die Frage, ob sie aus Protest auf die Maske verzichte, reagiert sie erschrocken. «Nein, ich habe sie ganz einfach vergessen», antwortet sie, greift sofort in ihre Handtasche und streift sich die elastischen Bändel einer Maske über die Ohren. Und kauft weiter ein.

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13 Kommentare
  1. Aelpler, 12.10.2020, 12:06 Uhr

    Ich lade alle ein, sich die Informationen der WHO zur Benutzung von Masken in der Öffentlichkeit, vor allem bezüglich derer Wirksamkeit anzusehen und sich damit auseinanderzusetzen.
    Derzeit verbreitete Informationen „der Nutzen sei erwiesen“ sind nicht korrekt!

    Es stimmt, dass der Nutzen unter bestimmten Voraussetzungen gegeben sein kann. Er ist aber keineswegs erwiesen. Und es bliebe zu prüfen, ob das angesprochene „Setting“ wirklich gegeben ist oder nicht.

    Da ich nicht das ganze sechzehnseitige Dokument übersetzen und alle Verweise die im Zusammenhang mit dem Artikel oben stehen hier in einem Kommentar einfügen kann, sind alle Interessierten eines breiten Meinungskanals eingeladen, sich die Informationen selbst zu beschaffen. Ich darf keinen Link in die Kommentare einfügen und ein Link auf ein englischsprachiges Dokument ist ebenfalls nicht erlaubt, daher bleibt mir nur die Erklärung, wie sich Interessierte die Information selber beschaffen können.

    Googeln nach „who advice on the use of masks in the context of covid-19“.
    In der Regel ist das oberste Dokument die aktuellste Richtlinie der WHO bezüglich des Tragens von nicht-medizinischen Masken durch die Öffentlichkeit.

  2. Aelpler, 12.10.2020, 09:49 Uhr

    Keine Ahnung wieso hier meine Infos auf die WHO zensiert werden aber dann halt nochmal.

    1. Redaktion Redaktion zentralplus, 12.10.2020, 10:14 Uhr

      Es werden keine Infos zensiert, Sie finden in der Netiquette unsere Regeln. Wenn Sie den relevanten Teil aus dem Dokument auf deutsch zitieren und dies in einen Kontext zum Beitrag setzen, freuen wir uns sehr über diesen Beitrag.

    2. Hans Peter Roth, 15.10.2020, 11:33 Uhr

      Die Z+-Netiquette besagt, dass Links auf Drittanbieter ohne erkennbaren Mehrwert verpönt sind. Zu dieser Kategorie gehört die WHO mit Bestimmtheit nicht!

  3. Gregor Muff, 12.10.2020, 09:45 Uhr

    Ist nur zu hoffen, dass man in Luzern noch lange ohne Maske einkaufen kann – dann kann ich mir diese unnütze Massnahme ersparen. Die Verantwortlichen können ja nicht mal erklären, weshalb wir trotz immer mehr Ansteckungen nicht mehr Hospitalisierungen haben.

  4. mebinger, 11.10.2020, 17:49 Uhr

    Slange dieser Irrsinn dauert, kaufe ich halt in Schwyz ein

  5. Roethlin, 11.10.2020, 14:56 Uhr

    Das fördert nicht die Gesundheit, die Maske macht krank. Religionen freuen sich!!!!

    1. Roland Grüter, 11.10.2020, 17:46 Uhr

      Dummheit ist anscheinend nicht zu eliminieren. Wegen solchen Leuten steigen laufend die Fallzahlen. Anscheinend möchte man die Pandemie-Frist einfach verlängern, statt beenden.

  6. Max Egli, 11.10.2020, 07:56 Uhr

    Die Maskenpflicht ist überflüssig und dient der Unterwerfung des Volkes.

    1. Kaufmann, 11.10.2020, 13:12 Uhr

      Was hat Maskenpflicht mit Unterwerfung zu tun?
      Geht es nicht um die Gesundheit von Allen.

  7. Andreas Peter, 10.10.2020, 21:52 Uhr

    Manchmal habe ich den Eindruck, die Politiker wollen einfach mal austesten, was man mit uns „Schafen“ alles machen kann.
    Ich finde es erschreckend, was Propaganda mit vielen von uns anstellen kann. Keine Krankheit kann so schlimm sein, wie dieser gesellschaftliche Irrsinn.

    1. NWO Neue Welt Ordnung, 12.10.2020, 00:07 Uhr

      Volle Zustimmung! Vom Leid dass entsteht, weil die ganze Weltwirtschaft bewusst an die Wand gefahren wird, gar nicht erst zu reden. Und wer noch selber denkt oder zweifelt, wird als Schwurbler oder Covidiot etc. abgetan. … Subjektiv habe ich den Eindruck, dass die Menschen langsam aufwachen. Die Hoffnung stirbt zu letzt. …

    2. Guellemaetteli, 15.10.2020, 15:25 Uhr

      @NWO
      Wie nur wollen Sie die Weltwirtschaft hoch halten und es gleichzeitig zu einer neuen Weltordnung schaffen?
      Übrigens, Sie erkennen mich beim Einkaufen an meiner Maske – diese ist mit der Zahl „1984“ angeschrieben.
      P.S.
      Im letzten Jahrhundert gab es drei grössere versuche die Weltordnung neu zu gestalten:
      1. Der Faschismus/Nationalismus (das sog. dritte Reich)
      2. Der Kommunismus
      3. Die Bewegung der Muslim-Brüder (später IS)
      Und alle haben dasselbe erreicht.

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