Die Luzerner «Metzgerhalle» wird zur «Hafenbar»
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Die neuen Betreiber Tamino Müller (links) und Nicolas Gomez (rechts) vor ihrer «Hafenbar». (Bild: cbu)

Neue Pächter, neues Konzept Die Luzerner «Metzgerhalle» wird zur «Hafenbar»

4 min Lesezeit 13.08.2020, 20:39 Uhr

Am Freitag eröffnet die Metzgerhalle mit neuen Pächtern. Das Lokal soll eine Begegnungszone für alle werden. Zentralplus war einen Tag vor der Neueröffnung vor Ort und hat sich umgesehen.

Die Zeichen in der Metzgerhalle am Kasernenplatz stehen auf Eröffnung. Noch stehen zwar ein paar volle Weinkartons im Flur und die Scheiben werden noch geputzt, aber ansonsten ist man bereit für die Gäste. Viel Zeit blieb den beiden Betreibern Tamino Müller und Nicolas Gomez nicht, um das traditionsreiche Restaurant nach ihren Wünschen umzugestalten.

Die Schlüsselübergabe mit den vorherigen Pächtern erfolgte Ende Juli – nachdem diese in einer Auktion grosse Teile des Interieurs versteigert hatten (zentralplus berichtete). Dass das Lokal seine Türen nach so kurzer Zeit öffnen kann, verdanken Müller und Gomez vor allem den vielen «guten Feen», die spontan und oft bis spät in die Nacht geholfen haben.

«Hafenbar» als Begegnungsort für alle

«Hafenbar zur Metzgerhalle» heisst das Lokal neu. Der Name rührt von der Havenbar her, die im letzten Spätsommer im Rahmen einer 9-wöchigen Zwischennutzung an der Claridenstrasse von Müller und Gomez betrieben wurde. Ein Hafen sei der Umschlagplatz schlechthin, sagt Müller. «Er ist der Treffpunkt für Arbeiter, Reisende und Künstler von überall her.» Dieses Konzept verfolgen die beiden Gastronomen nun auch in der Metzgerhalle.

«Wir haben einen Begegnungsort mit dem Charme einer hamburgischen Hafenkneipe erschaffen», so Müller. «Upcycling» hiess das Zauberwort bei der Umgestaltung. Die beiden Betreiber haben viele Möbel und Teile der Dekoration aus ihren bisherigen Lokalen ins Interieur der «Hafenbar zur Metzgerhalle» einfliessen lassen (zentralplus berichtete). Manche der Stühle sind umfunktionierte Sitze des ehemaligen Kinos Limelight, im hinteren Sitzbereich zieren schwere Samtvorhänge aus früheren Zeiten eine lauschige Nische.

«Für uns ist das eine Ehre. Das ist schliesslich ein Haus mit einer über hundertjährigen Gastro-Geschichte.»

Tamino Müller, Gastronom

«Offen und lebendig»

Der strassenseitige Bereich dient als Bar, inklusive DJ-Pult. Der hintere Teil des Lokals wurde mit Tischen und Stühlen ausgestattet und die gedeckte Garten-Oase lädt zu ruhigen Gesprächen ein. Auf zwei Leinwänden sollen dereinst auch Fussballspiele oder Filmabende gezeigt werden. Neu wird auch in der Seitengasse eine kleine Anzahl Tische für Gäste bereitstehen. Offen soll es werden. «Offen und lebendig», präzisiert Gomez.

Angeboten werden viele Getränke aus der Umgebung. Nebst lokalen Bieren wie «MN Brew» aus Emmen und «Bachweg» aus Zug, fand auch ein ausgewähltes Sortiment von Ottiger-Weinen aus Horw seinen Weg auf die «bunt durchmischte Karte», wie Gomez betont. Diese soll auch flexibel bleiben. «Wenn bestimmte Wünsche bestehen, sind wir auch offen, unser Sortiment anzupassen.»

Verschiedene warme Snacks sollen den kleinen Hunger stillen. Welche das sein werden, ist noch nicht ganz klar, aber: «Es wird immer etwas geben, das satt macht», versichert Müller – sowohl für Fleischesser und Vegetarier gleichermassen.

Klientel vom Maurer bis zum Chefarzt

Ein Restaurant wird die «Hafenbar zur Metzgerhalle» aber nicht. Im Vordergrund steht das gemütliche Zusammensein und die Durchmischung von Generationen und Berufsfeldern. «Das soll ein Ort werden, wo der Maurer mit dem Chefarzt ein Bier trinkt. Hier soll nicht gelten, wer man ist oder was man tut. Hier geht es darum, dass man es zusammen schön hat», erklärt uns Gomez.

Die zwei freuen sich auf die bevorstehende Eröffnung und die kommenden Monate. «Für uns ist das eine Ehre», sagt Müller. «Das ist schliesslich ein Haus mit einer über hundertjährigen Gastro-Geschichte.»

Der Betrieb an der «Hafenbar zur Metzgerhalle» startet am Freitag, 14. August ab 16 Uhr mit DJ Le Fis und einem Paella-Plausch – fast schon ein Traditionsessen, wie Gomez lachend sagt. «Immer, wenn wir etwas anreissen, gibt es Paella.»

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