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Die Luzerner Kulturszene plagen Existenzängste
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Wie viel Live-Musik wird Luzern in naher Zukunft erleben? Dies steht aktuell in den Sternen.

Offener Brief an den Regierungsrat Die Luzerner Kulturszene plagen Existenzängste

2 min Lesezeit 3 Kommentare 27.04.2020, 17:36 Uhr

Die IG Kultur Luzern befürchtet, dass der Kulturwerkplatz Luzern aufgrund der Corona-Krise längerfristig Schaden nimmt. Deshalb will man mehr Geld vom Kanton.

Die Luzerner Kulturszene fürchet sich vor der Zukunft, falls der Kanton Luzern keine Lösung vorantreibt, um die Folgen des Corona-Krise für Kulturschaffende abzufedern. «Die durch das neue Coronavirus ausgelöste globale Pandemie stellt die hiesige Kulturszene vor existentielle Fragen, nachdem der Bundesrat Mitte März das Verbot von öffentlichen Veranstaltungen erlassen hat», schreibt die IG Kultur Luzern deshalb in einem offenen Brief an den Regierungsrat.

Deshalb seien kantonale Massnahmen nun dringend nötig, um den Kulturwerkplatz in Luzern zu schützen und zu erhalten. Der Regierungsrat wird gebeten, eine rasche Neubeurteilung der Massnahmen für die Kulturbranche vorzunehmen.

Forderung nach Mindestlohn und à-fonds-perdu-Beiträgen

Unter anderem solle sich der Regierungsrat beim Bundesrat für die Verlängerung der Verordnung und der Massnahmenpakete infolge Covid-19 für die Kulturbranche einzusetzen. Im Rahmen der Soforthilfe an Kulturunternehmen sollen ausserdem à-fonds-perdu-Beiträge ermöglicht werden. wenn nötig aus der Kasse des Kantons, sofern damit voraussichtlich Arbeitsplätze, Strukturen und Netzwerke erhalten werden können.

Weiter solle die Entschädigung für wegfallende Einnahmen für Kunst- und Kulturschaffende auf die Einführung eines Mindestlohns ausgeweitet werden, damit langfristige Einkommenseinbussen verhindert werden können. «Der Mindestlohn soll das Existenzminimum garantieren, um Lebensunterhalt und die wichtigsten laufenden Ausgaben zu decken. Der Regierungsrat wird gebeten, einen Lösungsvorschlag zu erarbeiten», so die IG Kultur.

Der Regierungsrat wird weiter gebeten, sich beim Bundesrat für die Herstellung der Rechtssicherheit für Festivals und Grossveranstaltungen einzusetzen sowie darauf hinzuwirken, dass kleine, mehrheitlich private Kunstgalerien als «Dienstleistungsbetriebe» anerkannt werden und ab dem 11. Mai 2020 geöffnet werden dürfen.

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3 Kommentare
  1. Hugo Ball, 28.04.2020, 07:29 Uhr

    Wieso soll der Staat es einzelnen, ausgewählten Kulturschaffenden (Anmerk: Die Etymologie des Wortes ist interessant, würde man nicht für möglich halten!) ermöglichen, sich nach Lust und Laune ausleben zu können ohne einen ersichtlichen Nutzen für die bezahlende Gesamtgesellschaft ausweisen zu können? Und wer entscheidet, wer dies darf und wer nicht und mit welcher Legitimation und Grundlage? Das nenne ich dann Diskriminierung!

  2. Peter Bitterli, 27.04.2020, 18:04 Uhr

    Es ist nichts Schlechtes daran zu erkennen, wenn jetzt viel Überflüssiges, viel platte Selbstverwirklichung, noch mehr politkorrekte Haltungs-„Kunst“ und ganz viel Dilettantismus auf der Strecke bleiben. Einem, der seinerzeit zusammen mit Anderen den Fehler gemacht hat, via den albernen Begriff „alternative Kunst“ und mittels Einrichtung des „Fuka-Fonds“ dem frechen Mist Tür und Tor zu öffnen, kann es nur recht sein, wenn jetzt versiegt, was des Versiegens mehr als würdig ist. Die grossen, professionellen Kulturinstitutionen gehören jetzt gestützt. Der Wildwuchs des Pipifaxes gehört gestutzt.

    1. Emmy Hennings, 28.04.2020, 13:41 Uhr

      Da stutzt der aufgeschlossene Mensch, wenn sich einer so bitterli beklagt, weil ihn der Stutz reut für die Kleinen, und ein zweiter Hugo sich frech des Balls bemächtigt, um ziemlich Dada das arge Argument des Nutzens und gleich auch noch die gesamte Gesellschaft zu bemühen.
      Die Kreativwirtschaft (das ist nicht der Teil, der beim Profitieren auf Kosten anderer kreativ ist) trägt mit ihren Steuern ebenfalls dazu bei, dass Dinge ohne ersichtlichen Nutzen für die bezahlende Gesamtgesellschaft (zB. Kampfflugzeuge) finanziert werden. Dem sagt man Gemeinschaft. Gemein, nicht wahr? Wahr!

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