Auf Papier statt mit Konfetti Die Luzerner Fasnacht soll 2021 zu Hause stattfinden – auf 130 Seiten

3 min Lesezeit 11.11.2020, 16:30 Uhr

Obwohl die Fasnacht ins Wasser fällt, wird auch in diesem speziellen Jahr eine Plakette gestaltet. Zusätzlich veröffentlicht das Lozärner Fasnachtskomitee zum ersten Mal das Magazin «HAUPTsach Fasnacht».

«Als ich heute durch die Strassen Luzerns ging, hatte ich ein sehr mulmiges Gefühl. Ich habe mir überlegt, wie das in drei Monaten sein wird, wenn die Fasnacht eigentlich beginnen sollte», sagt LFK-Präsident Daniel Abächerli.

Am 11.11., dem offiziellen Beginn der Fasnacht, stellte das Lozärner Fasnachtskomitee (LFK) die Plakette der Fasnacht 2021 vor. «Die grösste Verwunderung ist vermutlich das heutige Datum. Warum ausgerechnet dieses Datum? Nein, das hat nichts mit dem Fasnachtsbeginn zu tun», sagt Peti Federer, der Pressesprecher des LFK, mit einem Schmunzeln.

«Die Leute können nicht an die Fasnacht, dann machen wir halt ein Magazin draus.»

Berto Margraf, Projektleiter «HAUPTsach Fasnacht»

In den letzten Wochen hat das LFK entschieden, dass alle Anlässe im 2021 abgesagt werden, darunter auch die internen wie etwa der «Herrenobig». Man will die ganze Kraft nun auf die Plaketten und das Magazin fokussieren.

Von Fasnächtlern für Fasnächtler

Doch wie kann überhaupt Fasnacht stattfinden, wenn niemand raus darf? «Die Leute können nicht an die Fasnacht, dann machen wir halt ein Magazin draus. So bringen wir die Fasnacht zu den Leuten nach Hause», sagt Berto Margraf, Projektleiter des Fasnachts-Magazins «HAUPTsach Fasnacht», dessen erste Ausgabe gerade entsteht.

Bisher gibt es das Werk nur als «Attrappe». Bis zur Fasnacht – der Schmudo ist am 11. Februar – soll sich das aber ändern: «Gefüllt mit spannenden Inhalten, wird das Magazin einen bleibenden Wert haben», verspricht Margraf. Auf 130 Seiten sollen Geschichten von Persönlichkeiten und spannende Anekdoten rund um die Luzerner Fasnacht erzählt werden.

Das Heft soll «Von Fasnächtlern für Fasnächtler» gemacht werden: Beispielsweise erhalten Gruppierungen, die ein Jubiläum feiern, einen Platz, um ihre Tradition den Menschen näherzubringen. So etwa «die Vereinigte», die seit 40 Jahren den «Guuggerbaum» stellen. Auch Silvio Panizza, dem Autor des «rüüdigen Fasnachtsfüerers», wird ein Artikel gewidmet. Nach 48 Ausgaben ist 2021 das erste Jahr, in dem sein Ratgeber nicht erscheint.

Mettenand a d’Fasnacht

Es bleibt die Frage, wieso es unter den jetzigen Umständen eine Plakette braucht? Dies habe mit Solidarität zu tun. «Wohltätigkeit hat im LFK eine lange Tradition. Jedes Jahr wird ein gewisser Betrag einer Organisation oder Stiftung gespendet», so Federer. Nächstes Jahr ist das Hauptmotto «Solidarität im Luzerner Brauchtum Fasnacht». Es werden gezielt kreative Fasnächtler wie etwa «Grindebastler» finanziell unterstützt.

Die Plakette 2021 stammt vom Surseer Künstler und Herzblutfasnächtler Roger Stalder (zentralplus berichtete). «Es ist mir eine Ehre, dass ich nach 14 Jahren und nach einem zweiten und dritten Rang endlich den Plakettenwettbewerb gewonnen habe», sagt Stalder in einer Videobotschaft von zu Hause aus. Da er sich in Quarantäne befindet, konnte er leider nicht an der Pressekonferenz teilnehmen.

Das Motto der Plakette passt zur momentanen Lage. Ein Narr umarmt symbolisch die Fasnacht in der Form eines «Huereaffes» und einer Tuba – dies drückt das Herzblut für die Fasnacht ebenso aus wie die Umarmungen, die uns in der aktuellen Zeit so fehlen.

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