«Hauptsach Fasnacht» Die Luzerner Fasnacht ist da – zumindest auf dem Papier

2 min Lesezeit 22.12.2020, 19:30 Uhr

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge präsentiert das Lozärner Fasnachtskomitee (LFK) das Fasnachtsmagazin 2021. Für Vollblutfasnächtler Peti Federer war die Arbeit daran «eine Art Therapie», wie er sagt.

Das 134 Seiten starke Magazin zur Lozärner Fasnacht ist eine ausführliche Dokumentation über das bedeutendste Brauchtum der Stadt Luzern. «Wir hatten etwas mehr Zeit als geplant», erklärt Peti Federer den grossen Umfang des Magazins beim Besuch auf der Redaktion von zentralplus.

Es habe sich schon Mitte September abgezeichnet, als die Umzüge und der Fasnachtsmäärt abgesagt wurden, dass sein Versprechen «es gibt eine Fasnacht» (zentralplus berichtete) nur im kleinstmöglichen Rahmen zu erfüllen sei. «Wir haben noch auf eine kleine Beizenfasnacht gehofft», sagt der Sprecher des Lozärner Fasnachtskomitees (LFK). «Doch nun haben wir auch die Värsli-Brönzlete absagen müssen – es macht einfach keinen Sinn.»

Lesestoff zur Fasnacht statt plumpe Sprüche

Umso mehr Energie hat Federer nun in Interviews mit Einzelmasken, historische Recherchen und Porträts von eingefleischten Fasnächtlern investiert. Zum Beispiel mit Silvio Panizza, der 48 Jahre lang den «rüüdige Fasnachtsfüerer» herausgegeben hat. Das Magazin kommt in Hochglanz daher und will auch einen gewissen Anspruch an sich selbst erfüllen – «auf plumpe Sprüche haben wir bewusst verzichtet. Wir wollen Lesestoff bieten», sagt Federer.

«Es gibt eine beträchtliche Anzahl von Leuten, die zumindest einen Teil ihres Lebensunterhalts mit der Fasnacht verdient haben.»

Bei den Themen habe er nicht nur das LFK fokussiert, sondern möglichst die ganze Fasnachtsbewegung zeigen wollen. Ein grosses Porträt über die Vereinigten, 40 Jahre Guugerbaum, aber auch eine sprachliche Herleitung des «Huerenaffs» fehlen nicht. «Auch ich habe bei der Arbeit noch einiges gelernt», sagt Federer.

Und trotzdem: «Natürlich ist die Fasnacht auf Papier nur ein Trostpflaster für die echte Fasnacht.»

Ein Trostpflaster allerdings, das auch einen guten Zweck erfüllt. Ein Teil des Erlöses aus dem Magazin und den Plakettenverkäufen soll wie jedes Jahr gespendet werden. Dieses Jahr sollen Fasnächtlerinnen zum Handkuss kommen. «Es gibt eine beträchtliche Anzahl von Leuten, die zumindest einen Teil ihres Lebensunterhalts mit der Fasnacht verdient haben», so Federer. Grendekünstler wie Fasnachtsschneiderinnen können sich nun bis im Januar beim LFK melden, um Unterstützung zu erhalten.

Auch Federer treffen die Ausgangsbeschränkungen nicht nur als Fasnächtler, sondern auch privat. Als Seminarleiter hat er derzeit kaum Aufträge, weil viele Firmen bereits geplante Workshops absagen. Jammern will er nicht, auch wenn ihn die Situation sichtlich beschäftigt. Den Witz verliert der passionierte Guuggenmusiker auch nicht so schnell: «Wir waren ja schon immer für die Maskenpflicht – dass wir jetzt nicht davon profitieren können, ist ein bisschen schade.»

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