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Die Luzerner Fasnacht geht beim Plakettenkünstler fremd
  • Gesellschaft
LFK-Präsident Mike Hauser mit Rolf Uhlmann (rechts), welcher das Sujet der Plakette im Hintergrund entwarf.  (Bild: les)

Maskenliebhaber feiern 200. Geburtstag Die Luzerner Fasnacht geht beim Plakettenkünstler fremd

3 min Lesezeit 10.11.2018, 18:00 Uhr

Dass die Luzerner Fasnacht am 11. November beginnen soll, ist ein völliger Irrtum. Dennoch entdeckte man diesen Samstag erste Vorboten der «rüüdigsten» Zeit des Jahres. Einem Heimweh-Luzerner kam dabei eine besondere Rolle zuteil. 

Zum 68. Mal präsentierte das Lozärner Fasnachtskomitee (LFK) diesen Samstag die neue Plakettenkollektion. Entworfen hat die Version 2019 der Langenthaler Grafiker und Plakettenkünstler Rolf Uhlmann, der nach mehreren Teilnahmen den Luzerner Plakettenwettbewerb erstmals gewann.

Die Präsentation wurde von den Fasnachtsverantwortlichen richtig zelebriert. Die Vikinger, die Noggeler und die Chappelgnomen umrahmten den Anlass auf dem Kornmarkt musikalisch. Ein Hauch von Fasnacht wehte bereits im November durch die Luzerner Altstadt. Ein Irrglaube ist jedoch, dass die Luzerner Fasnacht am 11.11. beginnen soll. Einige Karnevals in Deutschland starten dann, die Luzerner Fasnacht beginnt jedoch erst am Schmutzigen Donnerstag (zentralplus berichtete). 

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Grosses Jubiläumsprojekt scheiterte

Die Luzerner Fasnacht kennt normalerweise kein Motto oder Thema, entsprechend gibt es keine Vorgaben bei der Plakette. Anders in diesem Jahr: Die Maskenliebhaber-Gesellschaft Luzern (MLG) feiert ihr 200-Jahr-Jubiläum, und dies ehrt das LFK mit einer Jubiläumsplakette. Für den Sieger des diesjährigen Wettbewerbs, den Langenthaler Grafiker Rolf Uhlmann, ist dies «es rüüdigs Fäscht». Er vereint auf seiner Plakette verschiedene, typische Maskensymbole. So thront in der Mitte der König-Böögg der MLG, umrahmt vom «Goldige Grend» rechts beziehungsweise einem Narren, welcher die Narrenfreiheit der Fasnacht symbolisiert.

So präsentiert sich die neue Plakette.

So präsentiert sich die neue Plakette.

(Bild: zvg)

Eigentlich sollte anlässlich des Jubiläums auf dem Brunnen am Weinmarkt ein Denkmal errichtet werden. Dieses stiess jedoch auf politischen Widerstand und scheiterte schlussendlich (zentralplus berichtete).

Ein Langenthaler mit Stadtluzerner Wurzeln

Ein so genannt «Auswärtiger» gewinnt den Plaketten-Contest? Nun, die jährliche Plakettenselektion findet absolut anonym statt, Hinweise auf die Künstler gibt es keine. Allerdings darf man Rolf Uhlmann getrost als alten Hasen in Sachen Kreationen von Plaketten bezeichnen. Geboren ist er im Januar 1968 im St. Anna in Luzern, die ersten Lebensjahre verbrachte er im Allenwinden-Quartier in der Stadt Luzern. Dennoch war insbesondere am Dialekt gut hörbar, dass er seit Jahren im Oberaargau zuhause ist.

Rolf Uhlmann hat die neue Fasnachtsplakette entworfen.

Rolf Uhlmann hat die neue Fasnachtsplakette entworfen.

(Bild: Heinz Steimann)

Mit dem Luzerner Fasnachtsblut entdeckte Uhlmann Ende der Achtzigerjahre seine aktive Fasnachtszeit mit der ersten Guggemusig, den «Flötemadli», um dann 1991 seine eigene Guggemusig zu gründen, die «Strosse-Füdeler» aus Langenthal. Während 24 Jahren war er Mitglied, unter anderem Präsident und wurde schliesslich zum Ehrenmitglied gekürt.

LFK-Präsident Mike Hauser (links) mit dem Präsidenten der Maskenliebhaber-Gesellschaft Mike Oswald, Erwin Kretz von den Fidelitas Lucernensis und Wey-Zunftmeister Jörg Krähenbühl. 

LFK-Präsident Mike Hauser (links) mit dem Präsidenten der Maskenliebhaber-Gesellschaft Mike Oswald, Erwin Kretz von den Fidelitas Lucernensis und Wey-Zunftmeister Jörg Krähenbühl. 

(Bild: les)

LFK-Präsident freut sich auf Begegnungen

Begeistert von der Plakette 2019 zeigte sich der diesjährige LFK-Präsident Mike Hauser. Der 46-jährige Hotelier ist seit 2006 Mitglied bei der jubilierenden MLG und war im LFK-Finanzkomitee zuletzt verantwortlich für die Plaketten. Mitten in der Stadt Luzern aufgewachsen, wurde er schon als Kind vom Fasnachtsvirus infiziert, und so trommelt er seit 1993 bei den Noteheuer beziehungsweise heute bei der Alten Garde der Noteheuer auf dem Schlagzeug.

Zusammen mit seinem Weibel Martin «Kari» Bründler freut er sich auf sein besonderes Jahr des MLG-Jubiläums, um jeden Moment der Fasnacht zu geniessen, einzutauchen und unterwegs zu sein – eben «Fasnacht zu machen». «Ich freue mich insbesondere auch auf die vielen spannenden Begegnungen», erklärte er vor den Anwesenden. Nach der offiziellen Präsentation der Plakette stimmten sich alle bei einem Apéro weiter auf die Fasnacht ein. 

Auch die Begleiter der «mächtigen» Fasnächtler dürfen nicht fehlen.

Auch die Begleiter der «mächtigen» Fasnächtler dürfen nicht fehlen.

(Bild: les)

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